Beim Überwälder Heimatfest-Umzug wurden Sprichwörter bildlich dargestellt

Gute Laune ohne Ende, tolles Wetter, zahlreiche Gäste und bestens aufgelegte Teilnehmer beim Umzug: Das Überwälder Heimatfest stand übers Wochenende unter optimalen Vorzeichen. Höhepunkt war wie jedes Jahr der Umzug durch Wald-Michelbachs Ortsmitte. 40 Gruppen, entweder zu Fuß oder als Motivwagen, ließen Sprichwörter lebendig werden und geizten dabei nicht mit Kreativität – denn Preise gab es dabei auch zu gewinnen.

Mit einer gehörigen Portion Selbstironie warteten die drei Überwald-Rathauschefs auf: „Wenn das Arbeiten leicht wäre, tät‘s der Bürgermeister selber“ hieß es zum Motivwagen, auf dem sich Dr. Sascha Weber (Wald-Michelbach); Angelika Beckenbach (Abtsteinach) und Markus Röth (Grasellenbach) sichtlich zufrieden räkelten und den lieben Gott einen guten Mann sein ließen. „Kleinere Brötchen backen“, „Die Puppen tanzen lassen“, „Mit jemanden Schlitten fahren“ oder „Ins Schwarze treffen“ hießen weitere in die Realität umgesetzte Ideen.

„In Teufels Küche“ entführte etwa bildgewaltig der SV Affolterbach und gewann damit den zweiten Preis der Prämierung. Erster wurde bei den Wagen die Feuerwehr Wald-Michelbach, bei der es „Viel Holz vor der Hütte“ gab. Dritter wurde der MGV Union, der seine Sänger am Pranger stehen ließ. Die Kreidacher Vereine kamen (nur beim Umzug) mit einem blauen Auge davon, bei der Preisverleihung gewannen sie den Fußgruppen-Contest vor den Sommerspielen Überwald und dem Wohnheim Finkenhof.

Ging es vor dem Umzugs-Start auf dem Festplatz vor dem Einhaus noch gemütlich zu, änderte sich das schlagartig nach dem Eintreffen der Umzugsteilnehmer und der vielen Zaungäste entlang der Strecke. Karnevalspräsident Thomas Sattler von den Aschbacher „Hussmouge“ hatte die Besucher zwischenzeitlich mit den verschiedenen Zugnummern bekannt gemacht und dabei den einen oder anderen lockeren Spruch auf den Lippen.

Auf der Hofwiese ging es nachmittags so weiter wie der Samstagabend aufgehört hatte: mit guter Stimmung und vielen Gästen. Der Beginn des Heimatfestes zauberte ein breites Lächeln auf die Gesichter der Verantwortlichen. Bürgermeister Weber sprach von einem „sehr guten Start“, Heinz Fischer von der Wirtschaftsvereinigung Überwald (WVÜ) nannte den Besuch „überragend“. Die 600 Plätze an den gestellten Tischen und Bänken „waren durchgängig besetzt“, freute er sich.

Der Fassbieranstich gestaltete sich international. Denn übers Heimatfest-Wochenende waren auch 60 Besucher aus den Partnerstädten Hassocks (Großbritannien) und Montmirail (Frankreich) im Überwald. Die hatten ein dichtgedrängtes Programm zu absolvieren, wozu natürlich auch Besuch des Heimatfests und die Mitwirkung am Umzug zählten. Bei den französischen Gästen kam die Besichtigung der Schmucker-Brauerei bestens an. Sie reisten mit etlichen Flaschen des wohlschmeckenden Gerstensafts wieder ab.

Die Kocherbacher Trachtenkapelle leitete mit ihren schmissigen Weisen aus Polka, Walzer und Märschen den Samstagabend ein. Etwa eine halbe Stunde spielte das 25-köpfige Ensemble unter der Leitung von Ralph Dinu-Bieringer auf, ehe dann Weber zur Tat schreiten durfte. Sein Amtskollege aus Montmirail, Etienne Dhuicq, stand ihm dabei tatkräftig zur Seite.

Der restliche Abend gehörte dann den „Knetkepp“. Die Setliste der Gruppe bot für jeden Geschmack etwas, sodass alle auf ihre Kosten kamen. Die Band mit Daniel Arnold (Schlagzeug), Janina Becker (Keyboard), Patrick Gräber (Bass und Gesang), Steffi Walter (Gesang) sowie Nico Böhm und Michael Jungmann (Gitarre) hatte Schlager, Volksmusik, Rock, Pop, Alpenländisches, Neue Deutsche Welle und Blues parat.

Heinz Fischer unterstrich, wie gut das Konzept mit dem Heimatfest auf der neu gestalteten Hofwiese angenommen wird. Die Besucher wissen das Ambiente zu schätzen. „Wir sind auf einem guten Weg, es wieder positiv zu entwickeln“, betonte er. Zum Einsatz kam auch erstmals das von der WVÜ neu angeschaffte Zelt, das in spe auch Gewerbetreibenden für ihre Aktivitäten zur Verfügung gestellt werden soll. Der Sonntag nach dem Umzug und der Montag als Tag der Firmen, deren Mitarbeiter sich dort zu Frühschoppen und Mittagessen trafen, gestalteten sich aus Sicht der Organisatoren ebenso erfreulich.

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