Kerweband machte in Wahlen Stimmung ohne Ende

Professionelle Hilfe war gefragt: Mit dem neuen Zapfhahn hatte Bürgermeister Markus Röth so seine Probleme beim Fassbieranstich zur Wählemer Kerwe. Doch Andreas Heckmann von der Schmucker-Brauerei griff fachmännisch ein und brachte den kostenlosen Gerstensaft zum kontrollierten Laufen. Natürlich eine große Gaudi für die Besucher am Eröffnungsabend. Kerwepfarrer Fabien Morr samt Mundschenkin Lara Helm sowie dem letztjährigen Kerwepaar Wilfried Greinert und Tamara Handwerker schaute interessiert den Bemühungen des Gemeindeoberhaupts zu.

Die Tanzfläche wurde dieses Mal auf Zeltbodenniveau gelegt, damit die Kerweband oben noch mehr Platz hatte und sich austoben konnte. So war vom Zelt aus auch die Sicht nach vorn besser. Die Musiker aus dem Ort hatten sich 2010 „just for fun“ zusammengefunden. Die eingefleischten Wählemer lieben es, Musik zu machen und haben schon alle in verschiedenen Bands über viele Jahre hinweg ihr Hobby gepflegt. Jetzt spielen viele nur noch einmal im Jahr, nämlich zur Kerwe.

So entstehen auch die verschiedenen Sets: Jeder bringt seine Erfahrungen mit ein und in jedem Jahr wird auch nach aktuellen Hits geschaut, die vertont werden können. Fünf bis sechs Mal wird vor der Kerwe geprobt und dann sitzt alles. Das wissen die Besucher zu schätzen. Kaum sind die ersten Töne erklungen, füllt sich schon die Tanzfläche bis auf den letzten Platz.

Jens Sattler (Gitarre und Gesang), André Knapp (Keyboards und Gesang), Sascha Fischer und Annette Hinz (Gesang), Ralf Eisenhauer (Bass und Gesang), Ingo Stechmann (Schlagzeug), Karsten Hinz (Keyboards und Gesang), Reiner Altendorf (Trompete) und Albrecht Bärenz (Posaune) erhielten dieses Jahr Unterstützung aus dem befreundeten „Ausland“. Mit Matthias Linzmaier bediente ein Gras-Ellenbacher das Saxophon. Sein „I love Woahle“-T-Shirt hatte er aber nur an diesem Tag an, beteuerte der Musiker.

Die Band hatte dieses Mal nicht nur ihr normales Repertoire aus Volksliedern über Rockklassiker bis hin zu aktuellen Hits im Gepäck, sondern ebenso unter dem Motto „Let’s dance tonight“ ein „Disco-Special“. „Gloria“, I will survive“, „Kung Fu Fighting“ oder „YMCA“ begeisterten die Gäste in Massen. Die Musiker verbreiteten eine klasse Stimmung, die von Anfang an die Besucher zum Tanzen auf die Bühne holte.

Viele Schlager sorgten für viel Begeisterung. Da gab’s „Anita“ zu hören, „Er gehört zu mir“, oder eine neue Liebe“. „Einen Stern, der deinen Namen trägt“, brachte die Gruppe ebenfalls zum Leuchten. Begonnen hatte die Kerweband mit Traditionellem: „Aus Böhmen kommt die Musik“ hieß es vor der „Himmelspolka“ und „Tief im Odenwald“.

Gespielt wurden außerdem unter anderem von Bryan Adams das unvermeidliche „Summer of 69“, Tina Turners „Proud Mary“ und von BAP „Verdamp lang her“. „Ein Hoch auf uns“ von Andreas Bourani und „Rock mi“ waren weitere Partysongs, die natürlich im Repertoire nicht fehlen durften. „Purple rain“ von Prince war zum Abschluss ein Kracher, nach dem eigentlich keiner die Band – schon fast am frühen Morgen – ziehen lassen wollte.

Am Nachmittag war die etwa 30-köpfige Kerwejugend im Ort unterwegs, um das große Fest „auszuschellen“ und die Ortsbevölkerung darauf hinzuweisen. „Eine halbe Stunde früher als bisher, damit sie rechtzeitig zur Eröffnung im Zelt sind“, lachte die zweite Vorsitzende des veranstaltenden „Bohnestegge“-Vereins, Julia Mühlfeld. An vielen, oft schon bekannten Stationen im Dorf wie den Familien Morr und Buchhaus wurden die Schellenden mit Festem und Flüssigem verpflegt. Bollerwagen, Musik und Sirene machten auch dem Letzten klar, dass jetzt die große Sause beginnt. „Alle sind gut verköstigt angekommen“, schmunzelte sie. „Es gab keine Ausfälle.“

„Das sechste Oktoberfest war wieder ein Wahnsinnserfolg für uns“: Julia Mühlfeld war die Begeisterung über das brechend volle Festzelt am Samstagabend anzumerken. „Eine klasse Stimmung.“ Die „Almrocker“ unterhielten über vier Stunden lang bis 2 Uhr nachts die Gäste super. Über 300 Karten gingen bereits Mitte Juli im Vorverkauf innerhalb von wenigen Stunden weg wie die warmen Brezn. Am Ende waren es dann über 700 Oktoberfest-Gäste – „eine super Resonanz“. Für den Verein ist klar:  „Wir waren super zufrieden und werden des Oktoberfest nächstes Jahr wieder veranstalten.“

Die Gäste, oft zum wiederholten Male da, sparten ebenfalls nicht mit Lob. Die Resonanz war sogar noch besser als im vergangen Jahr, freute sich Mühlfeld. Dazu trugen natürlich auch die vielen bekannten Schlager bei, die die „Almrocker“ präsentierten: „Hulapalu“ von Andreas Gabalier, „Schützenjägerzeit“, „Sierra Madre“ oder „Ab in den Süden“. Highlight: ein Gastauftritt des Wählemers Sascha Fischer bei „Westerland“ und „Narcotic“. Das Festzelt kochte. Mit Weißwurst, Haxen, Brezn und Maßbier hatte der Kerweverein neben der stimmigen blau-weißen Atmosphäre natürlich die entsprechende Oktoberfest-Verpflegung in petto.

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