Wie surft man sicher? Medientage am Überwald-Gymnasium Wald-Michelbach

Computerspiele und Cybermobbing standen im Mittelpunkt der Medientag am Überwald-Gymnasium (ÜWG). Altersfreigaben, Chatikette, Jugendmedienschutz und sichere Passwörter waren weitere Themen der verschiedenen Workshops, an denen die 86 Fünftklässler teilnehmen. Die Fachleute vom Institut für Medienpädagogik und Kommunikation in Darmstadt und die Wald-Michelbacher Polizei gaben Tipps dazu und warnten vor möglichen Fallstricken.

Das Internet durchdringt inzwischen praktisch alle Lebensbereiche. Und seine Nutzer werden immer jünger. Kinder und Jugendliche sind aber meist nicht auf das vorbereitet, was sie im Netz oder in den sozialen Medien erwartet. Weil die rasante Entwicklung oftmals in der Elterngeneration ebenfalls für Stirnrunzeln sorgt, tut frühzeitige Aufklärung Not. Am ÜWG geschieht dies in Form eines Medientags.

„Wir haben diesen früher in den siebten und achten Klassen durchgeführt“, erläuterte die koordinierende Lehrerin Silke Spottka. Doch dann merkte man, dass dies eigentlich schon zu spät war. Jedes Jahr ging es ein weniger weiter nach vorn, bis jetzt schon die Fünftklässler kurz vor den Sommerferien in den Genuss kommen. Denn inzwischen besitzen selbst Zehnjährige manchmal schon ein Smartphone. Und für die Kids, die keines haben, ist es trotzdem wichtig zu wissen, wie sie mit dem Besitz und dem Gebrauch bei anderen umgehen sollen.

Die Lehrer stellen laut Spottka immer wieder (Auf-)Klärungsbedarf fest. Zuhause sei eine Problemlösung teilweise auch nicht mehr möglich, beobachtete sie. Deshalb habe man sich mit den Fachleuten in Gestalt von Anne Schmitt und ihrem Team Hilfe geholt. Die „moralisch-ethischen Aspekte“ bei der Nutzung des Internets zusammen mit den „Chatiketten“ standen bei verschiedenen Workshops im Mittelpunkt. „Auch Elfjährige müssen darüber schon Bescheid wissen“, obwohl sie noch nicht strafmündig seien, betonte Schmitt. Man handle präventiv, „bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist“.

Allerdings will die Fachfrau die sozialen Medien und das Netz nicht zu negativ darstellen. Das Team will auch vermitteln, wie sich die Kids sinnvoll und kreativ präsentieren können. Sie sollen zu Selbstverantwortung erzogen werden, „weil die Eltern auch nicht alles wissen können“. Wichtig ist ihren Worten zufolge, „nicht zu viel ins Profil zu stellen“. Auch wurden Begrifflichkeiten wie Facebook oder WhatsApp erklärt.

Ein großes Hallo gab es bei der Suche nach den eigenen Hinterlassenschaften im Netz. Dass die schon in jungen Jahren groß sein können, erstaunte doch. „Wer bin ich, wie werde ich wahrgenommen und wie sieht es in 20 Jahren aus“, lautete die Herangehensweise. Die Fünftklässler haben entdeckt, „dass sie schon viele Spuren machen“, so Spottka. Das wurde anhand von Vereins- oder Familienbildern verdeutlicht.

Gezeigt wurde, wie sich sicher im Netz surfen lässt. Für die Schüler waren außerdem die Altersfreigaben von Computerspielen interessant – ein Thema, das Jasmin Lammer vermittelte. Es galt zu raten, bei welchem Spiel welches Alter erlaubt ist. Sally Brügmann und Timo Cromm beschäftigten sich mit Cybermobbing und „Chatiketten“.

Den Kids wurde verdeutlicht, wo die Grenzen zum Spaß aufhören. Auch unbedacht ins Netz gestellt Dinge „können eine Eigendynamik entwickeln“, so die Experten. Jemanden online zu diffamieren, „ist keine Kleinigkeit“, warnten sie. Auf der anderen Seite ging es um die Hilfestellung für Gemobbte. Welche Konsequenzen hat das, wie kommt man aus dem Teufelskreis wieder raus und wo findet man Hilfe, hießen die Themen.

WhatsApp ist nach der Beobachtung von Schmitt Fluch und Segen. „Alle nutzen es“, weil es die Kommunikation vereinfacht. „Alle sind genervt davon“, aber müssten trotzdem dabei sein. Kinder sollten sich nicht unter Druck setzen lassen. Von der Wald-Michelbacher Polizei war Torsten Raabe mit Team dabei und informierte zu Jugendmedienschutz.

Silke Spottka stellte eine „sehr positive Resonanz“ der Schüler auf die Angebote fest. Man arbeite mit einem „nachhaltigen Konzept“, das bei auftretenden Problemen auch in Zukunft Lösungsansätze biete. Die Referenten nehmen jedes Mal wieder Neues aus den Klassen mit. Manche Kinder haben bereits Medienerfahrung, andere nicht, die nächsten besitzen noch gar kein Handy.

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