Bei der Heimatbühne Gras-Ellenbach winkt die „schottische Erbschaft“

Die Proben laufen seit der Kerwe auf Hochtouren, erzählt Regisseur Lothar Clade. Kein Wunder, denn am 20. Oktober ist die Premiere des neuen Heimatbühnen-Stücks in der Nibelungenhalle. Dort ist inzwischen auch das Bühnenbild praktisch komplett aufgebaut. Nach dem „Gras-Ellenbach-Thriller“ im vergangenen Jahr unterhält in diesem Jahr ein Genre-Mix die Zuschauer in vorerst sieben geplanten Aufführungen. „Schottische Erbschaft“ hat Clade das lustige Theaterspiel um Geister und Liebe getauft.

„Wir proben inzwischen fast unter Aufführungsbedingungen“, freut sich der Regisseur. Die Verlegung der Premiere von Anfang auf Mitte Oktober „gibt uns die Möglichkeit, länger auf der Bühne das Stück einzustudieren“. Der Aktions-Hintergrund wird derweil von Andreas Willutzki, Jürgen Arnold und Michael Bölcskei geschaffen. „Ich schlage vor, welches Bühnenbild ich gerne hätte und die drei setzen es um“, schmunzelt der Regisseur.

In der Darsteller-Riege ist mit Emily Schuster ein neues, junges Gesicht. Die 17-Jährige kam über die Bekanntschaft mit einer Mitspielerin der Jugendgruppe zum Team dazu. „Es ist gut, dass jüngere Leute mitwirken. Damit sind wir für die Zukunft mit Schauspielern ausgerüstet“, bringt es Clade auf den Punkt. Paula Jäger, die sich um die Technik kümmert, ist ebenfalls das erste Mal dabei „und macht ihre Sache sehr gut“.

Elke und Andreas Willutzki sind Urgesteine der Heimatbühne. Wie Clade auch, der das zweite Mal Regie führt. Eigentlich wollte er wie im vergangenen Jahr auch nur Regie führen, aber jetzt ist sein Einsatz nach dem Ausfall eines Mitspielers doch wieder gefordert. Ann-Marie Teichert ist vor einiger Zeit vom Jugend- ins „Erwachsenenensemble“ aufgerückt und inzwischen schon fester Bestandteil der Truppe. Mit dabei ist auch wieder Michael Bölcskei. Heimatbühnen-Gründungsmitglied Helga Dörsam wirkt als Souffleuse mit.

„Wir haben uns alle zusammengesetzt, um das neue Stück auszusuchen“, beschreibt Clade den Werdegang. Es sollte keine reine Komödie, kein Klamauk sein, betont er. Eher eine Mischung von allem: Theaterstück, Liebesgeschichte mit einer Prise Spannung, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz. Die Erbschaftsgeschichte „wird mit Anklang an die Realität dargestellt“, so wie es jeder schon einmal erlebt haben konnte. „Zum Schluss geht’s dann um das Wichtigste im Leben, die Liebe“, verrät der Regisseur.

Die Figuren sind etwas überspitzt gezeichnet und bieten die Chance zur Selbstinszenierung. Die Schauspieler tragen das Geschehen, beschreibt Clade die Handlung. „Sie sind gefordert, können sich entfalten und zeigen, was sie drauf haben.“ Sowohl diese Komponente als auch die Internationalität kam bei den jugendlichen Akteuren im Ensemble gut an. „ES ist ein kurzweiliges, schönes Stück, das sehr gut unterhält“, hebt er hervor.

Die Lese- und Lernproben starteten bereits im Frühjahr, erläutert der Theatermann. Im Juli ging’s dann langsam in die Vollen. Erst zwei Mal, dann drei Mal pro Woche wurde geprobt. In den letzten beiden Wochen steigert sich die Frequenz dann auf vier Einsätze in der Woche. „Die Akteure sind schon voll drin“, nimmt Clade aus den Treffen mit. „Ihnen gefällt, was sie spielen.“ Eigene Vorschläge werden umgesetzt, wenn sie ins Stück reinpassen.

Da das Ensemble nicht sehr groß ist und sich alle kennen, „ist das eine bewährte Geschichte“, sagt der Regisseur. „Ich kenne die Stärken und Schwächen des Einzelnen“, lacht er. So konnte er auch Elemente aus dem Vorjahr übernehmen. Das Vorgehen ist ganz einfach: Die Schauspieler raufen sich zusammen „und der Regisseur hat immer das letzte Wort“, grinst er. Eine ganz große Bank sind für ihn alle, die im Hintergrund mitwirken, ob es nun um Ausschank, Kasse oder Vorverkauf geht. „Ohne diese Ehrenamtlichen wären die Aufführungen gar nicht möglich“, dankt er den Helfern, oftmals schon viele Jahre mit im Boot.

Das Stück „wird lustig und interessant“, verspricht der Ensemblechef. Im vergangenen Jahr waren die Zuschauer „dankbar, dass es mal keine Bauernkomödie gab“. Dieses Jahr gibt’s mit einem lustigen, nachdenklichen Krimi eine Art Zwischenstück, bevor 2019 laut Clade wieder ein reiner Krimi auf dem Spielplan stehen soll. Er hofft, dass die Besucherzahl in diesem Jahr ähnlich der von 2017 sein wird. „Die war ganz ordentlich und wir waren zufrieden“, sagt er.

Zum Inhalt: Schlossherr Geoffrey Dawson will seine Freiheit und die materiellen Fesseln ablegen. Er hat alles eingeleitet, um diesen Plan in die Tat umzusetzen. Die raffgierige Verwandtschaft will er von seinem Ableben überzeugen – und anlässlich der Testamentseröffnung auch davon, dass sie leer ausgeht. Sybill, die Liebste, und McMumby, sein bester Freund, sollen nicht leer ausgehen. Aber die erbschleichenden Tanten wollen nicht widerstandslos klein beigeben. Trotzdem erben die Erbenden nicht wie gedacht.

Info: „Schottische Erbschaft“, ein lustiges Theaterspiel um Geister und Liebe in drei Akten von Ludwig Bender, Textbearbeitung und Regie Lothar Clade. Premiere Samstag, 20. Oktober, 20 Uhr, Nibelungenhalle Gras-Ellenbach. Weitere Termine: Samstag, 27. Oktober, 18 Uhr, Samstag, 3. November, Samstag, 10. November, Samstag, 17. November, Samstag, 24. November, Mittwoch, 26. Dezember, jeweils 20 Uhr Nibelungenhalle Gras-Ellenbach. Karten-Vorverkauf und telefonische Bestellung über Kurverwaltung Gras-Ellenbach, Montag bis Samstag von 10 bis 12 Uhr, Montag, Mittwoch und Freitag von 15 bis 18 Uhr, Telefon 06207/2554, oder unter http://www.heimatbuehne.net sowie an der Abendkasse.

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