Pflanzen ohne Ende für die Gartenliebhaber

Von etwas Schneefall Anfang Mai lassen sich die Pflanzenliebhaber nicht schrecken. Während außerhalb des großen Schirms auf der Hofwiese die dicken weißen Flocken niedergingen, kamen darunter die Interessierten zusammen, um bei der Pflanzentauschbörse des demokratischen Bürgerforums Wissenswertes um so manches Kraut auszutauschen. Manchmal wurden Kräuter Pflanzen getauscht, andere nahmen auch einfach nur etwas mit, die dritten kamen zu einem Plausch vorbei. Das Team um Christa Bistry und Anja Gammelin-Werner hatte für alle und jeden ein offenes Ohr und Tipps.

Mit der Resonanz waren beide angesichts des Winterwetters zufrieden. Natürlich war etwas weniger als im Jahr zuvor los, aber es war besser als befürchtet. Schon vor dem eigentlichen Beginn kamen die ersten, nicht nur aus dem Überwald, sondern auch aus umliegenden Orten, um zum einen Erzeugnisse des eigenen Gartens im Tausch loszuwerden und zum anderen selbst etwas mitzunehmen, das die eigene Erde noch nicht hergibt – oder um eine besondere Idee auszuprobieren. Wer nichts zum Tauschen hatte, durfte bei Mitnahme auch einfach nur spenden.

Natürlich wurden ebenfalls Rezepte ausgetauscht. Da ging es dann darum, wie welche Tomatensorte zubereitet werden kann oder dass sich Minze als Gewürz, Tee oder Salatbeilage verwenden lässt. Topinambur wächst im Garten schon fast als Strauch und ist sehr unempfindlich, andererseits können aber im Herbst auch die Knollen geerntet werden. Auch ausgefallene Kräuter wie die winterharte Kresse stießen auf Gegenliebe.

Wenn es um die Pflanzen geht, ist Christa Bistry in ihrem Element. Etliche der Kräuter und Blumen stammen aus ihrem Garten oder vom eigenen Balkon. Besonders angetan hat es ihr Jiaogulan, das chinesische Kraut der Unsterblichkeit. Der Frauenginseng unterstützt Yin und Yang, ist in der Beschreibung zu lesen. Es ist ein Kraut mit krebshemmender Eigenschaft, das zudem stressabbauend sein soll. In Thailand und China werden frische Blätter als Salat oder spinatähnlich verwendet. Sowohl aus den getrockneten als auch den frischen Blättern kann zudem Tee zubereitet werden.

Löwenzahn, den es natürlich nicht zum Tauschen gab, weil er überall wächst, ist ein Allrounder, den Anja Gammelin-Werner für den Salat empfiehlt. Denn die Pflanze hat neun Mal mehr Vitamin C und 40 Mal mehr Vitamin A als normaler Salat. Außerdem enthält er drei Mal mehr Eisen als Spinat, dazu Spurenelemente von Kalzium, Natrium Kalium und Kieselsäure. Der Löwenzahn schwemmt durch seine Bitterstoffe Harnsäure und Schlacken aus dem Körper und behebt Darmträgheit. Er wirkt gegen Allergien, Leber- und Krebs-Erkrankungen, besitzt krebshemmende Carotine und Flavonide.

Die Frühlingswurzel mit dem bitteren Cholin sorgt für den Fettabbau aus dem Gewebe, im Herbst ist mit Inulin ein zuckerfreies Kohlenhydrat zu finden, womit sich Löwenzahl gut als Diabetiker-Gemüse eignet. Gerade im Frühjahr bietet es sich an, mit einer Schüssel in den Garten zu gehen, den Salat einfach von der Wiese zu sammeln und als Löwenzahn-Salat zuzubereiten.

Melisse, Tellerkraut, Helgoländer Wildkohl, Waldmeister, Liebstöckel, Maggikraut, Melde oder Agastache: Es gibt beim Einhaus nichts, was es nicht gibt. Sushni bezeichnet Christa Bistry als „wunderbare Kräuterpflanze“ und Nervenkraut. „Es gibt 50 verschiedene Sorten Minze“, erläutert sie. Die Pfefferminze wird unter anderem auch für Süßspeisen verwendet, ist aber wegen des ätherischen Öls auch eine Heilpflanze. Die jungen Blätter der Purpurmelde eignen sich für Salat, die größeren dann für eine Zubereitung wie Spinat.

„Der Rosenweihrauch ist etwas für die Sinne“, meint sie. Ausnahmsweise mal keine Pflanze, die man essen kann. Er wirkt stimmungsaufhellend, kann getrocknet werden und verbreitet dann über Räucherkohle seinen wohltuenden Duft. Bei der Agastache, weiß Gammelin-Werner, handelt es sich um eine Teepflanze, die sowohl frisch als auch getrocknet für Kräutertees verwendet werden kann. Sie ist dem Allgemeinwohl zuträglich.

Waldmeister will in Maßen genossen werden, warnt sie. Auch bei ihm handelt es sich um eine Heilpflanze, die jedoch dosiert eingesetzt werden sollte, um Kopfschmerzen zu vermeiden. Denn mit der richtigen Menge hilft er genau dagegen. Bekannt ist der Waldmeister aber auch durch die gleichnamige Bowle.

Manche Kräuter müssen über den Winter rein, andere wie Thymian, Rosmarin und Melisse „wachsen immer wieder“, erläutert Gammelin-Werner. Auch Estragon ist sehr robust. Kommt ein trockener Sommer wie der letzte, dann brauchen die Kräuter ab und zu etwas Wasser, beobachtete sie. Sie freute sich darüber, dass derzeit die Natur gerade voll in der Entfaltung ist. „Alles sprießt und blüht.“

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