Profi-Werkzeug auf dem aktuellen Stand der Technik

Ein großer Tag für die fusionierte Ortsteil-Feuerwehr Schönmattenwag. Das neue Löschgruppenfahrzeug LF 10 KatS wurde jetzt eingeweiht. Dazu begrüßten die Brandschützer am Haus des Gastes zahlreiche Vertreter anderer Wehren, dazu etliche Kommunalpolitiker und Bürger aus beiden Ortsteilen, die das neue Gerät zuvor in Augenschein nehmen konnten. Für die musikalische Umrahmung sorgte die Feuerwehrkapelle Wald-Michelbach. Geweiht wurde das Fahrzeug im Anschluss von Pfarrer Peter Pristas.

Bürgermeister Dr. Sascha Weber lobte die nach der Fusion der Einsatzabteilungen vor drei Jahren entstandene „schlagkräftige Truppe“, die auch ein entsprechendes Fahrzeug benötigte. Es dauerte mehr als drei Jahre nach dem Antrag, bis das LF 10 im Überwald ankam. Der Rathauschef sprach in diesem Zusammenhang die gute Zusammenarbeit aller Beteiligter an. Weber ernannte im Anschluss noch die stellvertretenden Wehrführer Daniel Simonis und Arne Großmann (Gadern) und Marc Ritter (Schönmattenwag) zu Ehrenbeamten.

Die beiden alten Vehikel der früheren Ortsteilwehren, 27 und 32 Jahre alt, „haben den Ruhestand verdient“, sagte Kreisbrandmeister Sven Falter. Ein Profi-Werkzeug auf dem aktuellen Stand der Technik erfordert auch die entsprechend ausgebildeten Profis, „die wissen damit um zugehen“, betonte Falter. Er stellte in diesem Zusammenhang die hohe Aus-, Weiterbildungs- und Übungsbereitschaft der Schimmeldewäer Wehrleute heraus.

Einen Zeitsprung hin zur Anschaffung der beiden alten Fahrzeuge unternahm Gemeindebrandinspektor (GBI) Peter Capuani. 1992 erhielt die Feuerwehr Unter-Schönmattenwag als Ersatz für das in die Jahre gekommene LF 8 aus der Zeit vor der Gebietsreform ein neues TSF-W. Das „Downgrade“ wurde nur mit deutlichem Murren hingenommen, schmunzelte er. Allerdings sei es aus heutiger Sicht die richtige Entscheidung gewesen.

Bereits fünf Jahre zuvor wurde in Ober-Schönmattenwag ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) in Dienst gestellt. Damit hielt auch dort der Atemschutz Einzug, immerhin fünf Jahre früher als im unteren Ortsteil. „Heute stehen wir wieder an einer Schwelle“, so der GBI. Diese wird, war er sicher, „ebenso bedeutend sein wie die erstmalige Ausstattung mit Atemschutz vor 32 Jahren“.

Aus zwei mach eins, lautete heute die Devise. An der Zusammenführung der Einsatzabteilungen der beiden Ortsteile sehe man, dass daraus etwas Großartiges entstehen kann, hob der GBI hervor. Aus zwei Dorffeuerwehren mit zwei wenig funktionalen Feuerwehrhäusern erwuchs eine ernstzunehmende, schlagkräftige junge Wehr mit einem erstklassigen Ausbildungsstand und hoher Motivation.

Was fehlte, war die passende Ausstattung und Unterbringung, sagte Capuani. Ersteres wurde mit Anschaffung des LF 10-KAtS gelöst. Das zweite ist bereits in die Wege geleitet, denn der Zuwendungsbescheid für den Neu-, An- und Umbau des Feuerwehrhauses soll demnächst ins Haus flattern. „Damit bekommt das neue Fahrzeug auch ein passendes Zuhause und die Gemeindefeuerwehr endlich die längst überfällige Schlauchpflegeanlage“, freute er sich.

Die Förderung des Landes für das neue Geschoss „ist aber weder einem besonderen Wohlwollen geschuldet, noch ein Geschenk“, betonte er. Sie sei die Gegenleistung für die Bereitschaft aller Kameraden der Großgemeinde, mit diesem Fahrzeug und weiteren bei Katastrophen in Hessen oder auch in der ganzen Republik Hilfe zu leisten. Und so sei es auch ausgestattet: robust, mit ausgereifter Technik, ohne Schnickschnack. Dieses Gerät entstammt der neunten Generation „und ist das Ergebnis langjähriger Erfahrung“.

Die Aufgabe, den Brandschutz organisatorisch und ausstattungstechnisch aktuell zu halten, ist keine Einzelmaßnahme, sondern ein nicht endender Prozess, meinte Capuani. Somit sei „das LF 10 ein Schritt in die richtige Richtung“, aber nicht der Punkt, um sich zufrieden zurückzulehnen. Denn um den gestellten Aufgaben gerecht werden zu können, sollte mittelfristig noch ein GW-Logistik her, um den Problemen der Wasserversorgung entgegenzuwirken und den Schlauchservice für die Gesamtgemeinde durchführen zu können.

Steffen Hopp übergab seitens der Firma Ziegler als Geschenk ein Bild der Abholung des Fahrzeugs. Die ist schon ein paar Wochen her. Die Zeit nutzten die Brandschützer, um sich mit dem 13-Tonnen-Geschoss vertraut zu machen. Auch seine Feuertaufe hat es bereits bestanden. Den Schlüssel gab Wehrführer Tobias Walter gleich an die Gerätewarte weiter. Walter ergänzte, die „tolle Truppe“ sei nach der Fusion zu einer Familie zusammengewachsen und hob das „schöne Gemeinschaftsprojekt“ hervor. Den Reigen der Grußworte beschloss Ortsvorsteher Hans-Dieter Martin.

 

 

Beim LF 10-KatS handelt es sich um ein 13 Tonnen Mercedes-Benz-Atego-Allrad-Fahrgestell mit 231 PS, gepaart mit einem Ziegler ALPAS-Aufbau und einem bewährten Aluminium Paneelprofil. Eingebaut ist ein Löschwasserbehälter mit 1200 Litern, dem doppelten Volumen, das bisher mit dem TSF-W zur Verfügung stand. Ergänzt wird das durch eine fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe FPN 10-2000, die in der Lage ist, das gesamte Tankvolumen in 36 Sekunden zu fördern. Darüber hinaus verfügt das Fahrzeug noch über eine ebenso leistungsfähige Tragkraftspritze. Neben einem brandaktuellen Euro-6-Motor ist die gesamte Beleuchtung in LED-Technik ausgeführt, nicht nur die Umfeldbeleuchtung, auch der eingebaute pneumatische Lichtmast mit acht LED-Strahlern. Die Besatzung setzt sich aus neun Einsatzkräften zusammen.

Der Grundpreis von Fahrgestell und Aufbau belief sich 188.000 Euro. Davon musste die Gemeinde als Eigenanteil 89.000 Euro tragen. Die individuelle Zusatzausstattung schlägt mit 29.000 Euro zu Buche. Zusätzliche Belastung und altersbedingte Ersatzbeladung (so eine Tragkraftspritze „Ziegler Ultra Power 4) kosteten 42.600 Euro, womit die Gemeinde insgesamt fast 161.000 Euro bezahlte.

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