Volxx-Liga heizte dem Kerwevolk ein

Ein wenig Wehmut schwang mit, als die Wählemer Kerweband die viertägige Sause am Freitag eröffnete. Denn es sollte nach zehn Jahren der letzte Auftritt der Kombo sein. Der war wie immer sehr gelungen – wie auch das Oktoberfest am Folgetag in seiner siebten Auflage, dieses Mal mit „Volxx-Liga“. Hier hieß es wieder wie bereits in den Vorjahren: volles Haus mit 700 Gästen und Stimmung bis 2 Uhr nachts.

Am Nachmittag war die etwa 30-köpfige Kerwejugend im Ort unterwegs, um das große Fest „auszuschellen“ und die Ortsbevölkerung darauf hinzuweisen, dass nun Ausnahmezustand herrscht. An vielen, oft schon bekannten Stationen im Dorf wie den Familien Morr und Buchhaus wurden die Schellenden mit Festem und Flüssigem verpflegt. Der Kerweverein „Bohnestegge“ betrieb in bewährter Manier am Wegesrand eine kleine Bar.

Bollerwagen, Musik und Sirene machten auch dem Letzten klar, dass jetzt die große Sause beginnt. „Alle sind gut verköstigt angekommen“, schmunzelte die zweite Vorsitzende Julia Mühlfeld. „Es gab keine Ausfälle.“ In den Gaststätten wurde auch wieder Marschverpflegung gereicht sodass keiner auf dem Weg schlappmachte.

Den offiziellen Start bildete wie immer der traditionelle Fassbieranstich durch Bürgermeister Markus Röth, Kerwepfarrer Fabien Morr samt Mundschenk Sandro Eisenhauer sowie das Kerwepaar Manuela Eisenhauer und Klaus Fischer, moralisch unterstützt von der Kerwejugend. Das Zelt war zum Auftakt der Kerweband gut gefüllt und wie immer war die Tanzfläche von Beginn an umlagert. Die eingefleischten Wählemer lieben es, Musik zu machen und haben schon alle in verschiedenen Bands über viele Jahre hinweg ihr Hobby gepflegt.

Jeder bringt seine Erfahrungen mit ein und immer wird auch nach aktuellen Hits geschaut, die vertont werden können. Fünf bis sechs Mal wird vor der Kerwe geprobt und dann sitzt alles. Das wissen die Besucher zu schätzen. Von Purs „Hör gut zu“ über „Cordula Grün“ bis hin zu „Purple Rain“ war alles dabei. Die Kerweband bekam im Anschluss von der Kerwejugend individuelle Präsente. David Berg hielt eine anrührende Dankesrede, sodass ein paar Tränchen verdrückt werden mussten.

Schon zu Beginn gab’s ein Highlight, das bei den „Bohnestegge“-Machern nach dem ersten großen Schreck für viel Freude sorgte. Nachdem die Schausteller am Mittwoch abgesagt hatten und somit die Gefahr bestand, dass keine Fahrgeschäfte da sein würden, gelang es rasend schnell, einen kleinen Ersatz zu besorgen.

Vorstandsmitglied Johanna Sattler organisierte am Freitag um 18 Uhr noch ein Mini-Kettenkarussell, dass von drei spontanen Wählemern (Edwin Berg, Sebastian Werner und Martin Keil) in Höchst/Odenwald abgeholt wurde. „Die drei kamen gegen 21.30 Uhr im Festzelt an und wurden wie Helden gefeiert, weil sie den Schaden für die kleinen Kerwebesucher wenigstens ein bisschen begrenzen konnten“, freute sich Mühlfeld.

Das siebte Oktoberfest war wie immer eine Bank für den Verein: „Fast 700 Leute im Zelt, eine sehr gute Band, tolle Bühnenshow“, bilanzierte sie. Über 300 Karten gingen bereits Mitte Juli im Vorverkauf innerhalb von wenigen Stunden weg wie die warmen Brezn. Apropos Bank: Die Besucher standen schon ersten Song auf den Bänken – in Wahlen Standard. Dazu die traditionellen Gastauftritte des Wählemers Sascha Fischer bei „Westerland“ und „Narcotic“. Das Festzelt kochte. Mit Weißwurst, Haxen, Brezn und Maßbier hatte der Kerweverein neben der stimmigen blau-weißen Atmosphäre natürlich die entsprechende Oktoberfest-Verpflegung in petto.

Bis 2 Uhr in der Früh unterhielten die Jungs und Mädels der Volxx-Liga aus Franken mit ihren Versionen von bekannten Volksmusik-, Schlager-, Rock- und Popsongs. Professionelle Animation und ein überzeugender Auftritt bescherte der Gruppe viel Applaus und Zugabe-Rufe. Danach wurde es langsam leerer, aber einige hielten noch etwas länger durch.

Die beiden Sänger Tim Roppelt und Marina Pechmann, unterstützt von Sylvana Lenzschau (Bass), Nox Hirt (Keyboards, Akkordeon, Saxofon), Nico Pechmann (Gitarre) und Benny Andreas (Schlagzeug), sorgten dafür, dass die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt wurde – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke oder Heavy-Metal-Songs. Quasi von Andreas Gabalier bis AC/DC.

Aber natürlich hatte die Band dem Anlass entsprechend vor allem im zweiten Set etliche volkstümliche Stücke im Gepäck, die bewiesen, warum sie im vergangenen fünf Mal auf dem Cannstatter Wasen auftrat. Die „Volxx“-Musik wird sogar bis nach Norddeutschland gern gehört, weiß Nico Pechmann von einem Auftritt in Hannover. Für den Kerweverein ist klar: „Wir waren super zufrieden.“