Traditionspflege sorgt für volles Kerwezelt in Unter-Schönmattenwag

Das war ein Start nach Maß. Der Auftakt der Unner-Schimmeldewäer Kerwe zollte den alten Traditionen Tribut und wurde von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Abholung des Kerweparres, die Einweihung des Kerwebrogges und der anschließende Fassbieranstich sorgten für ein großes Hallo im prall gefüllten Festzelt. Der ausrichtende MGV Sängerbund war schon nach den ersten eineinhalb Tagen mehr als zufrieden mit dem höchsten Ortsfest im Jahreslauf. Das Kinderprogramm am Samstagnachmittag fand ebenso wieder viel Anklang bei den Kids.

Die Kerwejugend machte zu Beginn viel Radau. Mit Einachser, Bulldog und geschmückten Wagen fuhr sie durch die Ortsstraßen. Viel Halli Galli und Musik ohne Ende gab es auf dem Weg zu Kerweparre Jens Gam, der von der lauten Schar zuhause auf Korsika abgeholt wurde. Dort wurde erst einmal Party gefeiert und sich für den weiten Heimweg gestärkt.

Beim Sängerheim stießen auf dem Rückweg noch Kerweminis und Kerweteenies dazu, sodass sich eine bunte Schar von über 60 Personen dann auf zum Kerwezelt machte. Viele Ortsbürger standen an den Straßen Spalier und grüßten die fröhliche Truppe. Die verschiedenen Kerwegruppen haben immer mehr Zulauf. Minis und Teenies gab es im vergangenen Jahr noch nicht. Die Akquise im Vorfeld derKerwe hatte großen Erfolg. Alle sind mit einem Kerwe-T-Shirts und Namen ausstaffiert.

Die Einweihung des „Kerwebrogges“ hinter dem Festzelt fand „einen riesigen Zuspruch“, freute sich MGV-Vorsitzender Christian Jöst. „Echt Wahnsinn, was da los war.“ Nach der Begrüßung durch Kerweparre Jens Gam ging’s an die Ausgrabung der Kerwe, einer Holzkiste mit Hirschgeweih, Trink-Hirschkrug des Parres, Schürze und Zapfhahn. Dazu spielte die Blasmusik das Schimmeldewäer Lied.

Den Sandstein-Kerwebrogge hatte Klaus Sieber hergestellt. Der über ein Meter hohe Findling wurde von ihm mit Schimmeldewäer Wappen und Kerwekranz verziert. Oliver Jöst baute ein Hirschgeweih aus Stahl mit ein. Zu seinen Füßen wird am heutigen Montag die Kerwe wieder vergraben.

Nach dem Einzug ins Zelt begrüßte Ortsvorsteher Hans-Dieter Martin die Gäste. Er freute sich, dass die alten Traditionen wieder gepflegt werden. Dann durfte Bürgermeister Dr. Sascha Weber zum Fassbieranstich schreiten, den er unter den kritischen Augen von Jöst, Gam, Martin, Mundschenk Benedikt Staat und 1. Kerweborscht Lukas Milke fehlerfrei erledigt. Von der Blasmusik gab’s dazu den „Böhmischen Traum“, Polkas und Märsche sowie natürlich ein „Prosit“. MGV-Kerwepräsident Christian Jöst freute sich in seiner Begrüßung über das volle Haus.

Anschließend fand eine große Party am Zeltstrand statt. DJ Peter Henninger, bekannt von „Malle und Sonnenstrand“, legte nicht nur Mallorca-Schlager auf, sondern auch Strandparty-Musik und aktuelle Hits. Zu dem Anlass wurde das Zelt mit einem kleinen Pool, Sand und Palmen ausgestattet, damit sich die Gäste wie auf der Balearen-Insel fühlen konnten. Auch in flüssiger Form war die Illusion perfekt: Die MGV-Helfer mixten 25 verschiedene Cocktails, die super ankamen.

Katharina Zink, die Leiterin des Kinderchors „Cantante Cintura Kids“, gab am Samstagmittag auf der Bühne des Festzelts eine Schnupperchorstunde. Dazu konnte sie auch ein paar interessierte neue Gesichter begrüßen. Ganz im Stil einer klassischen Chorprobe wurde mit dem Aufwärmen begonnen, ehe die Kinder dann den Kanon „Tiri Tombai“ und „Chöre“ von Mark Forster sangen. „Das kannten fast alle“, freute sich Zink. Aktuell sind um die 20 Kinder im Chor dabei, drei oder vier zeigten sich bei der Kerwe angetan. „Die sind auch aus dem Ort“, hoffte die Chorleiterin auf Verstärkung.

Gerne würde sie auch ein paar Jungs im sehr mädchenlastigen Chor begrüßen. Es gibt zwar einige, die vorsichtig Interesse zeigten, aber sich erst dann trauen, wenn sie in einer größeren Gruppe auftreten. Nach den Sommerferien starten die Proben wieder am 10. August um 17.30 Uhr im Sängerheim. Zum Nachmittagsprogramm gehörte auch Zauberer Seppl, der die Kinder ein ums andere Mal mit seinen Kunststücken verblüffte.

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