Fußballspiel auf „Überwälder“ Rasen als große Gaudi bei der Ober-Schönmattenwager Kerwe

Die Owwer-Schimmeldewäer Kerwe startete am Freitagabend absolut gelungen. Die Freude darüber stand auch am Tag danach noch Jürgen Walter von der veranstaltenden Feuerwehr ins Gesicht geschrieben. Diese veranstaltet im Wechsel mit dem Gesangverein Harmonie die Kerwe. Über 300 Fans feierten beim Konzert von „Thousand Years Later“ und „SixPack“ bis gegen 4 Uhr nachts. Die beiden Bands wechselten sich bei ihren Auftritten ab und begeisterten dabei die jeweiligen und auch anderen Fans.

„Thousand Years Later“ mit Katharina Zink, Timo Walter und Tobias Walter (Gesang), Benedikt Breitwieser (Bass), Sven Dörsam (Gitarre), Janina Becker (Keyboards) sowie Benedikt Staat (Drums) machten den Auftakt. Die musikalische Bandbreite ihrer Songs reichte von aktuellen Hits aus Rock und Pop über deutsche Schlager bis hin zu Klassikern.

Abba und Bon Jovi, aber auch Kings of Leon, Inner Circle, Prince („Purple Rain“) und Tina Turner hießen die Interpreten auf der Setliste, von der um die 30 Songs gespielt wurden. Abgerundet mit Nena („99 Luftballons“), den Ärzten („Westerland“), Andreas Gabalier („Türlich Türlich“), Kim Wilde oder Peter Schilling („Major Tom“) oder Matthias Reim („Verdammt ich lieb dich“). Die größere Songbandbreite wurde durch die Mitwirkung von Keyboarderin Janina Becker ermöglicht.

(Rock-)Musik eher für die etwas älteren Semester steuerten „SixPack“ bei. In der Besetzung Christof Klos und Harry Falter (Gitarre), Kai Aures (Schlagzeug), Patrick Gräber (Gesang und Bass) sowie Steffi und Steffen Walter (Gesang) gab es viel Cover-Rock zu hören. Unter den Songs waren „Gimme all your loving“ (ZZ Top), „Dead or alive“ von Bon Jovi, „Sweet Child O’Mine“ von Guns’n’Roses oder von Queen „Hammer to fall“. Melissa Etheridge, Status Quo, Metallica oder die Cheap Trick steuerten ebenfalls Songs zur Setliste bei.

Am Samstagabend rockte die Kerwe-Band „Ourewäller Uurumbl“ die Hütte. In der Besetzung Christof Klos und Mara Mottl (Gitarre), Benedikt Breitwieser (Bass/Gesang), Janina Becker (Keyboards), Tobias Walter (Schlagzeug/Gesang) sowie Timo Walter und Steffi Walter (Gesang) gab’s ein buntes Potpourri an Liedern zu hören. Auf „Bitte mit Sahne“ folgte unter anderen „Don’t stop believing“ von Journey oder „I still haven’t found…“ „Sonne in der Nacht“ war ebenso auf der Setliste wie „Verdamp lang her“ von BAP.

Im zweiten Set schlugen die sechs dann eine härten Gangart mit „Purple Rain“ von Prince oder dem „Crocodile Rock“ ein. Zum Schluss wurde der Spider Murphy Gang mit „Schickeria“ oder dem „Skandal im Sperrbezirk“ gehuldigt. „Angels“ von Robbie Williams bildete den vielumjubelten Abschluss. Danach legte DJ MaStr alias Marius Strauch aus Aschbach auf. Mit ihm feierten die vielen Gäste noch weit in die Nacht. Erst gegen 3 Uhr war Schluss. Gab es zu Beginn noch Platz in der Halle, füllte diese sich im Verlauf des Abends immer mehr, sodass die Feuerwehr als Veranstalter auch mit diesem Programmpunkt sehr zufrieden war.

Nachmittags hatte die Gaudi im Vordergrund gestanden. Eigentlich sollten ja die Feuerwehren aus Owwer und Unner ein Gaudi-Fußballspiel veranstalten, aber letztendlich war jeder willkommen, der gegen den Ball treten wollte. Die beiden altgedienten Tore hatten die Brandschützer vom FC Odin organisiert. „Die Vereine helfen sich halt gegenseitig“, freute sich Feuerwehr-Vereinsvorsitzender Jürgen Walter.

Vom FC gab’s darüber hinaus auch gleich noch ein paar Cracks, deren Klasse im bunten Teilnehmerfeld etwas herausstach. Das Fußballfeld war nichts für Techniker. „Wir sind mit dem Mulcher drübergefahren“, lachte Walter. Ein zweiter Rasenschnitt war geplant, fiel aber mangels Zeit aus. Entsprechend nahm der Ball oftmals seine eigenen Wege. „Das ist kein englischer Rasen“, grinste er. Eher ein Überwälder.

„Wir wollten quasi ‚Back to the roots‘ gehen“, meinte Holger Wetter, zu den Kerweursprüngen zurückkehren. Denn früher wurde immer samstags gekickt, wenn das höchste Fest des Jahres anstand. „Ohne viel Kenntnisse, nur mit Spaß an der Sache“, lautete die Maxime. So wird an der Kerwe auch mal etwas Sport getrieben, lachte er. Das Ganze natürlich auch noch passend zur Fußball-WM.

Mit Helmut Knapp vom FC Odin hatte man sich auch einen „Profi-Schiedsrichter“ an Land gezogen, der die Begegnungen pfiff. Zwischenzeitlich meldete noch eine reine Frauenmannschaft nach, der die Männer großzügig einräumten, dass eine Halbzeit beim Spiel nur zwölf statt 15 Minuten dauern sollte und deren Tore doppelt zählen. Die Damen nahmen’s mit gequältem Lächeln zur Kenntnis.

Die Männer kamen bei der Moderation von Tobias Walter aber auch nicht ungeschoren weg. Der hatte zu den verschiedenen Situationen und zur Fitness der Cracks einige süffisante Bemerkungen parat. „Weiß der überhaupt schon, auf welches Tor er schießen muss“, hieß es über einen, der am Abend zuvor lange gefeiert hatte. „Hat jemand die Zeckenzange dabei“, meinte der Moderator zum weiten Ball in die Büsche.

Dass ein Team beim 11:5 die Aufholjagd beginnen sollte, war wohl auch eher seiner Vorstellungskraft geschuldet. Walter gab jedoch auch selbstkritisch zu, dass er überhaupt nichts mit Fußball am Hut hat und wohl Schwierigkeiten hätte, den Ball zu treffen. Das Ergebnis der Spiele war Nebensache. Oft genug ging es sowieso am Orga-Tisch unter, weil zu viele Biergläser im Weg standen. Ein Glück, dass Schiri Knapp immer auf der Höhe war.

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