Großes Lob vom Komponisten Schronen

Nach den Erfolgen des ersten Halbjahrs und den zwei Golddiplomen für den Wald-Michelbacher Chor Union stand nun ein musikalischer Wettstreit außerhalb der Heimatregion an. Die Sänger nahmen an den musikalischen Festtagen des Liederkranzes Pohl-Göns, einem Stadtteil von Butzbach im hessischen Wetteraukreis, teil. Mit einem Golddiplom, dem ersten Klassenpreis und dem Sonderpreis des Komponisten war man sehr erfolgreich.

Der Chor nahm am Volksliederwettbewerb teil und hatte sich für die Klasse M3 (Männerchöre bis 28 Stimmen) gemeldet. Hier traf er auf zwei Mitstreiter: einen Chor aus Delkenheim bei Wiesbaden und einen aus Niederzeuzheim bei Limburg. Beim Einsingen war schnell klar, dass die Sänger an diesem Tag in Top-Form waren und sich die intensive Probenarbeit gelohnt hatte. Hans-Joachim Karl hatte die vergangenen Monate viel Zeit mit der Arbeit am Klangbild verbracht und nicht nur an den richtigen Klängen, sondern auch den passenden Obertönen getüftelt.

Bereits bei den Auftritten im ersten Halbjahr war die Umsetzung teilweise gelungen und hatte zu den hervorragenden Bewertungen geführt. Beim Auftritt in Pohl-Göns sollte aber noch einmal ein deutlicher Fortschritt zu hören sein. Die Sänger wussten, dass dies auch nötig sein würde, trafen sie doch mit dem Klangkörper aus Niederzeuzheim unter der Leitung von Jürgen Faßbender auf einen sehr starken Konkurrenten, der bekannt ist für ein hervorragendes Klangbild.

Besonders interessant wurde es, als klar wurde, dass beide Chöre ein Stück von Komponist Alwin Schronen vorbereitet hatten, der an diesem Tag auch Teil der Jury sein sollte. Die Sänger aus Wald-Michelbach trugen als letzte ihrer Klasse das „Abendständchen“ von August Härtel, „Kein Feuer, keine Kohle“ von Alwin M. Schronen und „Ezekiel saw the wheel“ von Howard Helvey vor.

Publikum und Sänger spürten bereits nach dem ersten Stück, dass es sich um ein Wettstreit auf Augenhöhe mit den Niederzeuzheimern handelte. Beim zweiten Lied wanderten die Augen der Mitwirkenden immer mal wieder zum Komponisten, der gespannt der Darbietung lauschte. Den Abschluss machte man mit einem rhythmischen Spiritual und wurde für alle drei Stücke mit lautem Applaus des Publikums belohnt.

Im Nachgang zum Auftritt wurden Chorleiter Karl und die Mitwirkenden von Zuhörern mehrfach auf das besondere Klangerlebnis angesprochen. Wiederholt wurden die Kompaktheit des Klangs und die überzeugende Darbietung gelobt. Mit Spannung erwartete man deshalb die Bekanntgabe der Wertungen. Jurymitglied Stefan Class hob hervor, dass die Jury an beiden Wettbewerbstagen bei allen Entscheidungen sehr einheitliche Einschätzungen hatte.

Festdirigent Martin Winkler verlas die vergebenen Noten, die sich auf die technische und künstlerische Ausführung von Chor und Chorleiter beim gesamten Auftritt bezogen. Schnell wurde klar, dass die Jury bei der Vergabe das volle Spektrum der Bewertungen nutzte. So gab es neben Bronze-, Silber- und Golddiplomen auch einen Chor ohne alles. Die Gesamtwertungen reichten von 15,2 bis 22,5 Punkten.

Die Sänger aus Wald-Michelbach warteten gespannt auf die Bekanntgabe der Punkte ihrer Klasse. Niederzeuzheim erhielt eine Gesamtwertung von 22,3 Punkten, ein Golddiplom und die bis dahin höchste Punktzahl des Tages. Nun folgten die Punkte für die Union. Das Staunen war groß, als Winkler exakt die gleiche Wertung wie zuvor vorlas und damit das Kopf-an-Kopf-Rennen bestätigte. Auch die Überwälder wurden mit einem Golddiplom ausgezeichnet.

Dann kam die Überraschung: Winkler verkündete die Vergabe eines Sonderpreises an die Union für die hervorragende Interpretation des Stücks „Kein Feier, keine Kohle“. Diese Auszeichnung freute die Überwälder besonders, da sie ja vom Komponisten selbst kam. Alwin Schronen und seine Gattin sprachen von der besten Interpretation seines Stücks, die bis dato zu hören war. Bei der Klassenwertung entschloss sich die Jury, den ersten Klassenpreis an die zwei punktgleichen Chöre zusammen zu vergeben.

 

Werbeanzeigen