Wieder 112 Blutspender bei der DRK-Bereitschaft in Wald-Michelbach

Der Abwärtstrend scheint durchbrochen zu sein. Zum dritten Mal in Folge war der Besuch bei der DRK-Blutspende sehr gut und mit 112 Personen sogar wieder auf dem langjährigen Hoch von September 2018. Besonders in den letzten eineinhalb Stunden, ab 18 Uhr, drängten sich viele Spender in der Mensa der Eugen-Bachmann-Schule, sodass vor der ärztlichen Untersuchung und der eigentlichen Blutentnahme längere Schlangen entstanden.

Natürlich bedeutete der Andrang viel Stress für die örtlichen Helfer, aber auch freudestrahlende Gesichter bei der DRK-Bereitschaft Wald-Michelbach. Die Ehrenamtlichen kamen teilweise an ihre Kapazitätsgrenzen, weil es nicht mehr so viel Betten wie früher gibt. „Die kamen fast alle zum gleichen Zeitpunkt“, stellte Bereitschaftsleiterin Iris Reinhard fest.

Zusammen mit den Ehrenamtlichen aus Wald-Michelbach waren lediglich zwei Ärzte, zwei Laborkräfte und vier Punktierer des Blutspendedienstes Baden-Württemberg/Hessen im Einsatz. Wenn wie bei früheren Terminen „nur“ 70 bis 80 Spendewillige kommen, reicht das natürlich locker, aber nicht unbedingt für einen solchen Ansturm.

Reinhard zeigte sich mehr als erfreut über die „super Resonanz“. Es waren sechs Erstspender dabei, davon auch einige aus Wald-Michelbach. Außerdem musste das Team leider acht Personen zurückstellen, entweder weil die letzte Spende noch nicht weit genug zurücklag oder sie krank waren. Frauen dürfen laut der Bereitschaftsleiterin nur vier Mal im Jahr Blut spenden, Männer sechs Mal.

Wie üblich gab es für die Blutspender als Dankeschön eine Tafel Schokolade und das deftige Essen mit Kassler, Wurst und Kartoffelsalat zur Stärkung danach. Dieses Mal hatte der DRK-Landesverband als besonderes „Goodie“ noch eine spezielle Thermoskanne „draufgelegt“. Die örtliche Verbundenheit, der Bekanntheitsgrad der jeweiligen DRK-Mitglieder und das rege Vereinsleben tragen dazu bei, dass es im Odenwald prozentual mehr Blutspenden (und langjährige Blutspender) gibt als in den größeren Städten der Ballungsgebiete.

Etwa einen wie Wolfgang Wojcik, der klaglos die lange Schlange in Kauf nimmt, damit er zum 103. Mal zur Ader gelassen werden kann. „Ich bin seit meinem 18. Lebensjahr überzeugter Spender“, betont er. Wäre er zwischendurch nicht mal weg gewesen, „würde ich bestimmt schon auf die 140 zugehen“, schätzt der Wald-Michelbacher.

Jürgen Klieber aus Kocherbach ist ein ähnlicher „Wiederholungstäter“, der seit der Volljährigkeit ein regelmäßiger Gast bei den Blutspenden ist. „Das sollte jeder machen“, hebt er hervor. Für medizinische Eingriffe werden die Blutkonserven dringend benötigt. „Ohne Blut geht es nicht“, bringt  es Klieber auf den Punkt. Auch Iris Reinhard nutzt jedes Mal die Gelegenheit, wenn das örtliche DRK aktiv ist: Inzwischen kommt sie auf 52 Spenden.

Altbürgermeister Joachim Kunkel ist als Politrentner wieder ein häufigerer Gast. Denn früher schaffte er es nicht immer zum Blutspenden. Zu oft riefen die beruflichen Pflichten. „Ich habe in der Bundeswehr damit angefangen“, erzählte er. Beim DRK freut man sich aber auch darüber, dass die zwischenzeitliche Werbung Früchte trug und viele jüngere Leute zum Blutspenden begeistert werden konnten: Das machten die Zahlen 3, 4, oder 7 auf den Zetteln deutlich. Ganz zu schweigen von der relativ hohen Zahl an Erstspendern.

Das ständige Kommen und Gehen setzte sich bis in den Abend hinein fort. Um 19 Uhr öffnete sich fortwährend die Eingangstür und ließ neue Spender hinein, die einen halben Liter des benötigten Lebenssaftes für andere geben wollten. Die acht Liegen waren ständig belegt. Neben Wald-Michelbach kamen viele Spender aus dem Überwald, aber auch Weinheim war als Herkunftsort vertreten.

Statistisch gesehen wird laut DRK das meiste Blut inzwischen zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Es folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen zahlreiche Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen. In der Urlaubszeit sinkt außerdem die Zahl der Spender, sodass es zu Versorgungsengpässen kommen kann.

Ehrungen: Holger Herzog und Gabriele Schmitt (10), Bianca Schmitt und Petra Stay (25 Spenden)

Info: Die nächste Blutspende ist am Mittwoch, 15. Mai, von 16.30 bisd 20 Uhr in der Mensa der Eugen-Bachmann-Schule. Wer Interesse an einer Mitarbeit im DRK-Ortsverband hat, kann sich bei Bereitschaftsleiterin Iris Reinhard unter Telefon 0160/6777827 oder E-Mail reinhard.iris@online.de melden. Sie betreut auch die Jugendgruppe, bei der weitere interessierte Heranwachsende ebenfalls sehr gerne gesehen werden.

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