Bücher haben nichts von ihrer Faszination verloren

Lesen ist bei den Grundschülern in. Aber natürlich darf die sanfte Hinleitung zu dieser „Old-School-Wissensaufnahme“ nicht fehlen. Hier sind neben der Grundschule Schimmeldewog auch die Eltern gefragt, die im Wald-Michelbacher Ortsteil super mitziehen. Deshalb ist die Buchausstellung jedes Schuljahr „eine feste Bank“ im Veranstaltungskalender und immer sehr gut besucht. Da gerade der Mehrzweckraum saniert wird, wichen die Kinder dieses Mal in die verschiedenen Klassenräume aus.

Wie lange es bereits die Buchausstellung gibt, lässt sich nicht mehr feststellen. Aber mehrere Jahrzehnte. In diesen hat – trotz Fernsehen, Internet und Smartphone – das Gedruckte noch nichts von seiner Faszination verloren. Seit Anfang an ist auch die Buchhandlung Arb aus Schönau mit dabei und stellt die verschiedenen Werke zur Verfügung. Die neueste Kinder- und Jugendliteratur für die Klassen 1 bis 5 gibt’s neben den aktuellsten Kinderspielen dann zu sehen und zu kaufen. „Die Veranstaltung wird immer sehr gut angenommen“, freut sich Peter Arb.

„Bücher für alle Altersklassen“ haben die Arbs eingepackt. Das waren etwa Exemplare aus der Reihe des „Magischen Bauhauses“ von Mary Pope Osbourne für die für die Kleineren – mit großer Schrift und einigen Illustrationen. Oder Geschichten von „Petronella Apfelmus“ für die etwas Älteren und „Gregs Tagebücher“ für die Größeren, die langsam auf die Pubertät zugehen. Richtung weiterführende Schule kommt bei den Jungs Fantasy ins Spiel. Bei den Mädchen bahnen sich die ersten zarten Liebesromane an, aber auch die Einhorn-Geschichten stehen weiter hoch im Kurs.

Peter Arb hat festgestellt, dass Sachbücher immer angesagt sind. Und das in allen Grundschul-Klassen. „Mehr als die Belletristik“, weiß er. Da geht es um Pferde, Religion, Experimente, Feuerwehr oder Dinosaurier. Alles kind- und jugendgerecht aufbereitet. Aktuell sehr stark nachgefragt: die Kreativ-Kratzelbücher. Bei den Ausgaben für Jungs finden sich dann eher Krokodile oder Fahrzeuge drauf, bei denen für Mädchen Ponys.

„In Schönmattenwag sind die Kinder sehr lesebegeistert“, hat Arb bemerkt. Das ist heutzutage keineswegs mehr selbstverständlich. Seiner Beobachtung nach hat das auch viel mit den Eltern zu tun. Und die sind an der Grundschule hinterher, dass ihre Sprösslinge kräftig schmökern. Allgemein, hat der Buchhändler nämlich beobachtet, geht die Lesefreudigkeit der Kids zurück. „Aber hier ist sie konstant“, sagt er.

„Die Buchausstellung ist immer sehr besucht“, weiß Matthias Dautel, der zusammen mit Simone Hentschel-Gärtner derzeit die Schule leitet. „Die Kinder lieben es zu stöbern.“ Die Eltern wiederum sind dankbar über Tipps, welche Literatur dem Nachwuchs gefallen könnte. Die lieb gewordene Tradition, neue Bücher vorzustellen, „fügt sich positiv ins Schulleben ein“, hebt er hervor.

„Für uns ist das ein wichtiger Baustein im Rahmen der Leseförderung“, so Dautel. Denn die wird groß geschrieben. „Wir wollen die Lesefreude wecken“, betont der Pädagoge. So haben die Schüler täglich in der Freiarbeitszeit die Möglichkeit zu lesen, können dazu auch eigene Bücher mitbringen, selbst Geschichten schreiben und diese den anderen vorlesen. Die Zeiteinteilung obliegt dabei ihnen.

Zwei Wochen hatten die Grundschüler im Vorfeld Zeit, in vier Projektgruppen den Tag vorzubereiten. Es ging ums Bücher binden, Papierschmuck und Buchkunst, letzteres angeleitet von Isabel Fontius. Seit diesem Schuljahr wieder in Betrieb ist die Schuldruckerei, betreut von Sabine Metz. „Wir wollen den Stellenwert des Lesens im digitalen Zeitalter hochhalten“, hob Dautel hervor. Wenn im kommenden Schuljahr das Ganztagsprogramm startet, wird auch das Lesen ein Schwerpunkt sein.

Märchenerzählerin Lisa Helfrich-Wolf aus Siedelsbrunn hatte ein Schulzimmer zu einem geheimnisvollen Raum umgestaltet, in dem sie den verschiedenen Klassen abenteuerliche Geschichten erzählte. Die Schüler waren direkt ins Märchen eingebunden und fieberten mit. Selbst die „coolen“ Viertklässler, die zu Beginn gewisse Vorhalte hatten („Märchen sind doch was für Babys“), kamen völlig begeistert wieder aus.

Wie immer, wenn es an der Grundschule eine Veranstaltung gibt, ist der Förderverein bei der Bewirtung mit im Boot. Er kann dabei auf die große Unterstützung der Eltern zählen, die die Kuchentheke gut bestückten und auch beim Verkauf halfen. Der Erlös soll gespendet werden. Die Schüler recherchierten dazu im Internet und wollen auf der kommenden Schulkonferenz vor den Osterferien entscheiden, wohin das Geld geht.

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