Feuerwehr kann auf ihre treuen Gäste zählen

Entweder die Besucher werden jedes Jahr mehr oder der Hunger der Gekommenen ist immer größer, freute sich Wehrführer Peter Capuani beim Tag der offenen Tür der Abteilung Mitte Wald-Michelbach. Auf jeden Fall halten die Brandschützer jedes Mal mehr Essen vor, das dann in schöner Regelmäßigkeit wieder verputzt wird. 19 Rollbraten mit der entsprechenden Soße waren es jetzt, die am Abend zuvor von den eifrigen Floriansjüngern vorbereitet worden waren.

Aber egal wie groß die Menge ist: Aufgegessen wird sie immer. Um 13 Uhr war auch der letzte Rest Rollbraten verputzt. Über 40 Helfer, etwa drei Viertel der Aktiven aus der Einsatzabteilung, kümmerten sich ums Wohl der Gäste. Die Planung fürs Fest startet schon ein paar Wochen vorher. Wenn es dann in die heiße Phase geht, arbeiten einige Ehrenamtliche ein paar Tage zuvor bereits kräftig, während der Hauptteil am Abend vorher beginnt. Der Gastrokram wird dann aus der alten Wache in der Pestalozzistraße geholt und in der Halle aufgebaut.

Zum vierten Mal hatte die Feuerwehr zum Tag der offenen Tür in ihre neuen Räume eingeladen. Das erste Mal hatte man noch auf der Baustelle gefeiert. Capuani und Vereinsschriftführerin Saskia Kunkel zeigten sich von Resonanz „total begeistert“. Gleich nach dem Start füllte sich das Gerätehaus, in dem die Fahrzeuge einer großen Zahl von Bierbankgarnituren hatten weichen mussten. Aufgrund des kühleren Wetters bleiben fast alle Tore dieses Mal zu. Auf dem Außengelände waren die sonst im Inneren untergebrachten Fahrzeuge zu besichtigen.

Zur richtigen Einstimmung spielte die 28-köpfige Feuerwehrkapelle in einem ersten Set eher Traditionelles wie Polkas, Walzer und Märsche. Nachmittags gab es dann mehr modernere Kompositionen zu hören. Das Löschgruppenfahrzeug (LF) 20 lud Interessierte ein, einmal einen Blick ins Innere dieses großen Geschosses werfen zu können.

Für die Kinder war eine Kletterstange aufgebaut worden, die mit zunehmend besser werdendem Wetter viele Kids zum Kraxeln animierte. So mancher Pimpf kletterte hoch hinauf, wo es den Erwachsenen ganz mulmig wurde. Wem das zu weit oben war, konnte sich auf der Hüpfburg vergnügen. Die war sowieso stark umlagert und schien fast mehr Interesse auf sich zu lenken als die roten Brummer.

Die Klassiker Bier, Bratwurst und Pommes, für die die Fritteuse glühte, wurden von der Jugendfeuerwehr mit Waffeln ergänzt. Nachmittags lockte das riesige Kuchenbüffet mit 50 Varianten. Hier hatten die Wehrleute ebenfalls mit großer Unterstützung aus der Bevölkerung wieder aufgestockt, nachdem in schöner Regelmäßigkeit die Platte geputzt wird. Auch wenn es erst um 11 Uhr losgeht, „stehen die ersten bereits um 10.30 Uhr vor der Tür“, lachte Kunkel. „Aber wir sind gerüstet.“

Mit Blick auf die voll besetzten Bierbankgarnituren rechnete Capuani mit weit über 500 Besuchern an diesem Tag. Einen besonderen, überdachten Platz bekam das neue LF 10/KatS der Feuerwehr Schönmattenwag, vor kurzem erst in Dienst gestellt. Der Wehrführer freute sich, dass immer noch Hausführungen nachgefragt wurden. „Ich war heute bestimmt schon fünf Mal unterwegs“, sagte er. Er zeigte sich mehr als angetan von der Resonanz.

Die ist für ihn ein „Zeichen der Wertschätzung in der Auseinandersetzung mit der Feuerwehr“, betonte Capuani. „Die Feuerwehr ist eigentlich eine Bürgerinitiative“, sagte er. In ihr sind „Bürger für Bürger tätig“. Auch die Fahrzeuge „sind nicht unsere, sondern gehören der ganzen Bürgerschaft“, hob der Kommandant hervor.

Natürlich ist eine Veranstaltung wie der Tag der offenen Tür auch eine willkommene Einnahmequelle für die Wehr. Die Einnahmen fließen über den Verein „wieder in den Brandschutz zurück“, verdeutlichte Saskia Kunkel. Damit kommen sie auch der Bevölkerung zugute. Die Brandschützer können damit Dinge umsetzen, für die die Gemeinde eventuell nicht die Mittel hat. Man erspare damit der Kommune Ausgaben, so Capuani.

Die Einsätze bewegen sich dieses Jahr im Durchschnitt, erläuterte er. In den vergangenen Wochen waren es ein paar mehr, davor war jedoch etwas weniger los. 60 bis 70 Einsätze kommen in der Abteilung Mitte auf diese Weise zusammen. Für den Anfang des Jahres ins Ried verlegten Gerätewagen Strahlenspürtrupp, dessen Abzug Capuani scharf kritisiert hatte, soll jetzt auf kommunaler Eben ein „kleiner Bruder“ beschafft werden: ein Strahlen-Messfahrzeug.                                tom

 

Info: Die Freiwillige Feuerwehr Wald-Michelbach Mitte steckt bereits mitten in den Planungen für das Jubiläumsjahr 2020. Dann wird die Abteilung 125 Jahre alt. Das wird mit 14 Veranstaltungen vom 1. Januar bis 31. Dezember gefeiert. „Eine Riesenherausforderung“, sagt Wehrführer Peter Capuani. Die Planungen nehmen immer mehr Fahrt auf.

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