Bei Kälte rutscht man enger zusammen

Wenn’s draußen ungemütlich wird, rutscht man einfach in der mollig-warmen Grillhütte etwas enger zusammen: Der TSV Gras-Ellenbach kann bei seinem Oktoberfest in der Strieth auf seine treuen Gäste zählen, die im Überwald etwas bayrische Stimmung aufkommen lassen wollen und es sich bei Weißwurst und Schmucker-Festbier gutgehen lassen. Denn sie wissen, dass der Verein allerlei leckere Sachen auftischt und aus dem Hahn lässt.

Die „Haxen von Hagen“ sind dabei die Klassiker. Die Nachfrage nach der Spezialität vom Fernsehkoch aus dem Landgasthof ist groß, sodass bald Nachschub geholt werden muss. Schnitzel mit Kartoffelsalat steuert die Metzgerei Müller aus Affolterbach bei. Bei der Premiere 2016 war es gleich ein großer Erfolg, und die Fortsetzungen lief ebenso zufriedenstellend ab: Kein Wunder, dass der TSV Gras-Ellenbach wieder ein Oktoberfest veranstaltete.

Maßbier, Haxen, Nürnberger und Weißwürste gingen in großer Zahl über die Theke. Besonders am Nachmittag, wie es der TSV vom Vatertagsfest an der Strieth-Grillhütte kennt, füllten sich bei Unterhaltungsmusik die Bierbankgarnituren zusehends mit Gästen. Mit dem Maßkrugschieben hatte der Verein noch eine Gaudi-Attraktion auf dem Programm, die auf viel Zuspruch stieß.

„Wir haben uns ein neues Zelt geleistet“, wies Festwirt Jens Michel auf den Regen- und Windschutz hin. In das sieben auf vier Meter große Konstrukt passen sechs Bierbank-Garnituren. Sowohl für die internen Vereinsfest als auch das Vatertagsevent wird es von Nutzen sein. Auch die Oktoberfest-Besucher, vor allem aus der Großgemeinde angefahren und angewandert, wussten den Unterstand zu schätzen.

Der TSV hatte im Sportlerheim früher schon einen bayrischen Abend veranstaltet. Die Odenwaldstuben waren mit einem Oktoberfest am Tag der deutschen Einheit vertreten. Nachdem das Lokal zumachte, schmiss der Verein beides zusammen und veranstaltet es nun an der vom ihm fest gepachteten Grillhütte. Mit Unterstützung von Attila Fodor, dem Sohn des Odenwaldstuben-Betreibers.

„Wir wollten das Fest für die Ortsbevölkerung fortführen“, betonte Michel. Und außerdem kann der Verein den daraus erzielten Erlös für seine Aktivitäten gut gebrauchen. Das schöne Ambiente im Tal kommt bestens an. Auch wenn sich die Wolken den ganzen Tag über mehr oder weniger hielten und ein etwas kühler Wind ging, trauten sich immer mehr Besucher in die Strieth.

Jens Michel konnte bei der Organisation auf vielfältige Hilfe aus allen Abteilungen des Vereins zählen. „Alles hat wunderbar geklappt“, freute er sich. Über 20 Dienste galt es im Vorfeld zu belegen, wozu sich genug Mitglieder fanden. Neben Dirndl und Krachlederner bei den TSV-Helfern war natürlich auch die Deko in Weiß-Blau gehalten. Wie die Speisekarte. Weißwurst mit Brezn, Nürnberger, Schnitzel mit Kartoffelsalat und Kraut oder Knödel befriedigten die kulinarischen Gelüste. Dazu noch die Maß Schmucker-Festbier und zum Abschluss auf den vollen Magen bayrische Schnäpse zum Verdauen. Mehr geht nicht.

Obwohl, vielleicht doch: Das große Salatbüffet und die vielen Kuchen waren von der Ortsbevölkerung gespendet worden. Gerade der Kuchen bildete aufgrund der Größe der Stücke fast schon eine komplette Mahlzeit für sich. Und das zu Preisen, wie man sie auf dem Oktoberfest in München bestimmt nicht findet, betonte Michel. Die gestandenen Mannsbilder durften sich am Maßkrugschieben versuchen. Wer den gefüllten Krug am besten in den mittleren Kreis bugsierte, dem winkten Preise. Dazu gab’s auch en bekannten Nagelwettbewerb.

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