Der Soma-Ausflug ist bei der Kerweredd immer für eine Geschichte gut

Große Sause beim sonntäglichen Kerwenachmittag. Nach dem Fußballspiel der D-Jugend lud der SVA zum Frühschoppen und Familienmittagessen ein. Das wiederbelebte Straßen-Gaudi-Turnier zog danach viele Zuschauer an. Es fand vor etlichen Jahren schon einmal statt und bringt die Teams aus dem ganzen Ort zusammen.

Highlight des heißen Nachmittags: die Predigt im Rahmen der Kerweshow in der Peter-Heckmann-Halle. Kerwepfarrerin Yvonne Jännichen und Mundschenkin Lena Hufler hatten das vergangene Jahr über wieder tief in den Ereignissen des Ortes gegraben und dabei so einiges zu Tage gefördert, was die Betreffenden sicherlich lieber unter dem Deckel gehalten hätten.

Der Tag startete mit dem Kerwegottesdienst von (der echten) evangelischen Pfarrerin Tabea Graichen. Die freute sich über den guten Zuspruch mit 70 Besuchern in der Gustav-Adolf-Kirche. Kerwejugend und Kerweparrerin beteiligen sich mit der Lesung „Hilde Domin, Bitte“. Aus der Bibel kam die Geschichte vom barmherzigen Samariter zum Vortrag, gefolgt von den Fürbitten.

„Musik hält uns zusammen“, betonte Graichen in ihrer Predigt. Sie sei der „Soundtrack unsres Lebens“ und komme etwa in Sport-Hymnen zum Ausdruck. Lieder erinnerten außerdem im Alten Testament an das Volk Israel. „Gott ist nicht nur bei den Siegern“, betonte die Pfarrerin, „sondern erst recht dabei, wenn Lebenswege schwierig sind“. Deshalb, hob sie hervor, „stärkt Singen den Zusammenhalt“.

Viel los war beim Straßenturnier. Vier Mannschaften nahmen teil. Den ersten Platz sicherten sich Gartenweg, Mühlstraße und Salzberg vor der Hauptstraße. Am Roßklingen, Am Hofacker und Hofwiese wurden Dritter vor der Beerfeldener Straße. Ausgespielt wurde ein Wanderpokal, gestiftet von der Kerwepfarrerin. Die Teams wurden von ihren Fans lautstark angefeuert.

Die Gäste wurden erst mit Kaffee und Kuchen verwöhnt, ehe dann die Sportvereinigung die beliebten knusprigen Haxen servierte, um auf die Geschichten und Geschichtchen der Kerwepfarrerin vorzubereiten. So erwischte es die „Übertäter“ nicht auf nüchternen Magen. Jännichen wusste zuerst einmal etwas über ihre Kollegin im Geiste aus der naheliegenden Kirche zu berichten. Denn ein Wandertrip sollte zum Ireneturm gehen, „artete“ dann aber aus und führte unfreiwillig mit glühenden Fußsohlen nach Zotzenbach: „Zugute muss ich halt, sie waren ins Gespräch richtig vertieft und halt am falschen Orte, ä Frau hat halt an manche Tage zu viele Worte“, meinte Jännichen.

Der Ausflug eines Affelbeschers mit dem Moped nach Michelstadt wird diesem lange im Gedächtnis bleiben. Denn wer Gefährt liebt, der schiebt. Erst ruckelte der Untersatz kurz vor der Olfener Höhe, aber „weiter geht’s Buckel nunner, schneller un schneller, man kann ihn kaum sehn, bis nach Hüttenthal, daaa bleibt der Feuerstuhl nun endgültig stehn“. Trotz alledem: „Google Maps hat 15 Kilometer berechnet … ungeloge, soweit hat der nun sei Moped geschobe“.

Der Koffer eines Affelbeschers sollte nicht mit auf den Tagesausflug zum Junggesellenabschied in die Pfalz, aber der Vorgarten als Lagerort war ein schlechter Platz: „Do häwwe ä paar Helde doch den Koffer geklaut, alle Klamotte, auch Unterhose warn weg, einige versaut. Am nächste Tag hat ma dann in ganz Affelboch ein Aufschrei vernumme, denn soi dreckige Klamotte hat ma verstraat im ganze Ort gefunne.“

Der Soma-Ausflug ist bei jeder Kerwepredigt eine Geschichte wert. Dieses Mal wurde ein Hotelbett doch sehr in Mitleidenschaft gezogen, als sich zwei Teilnehmer dort breit machten. „Eine Anzeige vom Hotelier bekamen wir bis dato net ausgesproche, denn ich glaub 2 Füss vom Bett warn zusammegebroche. Aber die Verantwortlichen von der Soma musste am nächste Tag beichte, und beim Herbergsvadder ä Entschädigungszahlung für den Duschvorhang leiste.“ Denn der diente als Decke.

Die Trachtenkapelle Kocherbach sorgte 15 Mann und Frau hoch am Nachmittag für Stimmung. „Kerwe marsch“, „Auf der Kirmes“, „Schützenliesel-“ und „Kuschelpolka“ sowie „Bierwalzer-Potpourri“ versetzten die Gäste vor, während und nach der Kerweredd in Schunkellaune. Früher spielte die Kapelle einen Frühschoppen. Seit drei Jahren wird die Kerweredd umrahmt. Kerwekids und Kindergarten Affolterbach führten später noch ein paar Tänze in der sehr gut besuchten Halle auf.

Am gestrigen Montag war dann Abschiednehmen von der sechstägigen, längsten Kerwe des Überwalds angesagt. Nach dem traditionellen Frühschoppen spielte Alleinunterhalter Harald Walz auf. Zum Mittagessen gab’s noch einmal das traditionelle Wellfleisch. Bei der „Alles muss raus-Party“ purzelten die Preise.

Bild: SVA

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