175 Kilo der tollen Knolle wurden verarbeitet

Alles drehte sich um die Kartoffel. 175 Kilo der tollen Knolle, bezogen von örtlichen Geschäftsleuten, wurden beim 21. Kartoffelfest in Gadern zu wohlschmeckenden Produkten verarbeitet, die einen immer größeren Zuspruch finden. Deshalb waren die drei veranstaltenden örtlichen Vereine, Gesangverein Frohsinn, Gymnastikgruppe und Feuerwehr, nach dem arbeitsreichen Tag auch mehr als erfreut, wieder so viele Gäste am Alten Schulhaus begrüßt zu haben. Kartoffelwurst-, -gemüse, -suppe, -wurst und –salat fanden zahlreiche Abnehmer. Mehrere 100 Besucher dürften sich auf den Weg nach Gadern gemacht haben.

Vor 20 Jahren rief der Gesangverein das Fest ins Leben, um die Geselligkeit im Ort zu pflegen und ein bisschen Geld in die Vereinskasse zu bringen, weiß Christel Beisel. Denn der Besuch von Sängerfesten und das Salär des Dirigenten wollten finanziert werden. Außerdem ging es darum, die Bevölkerung im Ort zusammenzuführen und die Gemeinschaft hoch zu halten. Und das mit traditionellen Odenwälder Gerichten, wie man sie sonst praktisch nicht mehr findet. „Unsere Gegend hatte immer einen Bezug zu den Kartoffeln“, sagt sie.

Dass die Sänger mit dem Kartoffelfest einen Nerv getroffen hatten, zeigte der stetig wachsende Besuch. Auch bei der 21. Ausführung waren um die Mittagszeit bei herrlichem, fast zu heißem Wetter die beiden Zelte voll besetzt. Renner waren wie immer die Kartoffelpuffer, vor deren Ausgabeplatz sich sogar eine längere Schlange bildete.

Aber auch das Kartoffelgemüse wurde stark nachgefragt. Bekannt ist das Kartoffelfest daneben für sein reichhaltiges Kuchenbüffet mit der Spezialität Zwetschenkuchen. Allein acht von diesen waren von den Frauen im Ort gebacken worden. Dazu kamen noch einmal 15 weitere leckere Versuchungen.

Beisel durfte viele Stammgäste begrüßen. Nicht nur aus dem Ort selbst, sondern auch aus der Großgemeinde und darüber hinaus. Konnte der Frohsinn schon in den Vorjahren bei der Ausrichtung des Fests immer auf die helfenden Hände von Feuerwehr und Gymnastikgruppe zählen, so stiegen diese bei der jetzigen Ausführung gleich komplett mit in die Orga ein, denn die Sängerinnen und Sänger werden leider immer weniger.

Allein wäre die Veranstaltung für den GV nicht mehr zu stemmen, bedauert Beisel. „Wir sind zu wenige und die sind alle zwischen 70 und 90 Jahren alt.“ Wobei ein Großteil sowieso meistens von den Gleichen geleistet wird. Die größte Arbeit steckt in der Vorbereitung. Beim Zeltaufbau packen die Brandschützer mit an. Die Einteilung der Helfer ist dann eher Sache der anderen beiden Vereine.

„Wir wollen das traditionelle Fest nicht sterben lassen“, hebt Feuerwehr-Kommandant Christian Eck hervor. Die Zusammenarbeit der drei Ortsvereine ist durch die gemeinsam veranstaltete Kerwe bereits bestens eingespielt. „Das ist bewährtes Teamwork und läuft Hand in Hand“, freut er sich. Etliche Eimer Teig wurden in Handarbeit für die Kartoffelpuffer hergestellt. Dazu kam noch literweise Suppe. Allein hierfür dürften zwei Zentner Kartoffeln verarbeitet worden sein.

Noch einmal 75 Kilo waren es dann fürs Gemüse und den Kartoffelsalat. Um alles herzustellen, saßen die Frauen den Samstag über beisammen, schälten und schnippelten die Erdfrüchte. Rund um die Veranstaltung waren bestimmt 40 bis 50 Helfer im Einsatz, schätzt die Vorsitzende. Darunter sind auch noch ein paar aus den Anfangstagen vor zwei Jahrzehnten, als es ins Leben gerufen wurde. Den Erlös teilen die Ortsvereine wie immer gerecht auf.

Der schönste Lohn ist das Lob der Besucher für die selbst hergestellten Produkte. „Es hat wieder super geschmeckt“, bekommen die Aktiven zu hören. „Einfach so wie früher.“ Dass reichlich zugelangt wurde, zeigte sich frühen Nachmittag. Da musste man Bratwurst-Nachschub holen. Wer etwas zum Verdauen brauchte, fand ebenfalls Abhilfe. Der Generationssprung bei der Zubereitung der Leckereien hat geklappt, schmunzelt Eck. „Die Älteren haben ihre Tipps an die Jüngeren weitergegeben.“

Er sieht das Fest als Selbstläufer, das Gäste von weiter her anlockt. „Die kamen in den Vorjahren per Zufall mal vorbei und wissen, dass wir immer am letzten Sonntag im August feiern.“ Dazu kommt noch das Angebot in einer Form, „wie man es sonst kaum noch findet“. Das sorgt dann dafür, dass zur Mittagszeit alle 200 Plätze belegt sind und die Helfer nicht nur wegen der Wärme ins Schwitzen kommen.

Bild: https://www.marions-kochbuch.de