Lieber zum MGV nach Schimmeldewog als auf die Wiesn

Auch ein bedeckter Himmel mit eher schattigen Temperaturen kann die Überwälder Oktoberfest-Fans nicht schrecken. Sie halten dem MGV Sängerbund Unter-Schönmattenwag immer die Treue, wenn der zu seinem Oktoberfest einlädt. Die Gäste kommen aus allen Himmelsrichtungen angefahren, um die gemütliche Atmosphäre rund ums Sängerheim zu genießen. Denn die Qualität des Essens, das gute Bier und die günstigen Preise haben sich im weiten Umkreis herumgesprochen, sodass den ganzen Tag über volles Haus herrschte.

Eine Original-Maß Zötler Allgäuer-Festbier für 5,50 Euro: Wo gibt es sonst noch so günstige Preise? Die Überwälder mussten nicht extra nach München oder auf die Cannstatter Wasen fahren, um dort für teures Geld weiß-blaue Stimmung zu genießen. Dann lieber beim MGV für die Hälfte des dortigen Preises feiern. Aber natürlich nicht nur deswegen durfte sich der Verein bei seinem wiederholten Oktoberfest über Gäste ohne Ende freuen. Eine Hüpfburg für die Kinder ist bereits eine Institution und wird von den Kleinen gern hüpfend angenommen. Süßwarenstand auch wieder dabei.

Über die Mittagszeit füllten sich die Plätze an den 45 Biertischgarnituren zusehends, bis kaum noch ein Platz zu ergattern war. Das blieb den ganzen Nachmittag über so. Etliche hundert Besucher konnte der MGV somit an diesem Tag begrüßen, schätzte Vorsitzender Christian Jöst. „Der Andrang wurde immer größer.“ Vor weit über zehn Jahren ins Leben gerufen, „wächst unser Oktoberfest stetig“. Jöst erhielt ständig Nachfragen, ob noch Tische frei sind oder ein bestimmtes Essen verfügbar ist. Er konnte beruhigen: Es herrschte wie üblich kein Mangel an nichts.

Die Besucher, freute sich auch die zweite Vorsitzende Anette Wiegel, kommen aus einem immer weiteren Umkreis. Sie begrüßte etliche Gäste aus umliegenden Ortschaften. Vom Badischen, aus Heiligkreuzsteinach oder Schönau, bis rüber in den Odenwaldkreis, nach Finkenbach oder Rothenberg, reicht das Einzugsgebiet. Natürlich die Großgemeinde Wald-Michelbach nicht zu vergessen, ebenso wie die südlich gelegeneren Heddesbacher oder Hirschhorner. Das zeigt, welchen Stellenwert das Fest inzwischen genießt. Auch Besucher der Partnerchöre aus Ober-Flockenbach und Union Wald-Michelbach waren zu Gast.

Weißwurst, Krustenbraten, Haxen und Leberkäs‘ genauso wie Knödel, Kraut, Zwiebelsoße und Brezn sowie als krönender kalorienreicher Abschluss der Apfelstrudel mit Vanillesoße und Vanilleeis sorgten dafür, dass Freunde der weiß-blauen Tradition auf ihre Kosten kamen. Wem etwas schwer im Magen lag, hatte dann mit Willi oder Wildsau-Tropfen Gelegenheit, diesen zu beruhigen. Ob drinnen im Festzelt bei Unterhaltungsmusik oder draußen im gemütlichen Innenhof neben dem MGV-Vereinsheim – wo man sich es schmecken ließ, war unerheblich. „Die ersten kommen schon vor 11“, weiß Schriftführerin Anja Freudl, dass die Besucher bereits früh großen Hunger und Durst haben.

Etwa 40 bis 50 Vereinsmitglieder kümmerten sich den ganzen Tag über ums Wohl der Gäste. „Wir brauchen immer mehr Leute“, machte Wiegel deutlich, dass es „rund“ geht. Wenn es brummte, packten selbst die an, die eigentlich keinen Dienst hatten. Lederhosen und Dirndl waren zwar keine Pflicht für die ehrenamtlichen Helfer, aber sie gingen „mit gutem Beispiel voran“ und verleiteten somit etliche Gäste dazu, ebenfalls die „Krachlederne“ auszupacken oder sich ins schmucke Dirndl zu werfen.

Polka, Walzer und Märsche bis hin zu modernen Stücken standen auf dem Programm der Blasmusik Unter-Schönmattenwag. Die spielte zum Mittagessen und danach unter der Leitung von Christian Schuppel Open-Air bis in die Nachmittagsstunden auf. Das „Schimmeldewäer Lied“ zum Abschluss durfte traditionsgemäß natürlich nicht fehlen. Es folgte der singende Landwirt Gerhard Pfeifer, der schon bei der Kerwe viel Resonanz hatte.

Der großen Sause gingen viele Tage harte Arbeit voraus. Zuerst wurde das Festzelt in einer Größe wie bei der Kerwe gestellt, im Vorfeld dann die vielen Bierbankgarnituren, der Ausschank vorbereitet, die Dekoration erledigt. Auch der Kinderchor „Cantante Cintura Kids“ brachte sich stark ein. Die Kinder halfen kräftig in den Stoßzeiten mit, in dem sie sich ums Abräumen der Teller und Gläser kümmerten. Vorher schmückten sie alles und richteten die Tische her. „Die Vorbereitungen sind sehr gut gelaufen“, freute sich Jöst darüber, „dass die Mitglieder voll mit angepackt haben“. Er war wieder sehr zufrieden mit der Resonanz, wie immer war das Oktoberfest sehr gut besucht. Der Aufwand hat sich wie üblich gewohnt.

Info: Vom 11. bis 14. Oktober geht der MGV auf Konzertreise nach Italien. Zusammen mit dem Chor von Laveno Mombello am Lago Maggiore geben MGV-Männer- und Frauenchor ein gemeinsames Konzert im Dom von Laveno mit dem Männerchor Arnica. Zu diesem Anlass wird auch die neue Orgel eingeweiht. Es sind kurzfristig noch zwei Plätze frei. Anmeldungen unter Telefon 0176/97900709

Advertisements