Gemeinde lebt vom großen Engagement der Bürger

Ohne das Ehrenamt wäre unsere Gesellschaft viel ärmer. Gerade in den ländlichen Regionen ist die Bereitschaft, sich für die Gemeinschaft zu engagieren, immer noch sehr hoch. Die Gemeinde würdigt solche Menschen, die sich in den Dienst der Allgemeinheit stellen, jedes Jahr auf dem Frühlingsempfang. Der war dieses Jahr im Sitzungssaal des Rathauses sehr gut besucht. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Jugendorchester der KKM unter Leitung von Alex Kropp.

Neben den Ehrungen ist der Frühjahrsempfang „auch eine schöne Gelegenheit, sich über die zukünftige Entwicklung Abtsteinachs, die Ziele und Erwartungen austauschen“, sagte Bürgermeisterin Angelika Beckenbach in ihrer Begrüßung. Sie bezeichnete den Ort als „eine starke, sich gut entwickelnde Gemeinde, in der die Menschen sich wohlfühlen, gerne leben und arbeiten“.

In den kommenden Jahren stehen viele große Projekte zur Umsetzung an, erläuterte die Bürgermeisterin. „Große Projekte, die sehr viel Geld kosten werden.“ Sie erwähnte die Neuschaffung von Kindergartenplätzen, den Neubau des gemeinsamen Feuerwehrhauses sowie die Neustrukturierung der Abwasserreinigung und Entsorgung an der Teichkläranlage.

Beckenbach sparte dabei auch nicht Kritik an übergeordneten Stellen, die für solche Maßnahmen zu wenige Mittel zur Verfügung stellen. Denn: „Diese Projekte stellen keinen Luxus und keine Wünsche dar“, sagte sie. Es seien Pflichtaufgaben der Kommune, gesetzliche Anforderungen und Verpflichtungen, „die uns der Gesetzgeber aufgibt“. Allerdings, monierte sie: Bei der Finanzierung sei die Gemeinde weitgehend auf sich allein gestellt. Die Bezuschussung für die Erfüllung von Pflichtaufgaben sei „sehr beschränkt“.

Wenn die Gemeinde überhaupt mit Fördermitteln rechnen kann, „decken diese nur einen sehr geringen Teil der Kosten ab“, kritisierte Beckenbach. Besondere topographische, unveränderbare Bedingungen würden nicht berücksichtigt. Die Lösungsfindung zur verträglichen und generationsgerechten Finanzierung dieser Pflichtaufgaben „stellt die gemeindlichen Gremien vor eine große Herausforderung und Verantwortung“, so die Bürgermeisterin.

Kommunalpolitiker stehen der Rathauschefin zufolge „immer unter der Kontrolle der Wähler und der kritischen Öffentlichkeit“. Als treuhänderischer Verwalter des öffentlichen Vermögens „bedarf es zum einen dem Blick auf die Kosten und Folgekosten, zum anderen aber auch auf die zukunftsweisende und sichere Entwicklung der Gemeinde“. Nicht selten erfordere es auch Mut, gewisse Entscheidungen zu treffen.

Beckenbach sah Abtsteinach auf einem guten Weg. Das belege die jährlich steigende Einwohnerzahl. Aktuell zählt der Ort 2432 Bürger. „In Abtsteinach kann man sehr gut leben, arbeiten und lernen“, freute sie sich. Die Gewerbesteuerentwicklung „hat einen neuen Höchststand erreicht“, teilte die Bürgermeisterin mit. Der Haushaltsansatz belief sich noch auf eine Million Euro, jetzt rechne man schon mit 1,3 Millionen Euro.

Die Gemeinde lebt insbesondere auch vom großen Engagement der vielen ehrenamtlich Tätigen und wird von denjenigen getragen, die sich zum Wohl der Allgemeinheit einbringen, betonte die Rathauschefin. „Dies geschieht oft in vielen, meist unzählbaren Stunden.“ Oft auch im Verborgenen, so dass nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich ist, wieviel „Herzblut“ in die Sache investiert wird. Dabei entstehen auch immer wieder neue Ideen und neues Engagement.

Ein neues Projekt erwähnte Beckenbach in diesem Zusammenhang: Es stärke und belebe bereits in der Planungs- und Vorbereitungsphase die Dorfgemeinschaft. Unter dem Motto „Ein Dorf macht Musik“ stehen am Samstag, 22. Juni, über 40 Musiker aus allen drei Ortsteilen als Solisten, in Chören und in neuen Formationen bei der Kerwe gemeinsam auf der Bühne. Sechs Personen und Vereine wurden im Anschluss ausgezeichnet. Die Ehrungen nahm Beckenbach gemeinsam mit dem Gemeindevertreter-Vorsitzenden Frank Wetzel vor.

Ehrenamtspreise

Verein KUMM Mackenheim: Der Wunsch nach einer Wiederbelebung und Stärkung der Dorfgemeinschaft war groß. 2017 entstand die Idee zur Gründung eines eigenen Vereins und der Wiederbelebung des ehemaligen Feuerwehrhauses. 35 Bürger erklärten sich bereit, an der Neugestaltung des Dorfgeschehens aktiv mitzuwirken. KUMM steht nicht nur für „Kommen und Mitmachen“, sondern auch für Kultur in Mackenheim. Aus den unterschiedlichsten Ideen haben sich mittlerweile eine Vielzahl von konkreten Aktivitäten und Veranstaltungen entwickelt. Neben den traditionellen Festen wird zum Whisky-Tasting und zu Bierproben, Yoga, Weihnachtsbacken, Pubic Viewing und vieles mehr eingeladen. Die sehr gute Resonanz bestätigt es: KUMM hat das Bedürfnis der Dorfbevölkerung erkannt und es ist sehr schön zu sehen, dass das ehemalige Feuerwehrhaus wieder mit Leben gefüllt ist und einen Treffpunkt in der Gemeinde bietet, freute sich Bürgermeister Angelika Beckenbach.

