Das Zelt in Unter-Schönmattenmwag war quasi nonstop „brechend voll“

. „Die Kerwe ist super gelaufen“, freute sich MGV-Vorsitzender Christian Jöst nach den vier tollen Tagen. Der Sängerbund als Ausrichter der Traditionsveranstaltung hatte „nonstop volles Zelt“, so Jöst. Egal ob Einweihung des Kerwebrogges, Konzert mit Thousand Years Later, Kerwepredigt oder montäglicher Ausklang: Die Schimmeldewäer strömten in Scharen in den Alten Weg, um die Gastfreundschaft der Sänger zu genießen.

Die hätten alles aber nicht ohne die große Hilfsbereitschaft aus der Ortsbevölkerung stemmen können. 200 Helfer aus dem ganzen Dorf waren über die tollen Tage im Einsatz, nicht nur MGV-Mitglieder. Ihnen sprach Jöst deshalb seinen großen Dank und ein „Riesenkompliment“ aus, dass alles so vorbildlich funktioniert. „Wir wollen die alten Traditionen wieder aufleben lassen und fortführen“, umschreibt er das „Geheimnis des Erfolgs“, dass sich die Kerwe einer so großen Beliebtheit erfreute.

Die verschiedenen Kerwe-Gaudi-Trupps trugen ihr Übriges dazu bei: Jugend, Kids, Teenies und Muttis brachten sich super ein. Der Zusammenhalt in Unter-Schönmattenwag „ist eben hervorragend“, weiß der MGV-Vorsitzende. Als „überragend“ bezeichnete er die Resonanz auf die Kerwebrogge-Einweihung am Freitagabend als Neuerung bei der Kerwe. Ein Zuspruch, der sich auch Sonntag und Montag nahtlos fortsetzte.

Start war mit dem gut besuchten Gottesdienst im Festzelt durch Pfarrer Peter Pristas, umrahmt von der Old-fashioned-Band. Mit Blick auf die Fußball-WM und das mit verschiedenen Länderfahnen ausstaffierte Zelt erlaubte sich der Geistliche den Scherz, warum es in den verschiedenen Ländern bestimmte „Nationalgetränke“ gibt: in Russland Wodka, in Schottland Whiskey, in Deutschland Bier. Nämlich damit jedes Land an seiner eigenen Fahne erkennbar ist…

Zu Frühschoppen und Schnitzel-Mittagessen spielte die Blasmusik Schimmeldewog auf. Direkt im Anschluss startete das unterhaltsame Nachmittagsprogramm, bei dem das Kerwezelt aus allen Nähten platzte. Beim Auftritt des katholischen Kindergartens und des MGV-Kinderchors unter Leitung von Katharina Zink, verstärkt durch Mitglieder des Grundschulchors, gab es nur noch ein paar Stehplätze.

Durchs Programm führte Kerwepräsident Christian Jöst, der dann den Tanz von Kerwekids und Teenies ansagen durfte. Anschließend liefen zusätzlich zu diesen noch Kerwejugend und Parre Jens Gam samt seine Entourage zu „Hells Bells“ von AC/DC ins Festzelt ein. Als der Kerweparre mit seiner Redd loslegte, glühten so einigen die Ohren. Die Zuhörer waren begeistert und lachten viel über die Missgeschicke ihrer Mitmenschen.

Großes Aufreger-Thema war eine mögliche Einbahnstraßen-Regelung, weil mit schöner Regelmäßigkeit in der Kirchstraße morgendliches Verkehrschaos herrscht. Der Grund: Die Eltern fahren ihre Sprösslinge immer direkt bis an die Grundschule, anstatt sie unten an der Straße rauszulassen. Und dann das: „Des Verkehrschaos um kurz vor 8 soll zure Eibohnstroß reiche? En Skandal, er Lait, des sucht seines gleiche! Do wurd geredd, diskudiert und depadiert, in de Hoffnung, dass sou en unfug ned bassiert.“

Doch auf der Gemeinde war von den Plänen wenig bekannt. Deshalb: „Sou gab’s veel Stress um e Eibohnstroßeschild,  wou vielleicht die Käischstroß ziehrt, hoffendllich hawwe die Verursacher die Problematik dodemit kapiert. Do hawwe mer die Moral vun der Geschicht, Kinner an die Schul bis vor die Der, die fährt man nicht.“

Die aus Owwer hatten sich einen Scherz mit „Unner“ erlaubt, der wohl noch ein Nachspiel haben wird: „Awwer ehr Leid aus Owwer isch sag eisch ohns, ma sieht sich immer Zwo mal im Lewe.“ Die Kerwe-T-Shirts waren weg. „Die häwwe ledschd Woch, unser Kerwe T-Shirts als Geisel genumme.“ Abholung: bei der Kerwe in Ober. „Mit re sportlich kampferfahrene Mannschaft sinn ma do owwe eigeloffe, mim Parremobil uff unserm eigens reservierten Parkplatz gschosse, im Feschdzelt glei e paar Bier im Arm, bis es dann zur T-Shirt Übergabe kam.“

Der singende Landwirt Gerhard Pfeifer aus Lautertal unterhielt danach die Meute mit seiner Stimmungsmusik bestens. Von Schlagern bis hin zu aktuellen Hits war alles dabei, untermalt von einigen Witzen. Kein Wunder, dass die große Sause bis spät in die Nacht andauerte und auch die Cocktailbar mit ihren 25 süffigen Angeboten wieder stark frequentiert wurde.

Der Kerwemontag stand unter anderem im Zeichen des Freibiers: Mittags spendierte es der hessische Meisterchor des Sängerbunds zusammen mit dem Kerwepräsidenten, nachmittags floss der Gerstensaft dank Hans Ehret, seit 40 Jahren Rechner beim MGV, fer umme. Haxen und Wellfleisch sowie Kaffee und Kuchen wurden stark nachgefragt, während Alleinunterhalter Florian Koch aufspielte. Zum Abschluss wurde unter großem Wehklagen die Kerwe durch den Parre und sämtliche Beteiligte zu Grabe getragen, während der Musikus einen Trauermarsch spielte. Zwischendurch führten Kerwejugend, Teenies und Muttis noch einmal einen Tanz auf.

oben v.l. Lukas Milke, 1. Kerweborschd, Jens Gam,  Parre, Benedikt Staat, Mundschenk

    Oliver Jöst (li.) machte das Metall-Geweih, Klaus Sieber den Kerwebrogge

 

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