Wandern in Wald-Michelbach auf den Spuren von Rudi Wünzer

„Auf den Spuren von Trommvater Rudi Wünzer“ bewegt sich Geopark-vor-Ort-Begleiter Theo Reichert am Sonntag, 17. Juni. Um 13 Uhr startet seine neue Tour, Treffpunkt ist der Parkplatz am Elchpark (Rudi-Wünzer-Straße) hinter der Rudi-Wünzer-Halle in Wald-Michelbach. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Die Streckenlänge beträgt etwa zwölf Kilometer. Vier Stunden sind dafür veranschlagt.

Wer kennt sie nicht, die Rudi-Wünzer-Halle in Wald-Michelbach in der Rudi-Wünzer-Straße? Viele Überwälder erinnern sich noch an den Rudi-Wünzer-Turm. Auch gibt es im Bayrischen Odenwald die Wünzer-Hütte. Doch wer war Dr. Rudi Wünzer? Theo Reichert, der als „Nachtwächter“ jeden ersten Freitag im Monat den Besuchern die Schätze Wald-Michelbachs näherbringt, begibt sich anhand von vielen Anhaltspunkte auf eine Suche nach diversen Anhaltspunkten.

Wünzer war Rechtsanwalt, Oberstaatsanwalt, Oberamtsrichter, Schriftsteller, Künstler, Politiker und großer Förderer der Wanderbewegung. Er hatte von 1903 bis 1929 den Vorsitz im Ausschuss für Wegebezeichnung des Odenwaldklubs inne. Unter seiner Leitung wurde das bis dahin in Deutschland einmalige, vom Geheimen Justizrat Ludwig Seibert geschaffene Wegesystem konsequent ausgebaut und weiterentwickelt. Viele der noch heute vorhandenen überregionalen Wanderwege gehen auf die Initiative von Dr. Rudolf Wünzer zurück.

Wünzer war der Sohn des sächsischen Hofschauspielers und späteren großherzoglich hessischen Intendanten Theodor Wünzer und dessen Frau Klementine. Er studierte Rechtswissenschaften in Heidelberg, München, Berlin und Gießen. 1892 bis 1894 arbeitete er als Rechtsanwalt in Darmstadt, 1894 bis 1897 als Staatsanwalt in Mainz und 1897 bis 1899 in der gleichen Funktion in Darmstadt. 1899 bis 1913 war er Oberamtsrichter in Wald-Michelbach und 1913 bis 1916 in Darmstadt. Von 1916 bis zu seiner Pensionierung 1928 war er Oberstaatsanwalt in Darmstadt.

In der 36. Wahlperiode (1914–1918) war er Abgeordneter der zweiten Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen. In den Landständen vertrat er den Wahlbezirk Starkenburg 4/Wald-Michelbach. Von 1919 bis 1924 gehörte er erneut dem Landtag an. Am 16. September 1913 wurde er zum Ehrenbürger von Wald-Michelbach ernannt.

Unter seiner Leitung wurde auch der Rudi-Wünzer-Turm erbaut. Wünzer zeichnete daneben für den Bau noch heute bestehender Aussichtstürme verantwortlich. In seiner 14-jährigen Amtszeit als Richter in Wald-Michelbach soll er über 1000 Mal zur Tromm gewandert sein. Auf idyllischen Wegen mit herrlichen Aussichten zur Tromm wird sein Leben und Wirken näher beleuchtet, dazu werden historische Orte seines Wirkens besucht. Auch Themen zu Geologie und Flora und Fauna werden angesprochen.

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