Themen: Barrierefreiheit und gesundheitliche Versorgung

Der Sachstandsbericht über die bisherigen Aktivitäten des Seniorenbeirats stand im Mittelpunkt der ersten öffentlichen Sitzung im Ratssaal. Es ging außerdem um den Stand des Fragenbogens zur Barrierefreiheit und die damit verbundenen Fragen an den Gemeindevorstand. Zu diesem Punkt und zur gesundheitlichen Versorgung in Wald-Michelbach gab es unter den etwa 25 Anwesenden eine rege Diskussion.

Seit über einem Jahr beschäftigte sich die Gemeinde mit der Gründung eines Seniorenbeirates, erläuterte Vorsitzender Matthias Vercrüsse. Nach mehreren Anläufen erfolgte Anfang Mai die Gründung. „Wir sehen unsere Aufgabe in der Unterstützung und Förderung älterer Menschen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens“, sagte er. Man wolle die Bedürfnisse der Senioren bündeln und an die Ausschüsse sowie Gremien der Gemeinde weiterleiten.

Laut seinem Statement sind 25 Prozent der Einwohner von Wald-Michelbach über 65 Jahre alt. Deshalb sei es wichtig, eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Seniorenbeirat und diesen aufzubauen. „Nur im Dialog können wir seniorenrelevante Fragen an die Kommune weiterleiten“, betonte Vercrüsse. Er nannte als Beispiel die Bereiche Infrastruktur und Verkehrsmaßnahmen, Sozial- und Gesundheitswesen, Altenhilfeplanung oder Beratungsangebote.

Weiter geht es aber auch um Konzeption von altersgerechtem Wohnen, Freizeit-, Kultur- und Sportangebote, Bildung und Weiterbildung, Zusammenarbeit mit Trägern der Altenhilfe und mit in der Altenhilfe tätigen Organisationen sowie die Förderung von Selbsthilfeorganisationen. Der Seniorenbeirat berate und unterstütze die Gemeindeorgane in Angelegenheiten, die ältere Einwohner betreffen und vertritt deren Interessen.

Wie der Vorsitzende betonte, gibt es ein Anhörungs-, Vorschlags- und Rederecht für den Seniorenbeirat in den Gremien. „Dieses wollen wir in vollem Umfang nutzen und bauen auf die Mithilfe der älteren Menschen.“ Man sei jedoch bei diesen Themen auch offen „für jüngere Bürger, die sich an uns wenden“.

Beim ersten Treffen wurden bereits einige dieser Themen angesprochen. So ging es um die Barrierefreiheit innerhalb Wald-Michelbachs und den Fortschritt des Fragebogens dazu. Auch wurden die Teilnahme an Sitzungen der Ortsbeiräte, Sprechstunden für Senioren und die Art der internen Kommunikation thematisiert.

Die Seniorenvertreter, listete Vercrüsse auf, nahmen in den vergangenen eineinhalb Monaten bereits an mehreren Veranstaltungen teil: Seniorenausflug, Jugend-, Senioren-, Sport- und Kulturausschuss oder Gemeindevertretersitzung, um nur einige zu nennen.

Eine rege Diskussion über Barrierefreiheit und gesundheitliche Versorgung in Wald-Michelbach schloss sich an. Tenor: Um überhaupt eine Anfrage an die Gemeindevertretung zu stellen, sollte erst einmal eine Zustandsanalyse erstellt werden. Diese Anfrage wird nunmehr formuliert. Eine Rollstuhlfahrerin machte auf Punkte aufmerksam, die ihr Schwierigkeiten bereiten: Bordsteinkanten, Schotterwege, Laden- und Geschäftseingänge. Die Zahl der Seh- und Hörgeschädigten in Wald-Michelbach ist nicht bekannt, ergab eine entsprechende Anfrage aus Besucherkreisen.

Vercrüsse ergänzte, dass der Seniorenbeirat eine Sprechstunde im Rathaus einrichten will. Diese soll einmal im Quartal stattfinden, bei Bedarf ist aber eine Änderung möglich. Angeregt wurde darüber hinaus die Teilnahme am Kreis- und Bezirksseniorenbeirat. Außerdem gab es die Initiative, eine Studie zur Untersuchung der „Lebensqualität der über 65-Jährigen im Überwald“ in Auftrag zu geben. Zur Finanzierung sollte man bei verschiedenen Stiftungen anfragen.                           tom

 

Info: Nächste öffentliche Sitzung des Seniorenbeirates ist am Mittwoch, 18. September, um 19.30 Uhr. Der Seniorenbeirat ist unter E-Mail seniorenbeirat@gemeinde-wald-michelbach.de erreichbar.

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