„Rotzlöffl“ feierten eine große bayrische Party auf der Garemer Kerwe

Party ohne Ende am Sonntagabend bei der Garemer Kerwe. Die „Rotzlöffl“ aus der Oberpfalz brachten das Festzelt zum Kochen und machten so kräftig Stimmung, dass schon am Ende des ersten Sets die Besucher auf den Bänken tanzten. Vom ersten Takt an hatte die Band die Meute im Griff. Mit ihrer Mischung aus „Boarisch-Rocken“, Schlager und Volksmusik hatten die vier Musiker das proppenvolle Zelt gleich mit den ersten Tönen auf ihrer Seite. Vier Stunden lang ging’s heftig ab. Dann hängten die Musiker noch 25 Minute Zugabe dran, weil die begeisterten Fans einfach keine Ruhe geben wollten.

David Sorgenfrei (Gitarren, Trompete), Sandro Augustin (Schlagzeug, Trompete), Matthias Zimmerer (E-Bass, Bariton), Christoph Plank (Akkordeon, Steirische, Keyboard), alle vier auch gesanglich aktiv, holten einen knalligen Sound ins Zelt, der selbst in den hintersten Reihen noch schweißtreibend wirkte. Schon zum sechsten Mal in Folge war die 2005 gegründete Band zu Gast auf der Garemer Kerwe – und räumt jedes Mal ab. Die Besucher kommen dafür längst nicht mehr aus dem Ort selbst, sondern von weiter her, um zusammen eine große Sause zu feiern.

Denn der Vierer lässt praktisch keinen Schlager aus und hat die größten Hits zu Medleys gemischt. Da gibt’s neben Schneewalzer, Kufsteinlied oder Amsterdam natürlich auch was von Andreas Gabalier zu hören, zusammen mit „boarisch“-volkstümlichen Stücken. Klatschen, Singen und Schunkeln sind bereits dann unter den 400 Zuschauern im proppenvollen Zelt angesagt.

Was sich langsam, aber sicher zur heißen Angelegenheit entwickelte. Auch deshalb, weil die Band ewig lange am Stück abhottete, ehe sie den Gästen die erste Pause gönnte. Am 1. Juli 2018 hatte die Truppe einen Auftritt bei „Immer wieder sonntags“ in der ARD mit Stefan Mross. Dort präsentierte sie ihre neue Single „Fensterln gehen“. Diesen Song hatten die Rotzlöffl natürlich dann auch live in Gadern dabei.

Die Pause nutzte Christian Eck von der mitveranstaltenden Feuerwehr dafür, um sich sowohl bei den Sponsoren als auch bei den vielen Helfern im täglichen Betrieb sowie bei Zeltauf- und -abbau zu bedanken, die die Kerwe wieder zum Erfolg machten. „Ohne euch wäre das alles gar nicht möglich“, sagte er. Dann ging’s nahtlos mit der Party für alle Generationen weiter. U18 und Ü75 feierten zusammen mit den dazwischen liegenden Altersgruppen bis weit nach Mitternacht zusammen mit der Band.

Zur Schunkelrunde ging’s ins Münchner Hofbräuhaus. Die Rotzlöffl beklagten sich danach über das fehlende Bier auf Hawaii, ließen Spanien kräftig hochleben (Viva España) und hetzten in ihrem Medley rockig „Atemlos durch die Nacht“. Währenddessen mussten die Bierbänke zeigen, dass sie stabil sind: Immer mehr Gäste stiegen auf sie, um ausgelassen mitzusingen und zu tanzen.

Während die Mallorca-Hits „Schwarze Natascha“, „Knallrotes Gummiboot“ und der „Anton aus Tirol“ wie aus der Pistole geschossen musikalisch in die Menge gefeuert wurden, kannte diese kein Halten mehr. Jung und Alt ließen sich gerne von den „Rotzlöffln“ ins „Tiroler Land“ entführen oder tanzten den „Zillertaler Hochzeitsmarsch“. Wie überhaupt die Fläche vor der Bühne sich immer mehr füllte, je später der Abend wurde. „Am Schluss tanzten sie alle“, beobachtete Eck.

Dass es aber nicht nur bayrisch gehen kann, zeigte die Band im letzten Set. Da wurden die Instrumente endlich mal so richtig rangenommen, gingen die vier musikalisch in die Vollen. „Don’t stop believing“ von Journey oder „Jump“ von Van Halen gab es unter anderem zu hören. Mit Bryan Adams kehrte der „Summer of 69“ zurück und in den vielen Medleys ließen sich deutsche Rockgrößen raushören. Der heftige Guss machte kurz vor dem Rotzöffl-Set noch einen Schnelleinsatz der Helfer nötig: Ruckzuck wurden Gräben ums Zelt gezogen, damit das Wasser nicht hineinlief. „Das ging zum Glück zügig“, schmunzelte Eck.

Der Montag war dann eher wieder geruhsam. Zum Frühschoppen war das Zelt gut gefüllt, die mittägliche Schlachtplatte wurde geputzt, sodass am Ende nichts mehr übrig war. Im Helferkreis ließen die ausrichtenden Vereine Feuerwehr, Gymnastikgruppe und Gesangverein schließlich gegen Abend die gelungene Veranstaltung ausklingen. Der Sonntag war der stärkste Tag der Kerwe, wie Christian Eck sagte. Die Gesamtveranstaltung war „rundherum ein Erfolg“, auch wenn es ein paar schwächer besuchte Momente gab. „Das Konzept ist aufgegangen“, so Eck.

Archivbild

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