Lobpreisung Gottes mal ganz anders

Während draußen Zähneklappern angesagt war, brachte Elisha Mbukwa in der evangelischen Kirche Hammelbach Wärme in die Herzen der Konzertbesucher. Die saßen dichtgedrängt im Kirchenschiff, um dem Musiker aus Tansania zu lauschen. Der hatte zwei Kollegen aus seinem afrikanischen Heimatland mitgebracht und sich dazu noch Unterstützung aus der Region geholt.

Mbukwas Songs, auf Englisch und Suaheli vorgetragen, haben ein zentrales Thema: die Lobpreisung Gottes und das Vertrauen auf seine Taten. Er wird alles richten. Simone Spielmann, Leiterin des Rimbacher Jugendchores, transportierte die Gedanken des afrikanischen Musikers nach Deutschland. Für den Ton war in der Kirche Stephan Lauterbach verantwortlich, für das Licht Lukas Spielmann.

„Gott wird es tun“, hieß es zu Beginn von der Band. „Er ist der mächtigste“, betonte Elisha Mbukwa. Begleitet wurde er von einem der besten Drummer Tansanias, Amigo Johnson. Dazu kam Dennis Hezron am Bass, der kurzfristig sein Instrument mit Conny Krell getauscht hatte. Denn eigentlich ist er Keyboarder und ebenfalls Mitglied im Efatha-Gospelchor. Die drei waren als dessen Mitglieder schon vor zwei Jahren bereits beim gemeinsamen Weihnachtskonzert dabei.

Aktuell wirkte das Trio ebenfalls beim Weihnachtskonzert des Rimbacher Gospelchors mit. Der revanchierte sich und füllte bei einem Song den Altarraum bis auf den letzten Platz. Denn dort hatten bereits Mitglieder des Jugendgospelchores und des Jugendchores der Jugendmusikschule aus Rimbach Aufstellung genommen, die sich für mehrere Konzerte in der Region zusammengeschlossen und gemeinsam mit Mbukwa die Lieder erarbeitet hatten.

Der ist in der Region kein Unbekannter. 2015 und 2017 war er gemeinsam mit dem Efatha-Gospelchor aus Dar Es Salaam in Deutschland. Mbukwa hat gerade seine erste Live-DVD veröffentlicht und sich damit in seinem Heimatland einige Bekanntheit erarbeitet. Der Song „Lina nguvu“ wurde bei Youtube mittlerweile 163.000 Mal angeklickt – und das in nur vier Monaten. Natürlich gab es ihn ebenfalls im Überwald zu hören.

„Atafanya“, mit afrikanisch angehauchten Klängen auf dem Keyboard angestimmt, bringt die Glaubenswelt des Musikers nach Hammelbach. Wie man es aus den Gospelgottesdiensten in den USA kennt, werden alle miteinbezogen. Bange machen gilt nicht, Mitklatschen und Mitsingen sind Pflicht. Mbukwa tut sein Bestes, damit die Zuschauer auftauen.

Die sich abwechselnden „Halleluja“ und „Amen“, von den Jugendlichen sehr eindrucksvoll vorgetragen, tragen ihren Teil dazu bei, dass langsam die Glieder lockerer werden und immer mehr Bewegung in die Besucher kommt. Denn die Lieder des Tansaniers klingen frisch. Seine Texte sind spirituell-eindrucksvoll. Mit seiner offenen Art kann man gar nicht anders als seiner Einladung auf Mitwirkung folgen.

Vervollständigt wird die Truppe durch Andreas Berndt an der Gitarre. Der lässt das eine oder andere Mal mit einem Solo aufhorchen. Wäre da nicht der Text, könnte vorn genauso gut eine Popband stehen, die sehr flotte Melodien im Gepäck hat. Die eingängigen Songs und die wechselnde Rhythmik werden durch die Einsätze der Jugendlichen stark aufgewertet.

„Your Name ist powerful“ heißt es etwa. Gott hat solche Kraft, dass darüber die Größe des Problems in den Hintergrund tritt. Flotte Pianoklänge lassen Elisha Mbukwa sogar vorn ein Tänzchen wagen, allerdings traut sich sonst niemand, es ihm nachzutun. Seinen Dank äußert der Mann aus Tansania musikalisch, dass Gott seinen Sohn auf die Erde gelassen hat, um sein Werk zu vollenden.

In nur sechs Wochen schafften sich die jugendlichen Sänger die Lieder drauf, erzählte Simone Spielmann. Die teilweise spontane Improvisation des afrikanischen Trios „ist eine große Herausforderung für sie“, schmunzelte die Leiterin. „We celebrate“ ist danach ein eindrucksvoller Beweis, dass das Ergebnis sehr hörenswert ist. Der Popsong in christlichem Gewand mit Gitarren-Solo geht ins Ohr. Da passte die Bitte um spirituellen und materiellen Segen, dargeboten mit dem Rimbacher Gospelchor, perfekt.