Erster gemeinsamer Kinderkirchentag der beiden evangelischen Kirchengemeinden Siedelsbrunn und Hammelbach

Das Motto des ersten gemeinsamen Kinderkirchentags der beiden evangelischen Kirchengemeinden Siedelsbrunn und Hammelbach war durchaus wörtlich zu nehmen. „Wurzeln wachsen lassen“ hieß es bei herrlichem Frühlingswetter in der und rund um die evangelische Bergkirche. 30 Kinder zwischen vier und elf Jahren bastelten, malten und schnippelten, was das Zeug hielt, unterbrochen von einigen Tob-Einheiten auf der Wiese. Die beiden Pfarrer Stefan Ningel und Jörg Michas waren sehr zufrieden mit der Resonanz und kündigten eine Fortsetzung an.

Gabriela Fieber trieb die Zusammenarbeit zwischen den Kirchenteams voran, die sich bei gemeinsamen Seminaren kennenlernten. „Bei ihr laufen alle Fäden zusammen“, zeigte sich Ningel dankbar für die Organisation des Kinderkirchentags. Beim Seminar, das die Kindergottesdienst-Referentin des evangelischen Dekanats Bergstraße, Katja Folk, durchführte, „haben wir gespürt, dass es passt“, sagte Ningel. Die evangelischen Kirchengemeinden von Hammelbach und Affolterbach hatten eine solche Veranstaltung bereits zusammen durchgeführt, erläuterte er.

In der Kirche ging’s los mit Liedern und Gebeten zum Mitmachen sowie einem Theaterstück: Bauer Klug und Bauer Eilig bestellen beide ihr Feld, aber doch ganz anders. Während Bauer Klug der Aussaat fürs Wachsen Zeit gibt, zieht Bauer Eilig die Feldfrüchte immer schnell aus dem Boden und ist auf den schnellen Profit aus. „Die Kinder wachsen mit dem Theaterstück“, betonte Ningel. Michas ergänzte: „Sie sollen eine gute Ernte sein, im Glauben Wurzeln schlagen.“ Die Kirchen wollen sie nicht erst zum Konfirmationsunterricht erreichen, sondern bereits in jüngerem Altern.

Danach drehte sich alles um Wurzeln. Draußen wurden zwei vom Hammelbacher Revierförster zur Verfügung gestellte Wurzelblöcke mit viel Detailfreude gestaltet. Moose, Flechten und leere Schneckengehäuse fanden ihren Platz, die Kinder verkünstelten sich förmlich bei der Anbringung.  Schnell entbrannte die humorvolle Diskussion darüber, welche Kirchengemeinde die größere Wurzel erhält. Denn jeweils eine soll ihren Platz an der jeweiligen Kirche finden. Drinnen wurde derzeit Wurzelgemüse geschnippelt und in leckere Karottenmuffins umfunktioniert.

Aus Wald-Michelbach, Abtsteinach, Siedelsbrunn und Hammelbach kamen die Heranwachsenden, die mit Katja Folk eine Fantasiereise zum Thema Wachsen und Wurzeln schlagen unternahmen. Mit viel Liebe zum Detail gestalteten die Kinder Blumentöpfe, die sie dann mit Samen bepflanzten. Lila, grün, gelb, blau, orange oder pink: Der Fantasie und den Formen, ob jetzt waagreicht, in Linien oder in Tupfern, waren keine Grenzen gesetzt.

Pia und Hanna-Noa aus Hammelbach wie auch Antonius aus Unter-Abtsteinach hatten ebenso wie Emily und Dennis aus Ober-Abtsteinach viel Spaß. Beim Gottesdienst blieben noch viele Eltern dabei, die ihre Sprösslinge später wieder abholten.  Ein Schubkarrenparcours und der Abschluss mit Liedern und Segen bildeten weitere Bestandteile des Nachmittags. Wer eine Pause von den angebotenen Stationen machen wollte, tollte auf dem Rasen herum oder spielte Fußball.

Die vier Pfarrer im Überwald arbeiten jetzt schon etwa bei den Gottesdiensten Hand in Hand. Auch die Verwaltungsarbeit wird gemeinsam erledigt. Außerdem gibt es verschiedene Jugendprojekte. Der Kinderkirchentag ist laut Ningel nur ein weiterer Bausteller der evangelischen Zusammenarbeit. Dank der engagierten Mitarbeiter, die sich bereits in der Vorbereitung mit ihren Ideen einbrachten, war der Tag ein voller Erfolg.

Der Hammelbacher Pfarrer erwähnte besonders die mitgestaltenden ehemaligen Konfirmandinnen. „Ohne die würde es nicht gehen.“ Michas freute sich über die „sehr positive Resonanz“. Die Veranstaltung „erfüllt unsere Erwartungen“, betonte auch Ningel. Sie soll eine Fortsetzung erfahren.

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