Werbung für die Traumnacht am Freitag auf „Hallo Hessen“

„Hallo Hessen“ heißt es am Freitag, 6. Juli, um 16 Uhr im hessischen Fernsehen. Mit dabei: Gundolf Reh, Vorsitzender des Überwälder Museums- und Kulturvereins. Er bewirbt dort die Traumacht, quasi die hiesige „Nacht der Museen“, die in den Überwald-Gemeinden am Samstag, 7. Juli, von 18 bis 24 Uhr stattfindet. Gundolf Reh wird dabei in einer Tracht auftreten, die er im Sommerhalbjahr einmal im Monat anlegt. „Ich erscheine dort in Bäckerkleidung und bringe Utensilien aus dem Backhaus mit“, erläutert er.

Reh wird den Fernsehzuschauern Bau und Funktion des Backhauses auf der Hofwiese erklären. Natürlich gibt es auch Infos über den Überwälder Museums- und Kulturverein sowie das von ihm betreute Museum in der Gass. „Das alles wird auch mit Bildern untermalt“, kündigt er an. „In Bäckerbekleidung werde ich auch die Gelegenheit haben, die Highlights des Programms der Traumnacht vorzustellen“, freut er sich auf die Sendung.

2007 begann der Museumsverein mit dem Wiederaufbau eines für die Region typischen Backhauses mit integriertem Schweinestall auf der Hofwiese im Ortskern. Das Projekt wurde im Frühjahr 2008 abgeschlossen. Seitdem finden von April bis Oktober monatliche Backtage statt, an denen von Vereinsmitgliedern 60 Kilo Sauerteigbrot gebacken werden. Unterstützung erfahren die Aktiven dabei von den Landfrauen, die für den leckeren Brotaufstrich sorgen und Blechkuchen beisteuern.

Das Museum befindet sich in dem historischen Fachwerk-Rathaus (bezeichnet: 1594) von Wald-Michelbach. In seinem Foyer sind alte Grenzsteine, zum Beispiel der „Adlerstein“ von 1792, aufgestellt. Der überwiegende Teil der Ausstellungen vermittelt Einblicke in die vergangene Arbeitswelt der Region. Zum Beispiel wird an die Imkerei, in der früher Strohkörbe verwendet wurden, erinnert. Utensilien zur Hausschlachtung verweisen auf die in vergangenen Zeiten übliche Selbstversorgung der Bevölkerung.

Weiterhin werden verschiedene historische Handwerke vorgestellt. Die Küferwerkstatt stammt von dem letzten Küfer am Ort, Georg Gassert (1897–1978). Neben den Arbeitsstätten eines Sattlers und eines Schuhmachers ist die einfache Einrichtung und Ausstattung einer Schneiderwerkstatt zu besichtigen. Ein eigener Bereich widmet sich dem Bergbau im Überwald (Abbau von Eisenerz, Mangan und Schwerspat), der seine Blütezeit im Zeitraum von 1895 bis 1912 erlebte.

Im einstigen Ratssaal im ersten Geschoss geht es um die Nutzung des Waldes und des Rohstoffes Holz. Hier erfährt der Besucher Näheres über einen ehemals wichtigen Nebenerwerb in der Region: die Gewinnung und den Verkauf von Eichengerbrinde. Zudem werden die Tätigkeiten der Korbmacher, Besenbinder, Rechenmacher, Schindler, Köhler (Modell eines Meilers zur Gewinnung von Holzkohle) und der Steinhauer (Sandstein, Granit) sowie die Waldarbeit vorgestellt.

Einleitend wird ein Film über das Stoewer-Museum gezeigt. Das wurde im April 2002 eröffnet. Ziel war es einerseits, den zahlreichen Stoewer-Enthusiasten auf der ganzen Welt einen Anlaufpunkt für das gemeinsame Hobby zu bieten, andererseits aber auch einen Ort zu schaffen, an dem die einzigartigen Produkte der Marke Stoewer (ein von 1858 bis 1945 in Stettin ansässiges Unternehmen, das vorwiegend als Auto- und Fahrradhersteller bekannt wurde) der Öffentlichkeit präsentiert werden können.

Es sollen nicht nur Menschen angesprochen werden, die sich speziell für diese Marke interessieren, sondern alle, die ein Faible für alte Automobile, Nähmaschinen und Schreibmaschinen haben oder sich einfach nur für ein Stück deutsche Industriegeschichte interessieren. Im Obergeschoss werden vorwiegend Automobile ausgestellt, außerdem viele Gegenstände, die mit Autos und dem Autofahren zu tun haben. Die meisten ausgestellten Stoewer-Automobile wurden erstklassig restauriert und befinden sich im fahrbereiten Zustand.

Im Untergeschoss ist die Ausstellung der Stoewer-Nähmaschinen, Schreibmaschinen und Fahrräder zu finden. Zum Teil befinden sich diese Exponate in unrestauriertem Originalzustand, zum Teil wurden sie auch liebevoll restauriert. Ebenfalls im Untergeschoss befindet sich der „Raum Stettin“. Hier wird dem Besucher die Stadt Stettin, wo bis 1945 die Stoewer-Fabriken angesiedelt waren, näher gebracht.

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