Grundschule Schimmeldewog bekommt Ganztagsangebot

Das neue Schuljahr wird einen großen Einschnitt in der Geschichte der Grundschule Schimmeldewog bedeuten. Sie wird zu einer Ganztagsschule, worauf das Pädagogen-Team schon einige Zeit hingearbeitet. Die entsprechenden Planungen laufen bereits länger. Bei den Schnuppertagen für die Vorschüler des Kindergartens St. Marien war natürlich auch das erweiterte Angebot Thema. Für die Eltern gab es die entsprechenden Informationen, während ihre Kinder von den Paten mit der Schule vertraut gemacht wurden.

Ein Teil des Ganztagsangebots, montags bis mittwochs immer bis 14.45 Uhr, wird durch ein Landesprogramm kostenfrei gestaltet, erläutert Matthias Dautel. Er bildet zusammen mit Simone Hentschel-Gärtner die Schulleitung. Die anderen beiden Tage und die Zeit bis 16 Uhr muss seinen Worten zufolge bezahlt werden. Aktuell läuft auch die Personalplanung für die Betreuer, die zusammen mit den Lehrern das entsprechende Angebot machen.

Es soll Dautel zufolge Ruhepausen geben, Hausaufgabenbetreuung, AGs wie die Bienen, Projekte, aber auch Vertiefung des vormittäglichen Unterrichts. Das Mittagessen wird über einen Caterer geliefert. In der mittelfristigen Planung des Kreises als Schulträger werde auch über den Neubau einer Mensa nachgedacht. Wie der Pädagoge sagt, sind derzeit zwischen 30 und 40 für das kostenlose Nachmittagsangebot angemeldet, 20 davon für die restliche Zeit.

Derzeit zählt die Grundschule 66 Kinder, wovon 19 zum Ende des Schuljahres auf weiterführende Schulen abgehen. 21 kommen wieder dazu, neben den zwölf aus dem örtlichen Kindergarten auch neun von außerhalb, etwa Wald-Michelbach, Mengelbach oder Langenthal. Das belegt laut Dautel die weiterhin bestehende große Nachfrage nach der in Schönmattenwag praktizierten Unterrichtsmethode mit Freiarbeit.

Dautel findet es gut, „Schule so zu denken, dass auch nachmittags Unterricht stattfindet“. Denn damit kann man den Kindern mehr Zeit geben, das Gelernte zu vertiefen, andererseits durch ein freiwilliges Angebot Ort, Wald und Natur mehr zu integrieren. Mit einer Thematik könne man sich so in mehreren Stunden beschäftigten, was im regulären Unterricht sonst schwieriger sei. Außerdem wird der Ganztagsunterricht teilweise vom Klassenlehrer gehalten, womit dieser in der Lage ist, vormittags angeschnittene Punkte zu vertiefen.

Der Pädagoge weiß um den Bedarf von Ganztagsunterricht „auf dem Land“. Längst arbeiten auch hier beide Elternteile und sind deshalb auf die Betreuung ihrer Sprösslinge angewesen. „Das wird immer mehr nachgefragt.“ Dautel rechnet damit, dass die Nachfrage eher noch steigen wird. Er weist darauf hin, dass es sich um eine „Erweiterung des Lernangebots“ handelt. Eine Referendarin hat bereits neu in der Schule angefangen, Lehrpersonal fürs nächste Schuljahr wird noch gesucht. „Die Mittel dafür sind bereits genehmigt“, lächelt Dautel.

Zwölf neue ABC-Schützen wird die Grundschule Schimmeldewog im kommenden Schuljahr vom örtlichen Kindergarten St. Marien aufnehmen. Damit die sich gleich im neuen Umfeld zuhause fühlen und weniger Eingewöhnungsschwierigkeiten haben, gibt es für die baldigen Erstklässler im ausgehenden Schuljahr drei Schnuppertage im Abstand von zwei bis vier Wochen. Diese haben sich bestens bewährt und machen den Start in den „Ernst des Lebens“ leichter. Denn genau davor soll ihnen die Angst genommen werden – was nach Rückmeldung aus der Elternschaft auch sehr gut gelingt.

Im Kindergarten gibt es spezielle Vorschulprojekte, in die sich die angehenden Schüler einwählen dürfen, erläutert Leiterin Sabine Heutz. Da geht es unter anderem um die Polizei mit einem Besuch der Station in Wald-Michelbach oder das Erbacher Krankenhaus, wo Mutter und Opa eines Kindes arbeiten. „Alle sind richtig fit und fordern mehr“, hat Heutz beobachtet, dass die zwölf jetzt in der Schule gut aufgehoben sind. Fürs Abschiedsfest überlegten sie sich selbst ein Programm, üben ein Theaterstück ein und basteln die Requisiten selbst.

„Wir sind voll belegt“, gibt es laut der Kindergartenleiterin eine ständige Nachfrage nach freien Plätzen. Sie rechnet deshalb damit, dass es auch im kommenden Jahr wieder eine ähnliche Zahl Schulanfänger geben wird. Berührungsängste in der Schule gibt es nicht. Die „Neuen“ werden von ihren Paten an die Hand genommen und herumgeführt, mit der Freiarbeit vertraut gemacht. „Die sind begeistert, voller Vorfreude, neugierig“, hat Sabine Heutz beobachtet.

Schreiben lernen, ein Buch lesen, Kräuter bestimmen oder Zahlen in Mathe erforschen heißen die ersten Aufgaben der Schulanfänger, erläutert Matthias Dautel. Ziel ist es, einen fließenden Übergang zu gestalten. Den schaffen die angehenden Erstklässler in der Regel leichter als ihre Eltern. „Die Kinder haben viel weniger Probleme beim Loslassen“, hat der Pädagoge beobachtet.

Was den Kindern hilft, hilft aber auch den Lehrern. Denn nach der großen Pause gibt es eine „Schulstunde“, in der zusammen ein Bilderbuch gelesen oder etwas gebastelt wird. Während Dautel den Unterricht gestaltet, sind drei Kolleginnen dabei, die sich die neuen Erstklässler genau anschauen, um bereits einen Eindruck davon zu bekommen, was der eine oder die andere im kommenden Schuljahr vielleicht brauchen könnte.        Symbolbild

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