Und es gibt doch Kohle: Schönmattenwager Köhlertage „light“ starten auf der Raubacher Höhe am 6. September –

Die Köhlertage finden doch noch statt. Führten Hitze und Waldbrandgefahr Ende Juli dazu, dass es ein behördliches Durchführungsverbot gab, so können Gesangverein Harmonie und FC Odin aufgrund des Regens in den vergangenen Tagen nun zur Tat schreiten. Die beiden Köhler Joachim Sauer und Jürgen Walter werden dem schwarzen „Patienten“ am frühen Morgen des Donnerstags, 6. September, mit dem Anzünden „Leben einhauchen“. Danach wird bis zum Samstag, 15. September, auf der Raubacher Höhe gefeiert.

Dass die für Ende Juli und Anfang August geplanten Köhlertage sprichwörtlich ins Wasser gefallen sind, lässt sich in Anbetracht des trocken-heißen Sommers nicht wirklich behaupten. Nach dem Durchführungsverbot stellte sich den Verantwortlichen die Frage „Was passiert mit dem Meiler?“, denn ein Plan B war nicht gegeben. Ein Abbau kam nicht in Frage, dafür wurde im Vorfeld zu viel Zeit und Arbeit investiert. Also war die Durchführung zu einem späteren Zeitpunkt die Alternative. Seither wartete der Meiler gewissermaßen im „Standby-Modus“, mit kohlenschwarzer Erde abgedeckt, oberhalb der Raubach auf seine Aktivierung.

Nach den Regenfällen der letzten Tage steht die Kohlen-Ampel nun auf Grün. Joachim Sauer und Jürgen Walter können loslegen. Die beiden Schönmattenwager Vereine Harmonie und FC Odin werden – dank der Unterstützung der Helfer aus Ortsbevölkerung und beiden Vereinen – dazu einen angepassten Bewirtungsrahmen bieten. Werktags von 16 bis 23 Uhr sowie samstags und sonntags ab 11 Uhr bieten Küche und Ausschank leckere Köhlerspezialitäten und kühle Getränke.

Der Waldplatz um den Meiler erhielt wieder die bekannte Biergarten-Atmosphäre zum Verweilen bei hoffentlich schönen September-Tagen. Am zweiten Kohlenmeiler-Wochenende nähert sich dann die Köhlerwoche dem Ende und die Ernte der Holzkohle steht an. Damit beginnt für die Köhler die eigentliche schmutzige Arbeit im Vergleich zu den ersten Tagen, bei denen es zunächst vor allem um die Regulierung der Luftzufuhr zum kontrollierten und gleichmäßigen Verkohlen der rund 35 Raummeter Buchen- und Eichenholz geht.

Mit dem „Putzen“ werden noch vorhandene Grasreste und weitere störende Bestandteile entfernt, dann geht es an die Kohlegewinnung. Umlaufend wird die mit der Spitzhacke die Kohle herausgehauen. Dabei wird die vorhandene Glut fortlaufend mit Kohlestaub erstickt. Die ringsum den Meiler liegende Kohle wird nach zwei bis drei Stunden Abkühlzeit in Säcke abgefasst. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis der Meiler letztlich komplett abgeräumt ist. Am Samstag, 15. September, ist die Köhler-Arbeit voraussichtlich getan und damit enden auch die Köhlertage.

Info: Zu erreichen ist der Festplatz auf der Raubacher Höhe bequem mit dem Pkw über Ober-Schönmattenwag oder Finkenbach, der Kreisstraße 37 Richtung Raubach folgend. Gleichfalls bietet sich der Kohlenmeiler auch als leicht zu erreichendes Wander- oder Fahrradziel an, so von Ober-Schönmattenwag aus durch das Ellenbachtal mit dem sanften Anstieg zur Raubacher Höhe sowie von Aschbach auf dem Höhenweg. Weitere Infos unter 06207/921568.

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