In weiß-blauer Atmosphäre wird lange gefeiert

Ein gut geheiztes Zelt ist Gold wert, wenn es wie gestern ziemlich abkühlt, nachdem der Rest der Woche noch einigermaßen erträglich war. Aber der MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag ist bei seinem Oktoberfest am Sängerheim für alle Eventualitäten gerüstet. Immerhin: Die Sonne schaut mal sporadisch zwischen den Wolken hervor. Die feierfreudigen Gäste lassen sich sowieso nicht davon schrecken, ob es ein paar Grad mehr oder weniger sind. Nur die Bierbank-Garnituren im Freien werden dann nicht so stark nachgefragt.

Die Überwälder müssen nicht extra nach München oder auf die Cannstatter Wasen fahren, um dort fürs doppelte Geld süffige weiß-blaue Stimmung zu genießen. Dann lieber beim MGV vor der Haustür feiern. Aber natürlich nicht nur deswegen darf sich der Verein bei seinem wiederholten Oktoberfest über Besucher en masse freuen. Eine Hüpfburg für die Kinder ist bereits eine Institution und wird von den Kleinen gern hüpfend angenommen. Auch der Süßwarenstand ist wieder dabei.

Die Gäste kommen aus allen Himmelsrichtungen angefahren, um die gemütliche Atmosphäre rund ums Sängerheim zu genießen. Denn die Qualität des Essens, das gute Bier und die sehr günstigen Preise haben sich herumgesprochen, sodass den ganzen Tag über volles Haus war. Eine Original-Maß Zötler Allgäuer-Festbier für 5,80 Euro: Wo gibt es das sonst noch?

Über die Mittagszeit füllen sich die Plätze an den vielen Biertischgarnituren zusehends, bis kaum noch ein Platz zu ergattern war. Das bleibt den ganzen Nachmittag über so. Vorsitzender Christian Jöst freut sich über den wachsenden Andrang im Lauf der Jahre. Ständig trudelten Nachfragen bei ihm ein, ob noch Tische frei sind oder ein bestimmtes Essen verfügbar ist. Jöst kann beruhigen: Es herrscht wie üblich kein Mangel an nichts.

Weißwurst, Krustenbraten, Haxen und Leberkäs genauso wie Knödel, Kraut, Zwiebelsoße und Brezn sowie als krönender kalorienreicher Abschluss der Apfelstrudel mit Vanillesoße und Vanilleeis sorgen dafür, dass Freunde der weiß-blauen (Essens-)Tradition auf ihre Kosten kommen. Wem etwas schwer im Magen lag, hatte dann mit ein paar hochprozentigen Tropfen die Gelegenheit, diesen zu beruhigen. „Die ersten kommen schon vor 11“, weiß die zweite Vorsitzende Anette Wiegel, dass die Gäste bereits früh großen Hunger und Durst haben.

Die Besucher, beobachtet auch Schriftführerin Anja Freudl, kommen aus einem weiten Umkreis. Vom Badischen, aus Heiligkreuzsteinach oder Schönau (trotz der Baustellen), bis rüber in den Odenwaldkreis, nach Finkenbach oder Rothenberg, reicht das Einzugsgebiet. Natürlich ist die Großgemeinde Wald-Michelbach nicht zu vergessen, ebenso wie die südlich gelegeneren Heddesbacher oder Hirschhorner. Das zeigt, welchen Stellenwert die Veranstaltung inzwischen genießt. Dieses Mal wurden sogar Besucher aus dem Emsland erwartet.

An die 50 Vereinsmitglieder kümmern sich den ganzen Tag über ums Wohl der Gäste. „Wir brauchen immer mehr Leute“, macht Wiegel deutlich, dass es „rund“ geht. Wenn es brummt, packen selbst die an, die eigentlich keinen Dienst haben. Lederhosen und Dirndl waren sind keine Pflicht für die ehrenamtlichen Helfer, aber sie gehen „mit gutem Beispiel voran“ und verleiten somit etliche Besucher dazu, ebenfalls die „Krachlederne“ auszupacken oder sich ins schmucke Dirndl zu werfen.

Polka, Walzer und Märsche bis hin zu modernen Stücken stehen auf dem Programm der Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Die spielt zum Mittagessen und danach unter der Leitung von Christian Schuppel Open-Air bis in die Nachmittagsstunden auf. Das „Schimmeldewäer Lied“ zum Abschluss darf traditionsgemäß natürlich nicht fehlen.

Der großen Sause gehen viele Tage harte Arbeit voraus. Zuerst wird das Festzelt in einer Größe fast wie bei der Kerwe gestellt, im Vorfeld dann auch die unzähligen Bierbankgarnituren, der Ausschank vorbereitet, die Dekoration erledigt. Auch der Kinderchor „Cantante Cintura Kids“ bringt sich stark ein. Die Kinder helfen kräftig in den Stoßzeiten mit, in dem sie sich ums Abräumen der Teller und Gläser kümmern. Vorher schmücken sie alles und richten die Tische her.

„Die Vorbereitungen sind sehr gut gelaufen“, freut sich Jöst darüber, „dass die Mitglieder voll mit angepackt haben“. Er ist wieder sehr zufrieden mit der Resonanz: Wie immer war das Oktoberfest sehr gut besucht. Der Aufwand hat sich wie üblich gelohnt und ist der beste Ansporn dafür, nächstes Jahr wieder loszulegen.                       tom

 

Info: Die vierte Überwälder Chorgala des MGV Sängerbund findet am Sonntag, 13. Oktober, statt. Der Verein hat sich dafür einen besonderen Gast eingeladen: den Maulbronner Kammerchor unter der Leitung von Benjamin Hartmann mit seinem A-cappella-Projekt „Ruhe, bitte!“. Auftreten werden auch die drei MGV-Ensembles: der Männerchor unter Leitung von Hans-Joachim Karl, der Frauenchor mit Dirigentin Anna Stumpf und „Cantante Cintura Kids“ von Katharina Zink. Ort ist um 17 Uhr die katholische Kirche St. Johannes der Täufer. Eintritt frei.

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