Wald-Michelbacher Feuerwehr kann auf ihre treuen Gäste zählen

Mit viel Tatü-Tata biegt das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (kurz: HLF) 16 von der Ludwigstraße kommend auf das Feuerwehrgelände ein. Nicht, um in der eigenen Hütte zu löschen, sondern um in einer Übung die Hilfeleistung bei einem Verkehrsunfall zu simulieren. Vor dem neuen Gerätehaus wurde die Brandschützer schon von einer ansehnlichen Menschenmenge erwartet. Die Besucher waren Gäste beim Tag der offenen Tür der Abteilung Mitte, den diese etatmäßig jedes Jahr Anfang Oktober veranstaltet.

Unter der Leitung von Kevin Heiligenthal drehte sich die halbstündige Vorführung darum, eine beim einem Verkehrsunfall eingeklemmte Person mit Rettungsschere und Spreizer aus dem Fahrzeug zu befreien und zu versorgen. Unter der launigen Moderation des ehemaligen Gemeindebrandinspektors (GBI) Erwin Hartmann erfuhren die Zuschauer alle Details, selbst humorige Feuerwehr-Interna, die die Betroffenen sicherlich nicht unbedingt ausbreiten wollten. Hartmann in seiner forschen Art war das natürlich egal.

„Der hat die lauteste Stimme“, lachte sein Nachfolger als GBI, Peter Capuani, warum man den gerade in die Alters- und Ehrenabteilung gewechselten verdienten Feuerwehrmann mit den Erläuterungen beauftragt hatte. Entweder die Besucher werden jedes Jahr mehr oder der Hunger der Gekommenen ist größer, freute sich der Kommandant. Auf jeden Fall bereiten die Wehrleute jedes Mal mehr Essen vor, das dann in schöner Regelmäßigkeit wieder verputzt wird.

18 Rollbraten mit der entsprechenden Soße waren es dieses Mal, die am Abend zuvor von den eifrigen Floriansjüngern vorbereitet worden waren. Über 40 kümmerten sich ums Wohl der Gäste. Die Planung fürs Fest startet schon ein paar Wochen vorher. Wenn es dann in die heiße Phase geht, arbeiten zwei oder drei Helfer ein paar Tage zuvor bereits kräftig, während der Hauptteil am Abend vorher startet.

Zum dritten Mal hatte die Feuerwehr zum Tag der offenen Tür in ihre neuen Räume eingeladen. Das erste Mal hatte man noch auf der Baustelle gefeiert. Capuani und Vereinsschriftführerin Saskia Kunkel zeigten sich mit der Resonanz sehr zufrieden. Gleich nach dem Start füllte sich das Gerätehaus, in dem die Fahrzeuge einer großen Zahl von Bierbankgarnituren hatten weichen mussten. „Der ist wieder super gelaufen“, freuten sich beide.

Zur richtigen Einstimmung spielte die 28-köpfige Feuerwehrkapelle in einem ersten Set eher Traditionelles wie Polkas, Walzer und Märsche. Nachmittags gab es dann mehr modernere Kompositionen zu hören. Wegen der Urlaubszeit freute sich Dirigent Klaus Weihrauch, dass er auf Unterstützung aus Mörlenbach zurückgreifen konnte.

Die Blicke der Zuschauer zog das Löschgruppenfahrzeug (LF) 20 auf sich, „das neueste, das wir haben“, meinte Capuani. Für die Kinder war eine Kletterstange aufgebaut worden, die mit zunehmend besser werdendem Wetter viele Kids zum Kraxeln animierte. Wem das zu hoch wurde, konnte sich auf der Hüpfburg vergnügen. Die Klassiker Bier und Bratwurst wurden von der Jugendfeuerwehr mit Waffeln ergänzt. Nachmittags lockte das riesige Kuchenbüffet mit 40 Varianten. Das wie auch der Rollbraten neigten sich wieder rasch dem Ende zu.

„Die Feuerwehr ist eigentlich eine Bürgerinitiative“, betonte Capuani. In ihr sind „Bürger für Bürger tätig“. Die Feuerwehr gab es bereits lange, bevor sie eine kommunale Einrichtung wurde, sagte er. Deshalb öffne man gerne das sonst nicht zugängliche Gebäude für die Öffentlichkeit. Auch die Fahrzeuge „sind nicht unsere, sondern gehören der ganzen Bürgerschaft“, hob der Kommandant hervor.

Natürlich ist eine Veranstaltung wie der Tag der offenen Tür auch eine willkommene Einnahmequelle für die Wehr. Die Einnahmen fließen über den Verein „wieder in den Brandschutz zurück“, verdeutlichte Saskia Kunkel. Damit kommen sie auch der Bevölkerung zugute. Die Brandschützer können damit Dinge umsetzen, für die die Gemeinde eventuell nicht die Mittel hat. Man spare damit der Kommune Ausgaben, so Capuani.

Einsatzleit-, Rüst-, Schlauch- sowie Gerätewagen Gefahrgut und Strahlenspürtrupp mitsamt Dekon-Fahrzeug waren Anschauungsobjekte ebenso wie Mannschaftstransportwagen (MTW) und Klein-Lkw. Die Einsätze halten sich übers Jahr hinweg im Schnitt meistens die Waage, so Capuani. Manchmal geht es nach dem Winter schnell wieder los, dieses Jahr aber so richtig erst im Mai, dafür umso intensiver. Der Ölfilm im Michelbach „hält uns jetzt noch auf Trab“, erläuterte er. 60 bis 70 Einsätze kommen in der Abteilung Mitte auf diese Weise zusammen.

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