Zwei Mal feierten die Kerwegäste in Gras-Ellenbach eine große Sause

Zwei Mal, eigentlich sogar drei Mal wurde bei der Kerwe heftig bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. Am Freitagabend luden die Organisatoren zur großen Sause mit der Band „Xtreme“ ein, am Samstag begeisterte die Malle-Party die Feierwütigen. Inoffiziell war die Kerwe bereits am Donnerstagabend gestartet, als nach dem Ausschellen im Fußballerheim am Sportplatz bis in den frühen Morgen gefeiert wurde. Leider verlor der TSV sein Heimkerwespiel unglücklich 2:3 gegen Reichenbach II. Aber das war kein Grund, Trübsal zu blasen.

Krachend voll knapp 500 Besuchern zeigte sich die Nibelungenhalle am Freitagabend. Kein Wunder, ist die Band „Xtreme“ doch eine Marke für sich und tourt regelmäßig durch die Region. Hier gab es keine Berührungsängste. Vom deutschen Schlager bis hin zu Mark Forster oder AC/DC: Stilgrenzen sind was von gestern. „Die Stimmung war einfach super“, war Attila Fodor vom Orga-Team hellauf begeistert. „Wir sind wieder sehr gut gestartet.“

Ganz egal welches Genre: Xtreme ließ sich nicht in eine musikalische Schublade stecken. Vielseitigkeit lautete das Stichwort – und das zelebrierten die Musiker in Perfektion. Jeder Song war technisch perfekt einstudiert und bekam gleichzeitig einen individuellen Touch. Mit im Tourgepäck hatte die Band eine professionelle Bühnen-Performance, garniert mit einigen Pyro-Effekten.

Mit zwei Sängern war die Partyband für alle Songs gerüstet. Lukas Baum für den männlichen Part und Jenny Daniele für die weiblichen Stimmen sorgten dafür, dass zusammen mit rasanten Outfitwechseln die gesamte Bandbreite der Party-Hits abgedeckt werden konnte – egal ob das jetzt aktuelle Dance-Charts waren, Rock- und Pop-Stücke, Neue Deutsche Welle oder deutsche Schlager. Am Bass sorgte Björn Buhl für den richtigen Groove, den Takt gab Heiko Herzog am Schlagzeug an. Bastian Ludäscher an der Gitarre hatte immer die richtigen Riffs aufs Lager.

YMCA, Wannsee, Skandal im Sperrbezirk oder I will survive hatten deshalb ebenso ihre Berechtigung wie ein Pur-, Ed Sheeran-, Malle-, Wolfgang-Petry-, Nena- oder Bayern-Medley, Songs von den Toten Hosen, Ärzten („Westerland“) oder den Sportfreunden Stiller („Ein Kompliment“). Zusammen mit Stücken von Queen („I want it all“), Robbie Williams („Angels“) oder AC/DC („Highway to hell“) der beste Mix, um inklusive frenetisch erklatschter Zugabe die Gäste bis weit nach zwei Uhr bei Laune zu halten.

Am Freitagnachmittag waren einer alten Tradition folgend zehn junge Blumenmädchen zwischen zwölf und 25 Jahren mit einem Bollerwagen durch den Ort gezogen, um Blühendes für die Ausschmückung der Halle zu sammeln. Die Anwohner kennen den Brauch schon und hielten einiges an Blumen bereit. Alte Lieder, aber auch solche zum „Mitgrölen“ und der Gras-Ellenbacher Kerwesong durften dabei nicht fehlen. „Dieses Mal sind besonders viele junge dabei“, freute sich Fodor. Das zeigt, dass die Traditionen im Ort noch gelebt werden.

Die Kerweburschen waren ebenfalls schwer aktiv. Sie gruben am Freitag die Kerwe in Gestalt von zwei Flaschen Wein aus. Die Jugendlichen zwischen 18 und 35 Jahren sind der alten Tradition folgend schon seit Anbeginn der Kerwe dahingehend aktiv. In Mitleidenschaft wird immer das Grundstück desjenigen gezogen, der sich im Vorjahr besonders viel zuschulden kommen ließ und entsprechend Erwähnung in der Kerweredd findet.

Die beiden Ausschellerinnen Madeleine Schäfer und Nadine Sauter – erstmals hatten Mädchen diesen Part übernommen – waren bereits am Donnerstag durch die Ortsstraßen gezogen und hatten die Einwohner lautstark mit dem nahenden größten Fest des Jahres vertraut gemacht. In traditionellem Gardeanzug gekleidet, hatten sie die Kerweregularien im Gepäck und taten diese lauthals kund. Anschließend wurde dann beim TSV bis in die Puppen weitergefeiert. Die Fußballer hatten natürlich einiges zu tun, um ihren Frust über die unnötige Niederlage zu ertränken.

Ebenfalls sehr gut besucht war die Nibelungenhalle am Samstagabend, als DJ Cometos Andreas Siebler von der Disco Kinki in Sinsheim zur Malle-Party einlud. Und das nicht nur ein paar Stunden lang, sondern bis Sonntagmorgen. Es herrschte bei den mehr als zahlreichen Gästen eine Top-Stimmung und feierten alle eine heiße Fete unter Sonnenschirmen.

Die Halle war entsprechend dekoriert mit Riesen-Cocktailautomat, Luftmatratzen an der Decke oder überdimensionierten Stehtischen. Der DJ hatte alles im Gepäck, was die wilde Partymeute verlangte und feuerte die Tanzwütigen immer wieder an – was diese auch gerne annahmen. Ab 22.30 Uhr wurde die Halle proppenvoll und blieb es bis in den frühen Morgen. Passend zum Motto waren auch die Besucher in Mallorcafeeling. Aber auch draußen herrschte bei gutem Wetter viel Betrieb. Anziehungspunkt war der Rummelplatz mit dem Riesenraketen-Simulator für 15 Personen.

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