Ober-Abtsteinacher Kindergarten ist ab August bis 16 Uhr offen

Nachdem das Thema im Haupt- und Finanzausschuss gründlich vorberaten worden war, herrschte in der Gemeindevertretung Einstimmigkeit über die neuen Kindergarten-Öffnungszeiten und –Gebühren. Ausschussvorsitzende Karin Oberle (CDU) hatte zuvor nochmal einmal die Empfehlung aus dem Gremium nachgezeichnet, ehe dann die Mandatsträger in der letzten Sitzung vor der Sommerpause alles einhellig verabschiedeten.

Der Regelbesuch von Ü3-Kindern wird ab 1. August jeden Tag von 7.15 bis 13.15 Uhr für die Eltern beitragsfrei sein. Die fälligen 135,60 Euro werden der Gemeinde vom Land zur Verfügung gestellt. Ein zusätzliches Modul kann tageweise von 13.15 bis 16 Uhr gebucht werden. Es kostet 62,15 Euro im Monat für fünf Tage/Woche, wird aber nach angemeldeten Wochentagen abgerechnet. Verpflichtend ist die Teilnahme am Mittagessen. Diese Kosten werden zusätzlich berechnet.

Eltern von U3-Kindern zahlen für ihre Sprösslinge künftig 212 Euro im Monat, wenn diese sechs Stunden am Tag betreut werden. Der Nachmittag kostet 97 Euro mehr. Auch hier folgte der Beschluss, dass nur die tatsächlich in Anspruch genommenen Tage berechnet werden. Im U3-Bereich reduziert sich ab dem zweiten Geschwisterkind die Gebühr um 25 Prozent, wenn beide Kinder das dritte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Im Ü3-Bereich werden aufgrund der Entlastung der Eltern durch die sechsstündige Beitragsfreistellung Geschwisterkinder bei der Nachmittagsbetreuung nicht ermäßigt.

Werden Ü3-Kindern in der sogenannten Nestgruppe betreut, sind diese kostenmäßig den Ü3-Kindern in der Regelgruppe gleichgestellt. Darunter sind Kinder zu verstehen, die bereits ihren dritten Geburtstag gefeiert haben, aber weiterhin in der U3-Gruppe bleiben. Die Differenz wird von der Gemeinde getragen, gilt jedoch nur für in Abtsteinach gemeldete Kinder.

Für die Eingewöhnungszeit der Ü3-Kinder ist der hälftige Beitrag der jeweils fälligen Betreuungskosten von den Eltern zu zahlen. Zwei Monate bevor die Kleinen drei Jahre alt werden, können sie für ein bis zwei Stunden am Tag in ihre kommende Kiga-Gruppe hineinschnuppern. Wie bisher wird bei allen Varianten Getränke-, Spiel- und Bastelgeld gesondert vom Kindergarten erhoben.

Die Betreuungszeit wird ab dem kommenden Kindergartenjahr um eine Stunde auf dann 16 Uhr ausgeweitet. Zugleich wurde dem neuen Personalschlüssel ohne Schaffung einer Berufspraktikantenstelle zugestimmt. Hier hatte noch einmal Ursula Jonasdofsky (SPD) eingehakt. Vor dem Hintergrund des Erziehermangels fürchtete sie, im Bedarfsfall kein Personal mehr zu bekommen. Deshalb sollte man es sich überlegen, „jemanden aus den eigenen Reihen heranzuziehen“.

Sabine Bachmann (FWV) wies darauf hin, dass das Thema ja nur aufgeschoben sei und nicht völlig vom Tisch. „Erst einmal schauen wir, wie das Angebot bis 16 Uhr angenommen wird“, lautete der Tenor. Danach könne man über einen Berufspraktikanten ab dem kommenden Kindergartenjahr entscheiden. Denn die Einstellung sei auch eine Kostenfrage. Bachmann bezweifelte sowieso, dass man Mitte Juni noch für den 1. August jemand finde.

Der Knackpunkt aus der vorherigen Gemeindevertretung, eine verlängerte Öffnung bis 17 Uhr ins Auge zu fassen, war durch eine kurzfristige Elternumfrage mehr oder weniger vom Tisch. Von 77 Fragebögen kamen 54 zurück. Die Tendenz war eindeutig: 41 Erziehungsberechtigte, also drei Viertel, benötigen die Zeit bis 17 Uhr nicht. Selbst diejenigen, die davon Gebrauch machen würden, brauchen die eine Stunde mehr – bis auf zwei Ausnahmen – nicht an allen Tagen.

Eine Stunde mehr würde für die Gemeinde snoch einmal 70.000 Euro zusätzliche Kosten bedeuten – die muss sie schon jetzt mit der Verlängerung auf 16 Uhr schultern. Die 30 Essensplätze für die im Raum stehende Kinderzahl reichen aus, stellte sich heraus. Die Nachfrage ist zwar höher, aber nicht jedes Kind ist jeden Wochentag in der Nachmittagsbetreuung. Somit wäre an manchen Tagen sogar noch der eine oder andere Platz frei, wenn Eltern Bedarf haben.

Für die Gemeinde entstanden in den vergangenen beiden Jahren Zuschusskosten für den katholischen Kindergarten von ungefähr je 300.000 Euro. Im Vertrag mit der Kirchengemeinde St. Bonifatius, der noch bis Anfang 2022 läuft, ist geregelt, dass die Gemeinde von den laufenden Kosten für Heizung, Reinigung und Strom sowie Personal 50 Prozent trägt. Die katholische Kirchengemeinde übernimmt 25 Prozent. Der Elternanteil beträgt ebenfalls ein Viertel, abzüglich des freiwilligen Anteils der Gemeinde.

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