Aus der Übung wurde plötzlich Ernst

Die gestellten Aufgaben wurden erreicht, auch wenn es ein paar Kritikpunkte gab: Gemeindebrandinspektor Peter Capuani (GBI) war mit der Leistung der Truppe bei der Inspektionsübung im Großen und Ganzen zufrieden. Im Vorfeld wurden das Feuerwehrhaus, die Fahrzeuge und Gerätschaften und die Ausstattung inspiziert, die in der Woche zuvor allesamt einer Grundreinigung unterzogen worden waren.

Anwesend waren in Vertretung des Bürgermeisters der Beigeordnete Manfred Gölz, der Vorsitzende der Gemeindevertretung Nothung Köhler sowie die Gemeindevertreter Stefan Dötsch und Dirk Hennrich. Abgenommen wurde die Übung von Capuani und seinem Stellvertreter Christian Eck, die dabei vom Wehrführerteam der Großgemeinde unterstützt wurden. Zur Inspektion angetreten waren neben der Feuerwehrkapelle und einigen Vertretern der Ehren- und Altersabteilung 38 Mitglieder der Einsatzabteilung, darunter 15 Atemschutzgeräteträger.

Das Übungsobjekt befand sich in der Schwalbengasse. Dort wurde der Brand einer Freisitz-Überdachung im dritten Obergeschoss angenommen. Dabei stürzte ein Dachdecker ab und zog sich unter anderem eine Rückenverletzung zu. Einsatzleiter war Zugführer Jörg May. Er leitete nach einer ersten Erkundung sowohl Menschenrettung als auch Brandbekämpfung ein. Dazu kamen die Maßnahmen für die technische Rettung, da die verletzte Person in Form einer Übungspuppe aufgrund des Verletzungsmusters sehr schonend zu transportieren war.

Der Einsatzleiter entschied sich deshalb dafür, eine Seilbahn zu bauen, an der der Verletzte aus dem dritten Stock auf Straßenniveau hinuntergebracht wurde. Parallel dazu kümmerten sich zwei Einheiten um die Wasserversorgung, die sie durch einen Hydranten und den nahegelegenen Bach sicherstellten. Bei der abschließenden Besprechung gab es zwar einige Punkte zu bemängeln, jedoch bestätigte Capuani trotz der Kritik, dass die gestellten Aufgaben gelöst und die Ziele erreicht wurden.

Während der Inspektionsübung entdeckte eine Einsatzkraft Rauch und Brandgeruch in unmittelbarer Nähe zur Wasserentnahmestelle. Sofort wurde reagiert und einige Einsatzkräfte zum Einsatz abgezogen. Ein Müll-/Schuttcontainer mit Kartonage und Holz war in Brand geraten. Aufgrund der sehr kurzen Anfahrts- und Reaktionszeit konnte der Brand innerhalb weniger Minuten gelöscht und „Feuer aus“ gemeldet werden. Im Einsatz war ein Trupp unter Atemschutz sowie die beiden Löschfahrzeuge. Anschließend kehrten die Einsatzkräfte zur Übung zurück, sodass diese beendet werden konnte.

Am nächsten Tag war die Wehr gleich wieder im Einsatz. Im oberen Stockwerk eines ehemaligen Supermarktes waren deutliche Katzengeräusche zu vernehmen, bekamen die Wehrleute gemeldet. Die Anwohner waren nicht anzutreffen. Damit keine Tür geöffnet werden musste, brachte man die Anhängeleiter in Stellung, sodass die Helfer einen Einblick erhielten. Erkenntlich war ein im gekippten Fenster eingeklemmtes Katzenbaby.

In Rücksprache mit der Polizei durften der Balkon und die Wohnung betreten werden. „Wir befreiten behutsam das Katzenbaby aus der misslichen Lage“, so die Mitteilung. Ebenfalls traf man in der Wohnung die vermutliche Katzenmutter an. „Wir kümmerten uns umgehend um die verängstigten Katzen“, heißt es weiter. Während des Einsatzes wurden bereits Tierärzte in der Umgebung kontaktiert, damit eine anschließende Untersuchung und Unterkunft für die Tiere ermöglicht war. Foto: Feuerwehr

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