Pflanzen ohne Ende für die Gartenliebhaber

„Alle, die ich kenne, waren da“, schmunzelte Christa Bistry. Darüber hinaus „hätte ich mir noch ein paar mehr Besucher gewünscht“, meinte sie. Ihr Mann Klaus und sie hatten Dienst an der Give-Box auf der Hofwiese und die Gelegenheit genutzt, etliche Pflanzen mitzubringen, zum Tausch oder einfach zum Mitnehmen anzubieten. Hithan aus dem Irak war ebenfalls wieder dabei und übersetzte, wenn arabischsprachige Flüchtlinge vorbeikamen und sich nach dem einen oder anderen Alltagsgegenstand erkundigten, der gerade in der Give-Box zur Verfügung stand.

Das dortige Geben und Nehmen geschieht so schnell, dass man kaum hinterher kommt, lächelt Klaus Bistry. „Da hat jemand drei Föne vorbeigebracht, die waren ruckzuck weg.“ Auch eine Fritteuse oder eine Dampfstation fürs Bügeleisen wechselten an diesem Vormittag die Besitzer. Wie überhaupt die Nachfrage nach den zur Verfügung gestellten Gegenständen rege ist.

Wenn es um die Pflanzen geht, ist Christa Bistry in ihrem Element. Etliche der Kräuter und Blumen stammen aus ihrem Garten oder vom eigenen Balkon, andere hat sie aus Bremen mitgebracht. „Die Blätter der Duftgeranie dort kann man essen“, meint sie und zeigt auf einen Ableger. „Aus dem Winterportulac wird Salat“, weiß sie darüber hinaus. Das kleine grüne Blättchen, kaum zu erkennen, „wird ganz groß“. Im Frühjahr geht die Pflanze dann wieder ein.

Besonders angetan hat es Christa Bistry Jiaogulan, das chinesische Kraut der Unsterblichkeit. Der Frauenginseng unterstützt Yin und Yang, ist in der Beschreibung zu lesen. Es ist ein Kraut mit krebshemmender Eigenschaft, das zudem stressabbauend sein soll. In Thailand und China werden frische Blätter als Salat oder spinatähnlich verwendet. Sowohl aus den getrockneten als auch den frischen Blättern kann zudem Tee zubereitet werden.

Darüber hinaus wird es in der traditionellen chinesischen Medizin verwendet, um Hitze auszuleiten, Geist zu ergänzen, Gift aufzulösen, den Blutzuckerspiegel zu senken, und die Leberfunktion zu schützen. Das Kraut wächst in guter Erde, mag den Halbschatten und sollte vor Wind geschützt werden. „Ich habe es schon jahrelang, das ist unverwüstlich“, meint die Pflanzenkennerin. Man kann es in Salate und Tee tun. An sich etwas scharf, ist es „wunderbar in Verbindung mit anderen Kräutern“, so Bistry.

Der brasilianische Sauerklee ist ebenfalls schon seit ein paar Jahren im Garten der Bistrys zu finden. „Der blüht schön und man kann ihn essen“, sagt sie. „In der Sonne gehen die weißen Schirme richtig schön auf“, ergänzt Mann Klaus. Was man denn von all dem nicht essen kann? Da muss Christa Bistry schon überlegen. Der Rosenweihrauch, sagt sie dann. Dafür riecht der aber umso besser. Verzehrbar ist wiederum die winterharte wilde Rauke oder Boretsch, Bienenweide. Dessen Blüten werden gerne als Deko bei Gourmetköchen verwendet.

Auf dem Balkon der Bistrys wachsen viele Kräuter, dazu blüht es im Garten an allen Ecken und Enden. Begonien aus dem eigenen Garten, Bohnenkraut, Vogelmiere („die ist wunderbar für Salat und ist ein vitaminhaltiges Gewächs“): Die Pflanzenkennerin kommt ins Schwärmen ob der Vielfalt. Samen gab es an diesem Tag ebenfalls, so von Boretsch, Mohn, Rettich oder Kornblumen. Für einen arbeitsreichen Oktober im Garten ist damit gesorgt. Der nächste reguläre Pflanzentauschtag ist dann wieder für Ende April/Anfang Mai geplant.

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