Verein für sportliche, kulturelle und soziale Aktivitäten: Nach dem Umbruch im Kerwe ausrichtenden Verein stand die Unter-Abtsteinacher Veranstaltung im vergangenen Jahr auf der Kippe. Eine gute Handvoll junger Abtsteinacher erklärte sich bereit, die Verantwortung zum Erhalt der Unner-Stoanischer Kerwe zu übernehmen. Mit neuen Ideen haben sie im vergangenen Jahr dann die Kerwe erstmalig verantwortlich organisiert – und das mit großem Erfolg. Es braucht keine jahrzehntelange Mitgliedschaft in einem Verein, um Verantwortung zu übernehmen, so Frank Wetzel. Es braucht etwas Mut, die Fähigkeit Neues zu versuchen, aber auch die Erfahrung anderer zu nutzen und vor allem die Bereitschaft, sich für die Allgemeinheit zu engagieren. Dann spielt Alter nahezu keine Rolle.

 

Ehrenauszeichnungen

Walter Jungheinrich (KKM): Neben den Vereinsvorsitzenden und den Vorstandsmitgliedern sind es insbesondere die vielen Helfer im Hintergrund, die zum Gelingen der Gemeinschaft beitragen, so die Rathauschefin. Walter Jungheinrich unterstützt bei der Katholischen Kirchenmusik Ober-Abtsteinach als langjähriger aktiver Musiker das große Orchester und gestaltet durch seinen Einsatz für die Musik das Brauchtum und das kulturelle Leben entscheidend mit. Besonders liegt ihm das Jugendorchester am Herzen, das er als langjähriger Vizedirigent nicht nur bei den Auftritten begleitet, sondern auch am Keyboard unterstützt. Als Fachmann für das Schlagzeug und die Percussion ist er den jugendlichen Musikern ein kompetenter Ansprechpartner und väterlicher Freund. Mit großem Engagement hat er dabei viele Jugendmusiker auf dem Weg zum großen Orchester begleitet.

Peter Schmitt (katholischer Kirchenchor St. Cäcilia): Der Geehrte ist im 21. Jahr Kassenwart im Chor und unterstützt den Vorstand im Grunde genommen jeden Tag bei den vielen zu leistenden Aufgaben über die des Kassenwartes hinaus. Als Beispiel nannte Wetzel, die älteren Chorteilnehmer zu Proben und Auftritten zu fahren oder dazu beizutragen, dass bei verschiedenen Anlässen das Kirchenchor-Café im Rathaus oder in Lichtenklingen aufgebaut ist. Seit 26 Jahren ist er auch als aktiver Sänger im Chor dabei.

Günter Helfrich (Ski-Club der SGU): Vor 40 Jahren fand sich ein Gruppe Skisport begeisterter Personen zusammen und hob mit viel Engagement die Abteilung aus der Taufe, so Wetzel. Ein Skilift samt Flutlichtanlage wurde installiert, auf der zahlreiche heute noch Aktive das Skifahren lernten. Einer der Hauptverantwortlichen war der damalige Abteilungsleiter Günter Helfrich. Zwölf Jahre lang stand er der Abteilung vor und schuf damit die Voraussetzung, dass bis heute aktiv Skisport vor Ort und auch in alpinen Gebieten betrieben werden kann. Nach seinem Ausscheiden als Abteilungsvorstand leitet er seit mehr als zehn Jahren die Seniorensportgruppe. Helfrich war Mitglied des Hardbergboten-Redaktionsteams in dessen ersten Jahren und unterstützte die Flüchtlingsbetreuung mit der Durchführung von Unterrichtsstunden.

 

Ehrenplakette für Peter Rutsch: Von 1972 bis 1981 war Rutsch Mitglied der Gemeindevertretung. Dieses Ehrenamt stellte gerade nach der Verwaltungs- und Gebietsreform eine sehr bedeutungsvolle Aufgabe für die neugeordnete Gemeinde Abtsteinach dar, erläuterte die Bürgermeisterin. 1986 wurde er zum stellvertretenden Schiedsmann der Gemeinde Abtsteinach gewählt. Dieses Ehrenamt hatte er 32 Jahre lang, bis 2018, inne. Bereits 1982 übernahm der Geehrte das Amt des Ortsgerichtsvorstehers für den Bezirk Unter-Abtsteinach. Zu dessen wesentlichsten Aufgaben gehören die Beglaubigung von Unterschriften und Abschriften, die Erteilung von Sterbefallanzeigen, die Nachlasssicherung sowie die Schätzung von Grundstücken und Gebäuden. Peter Rutsch hat auf eigenen Wunsch nach 36 Jahren diese Aufgabe als Ehrenbeamter im Jahr 2018 niedergelegt. Insgesamt war er 46 Jahre lang im Ehrenamt tätig, so Beckenbach.

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