Alter Bekannter wird neuer Trainer bei Türkspor Wald-Michelbach

Im dritten Anlauf hat es geklappt. „Wir sind wieder mit dem Ziel Aufstieg in die Runde gegangen“, betont Türkspor-Spielausschussvorsitzender Oktay Mamaci. In den beiden Vorjahren hatte sich der Bergsträßer Fußball-C-Ligist dieses auch gesetzt, blieb dann aber in der Endabrechnung jeweils auf Platz 3 hängen. Dieses Mal lief es besser: Die Mannen von Mesut Fentci rückten Tabellenführer ISC Fürth gefährlich nah auf die Pelle, mussten sich am Schluss zwar mit der Silbermedaille begnügen, stiegen aber trotzdem direkt in die B-Klasse auf. Dort wird sie ein alter Bekannter trainieren: Tufan Sönmez übernimmt den Trainerstab von Fentci.

Hauptsache es hat geklappt, meint Mamaci. „Wir wurden vom Aufstieg kalt erwischt“, lacht er. Erst auf der Heimfahrt nach der 4:3-Niederlage in Zwingenberg realisierten die Türkspor-Mannen, dass sie nicht in die Relegation müssen. In Wald-Michelbach angekommen, war die Elf dann so richtig  in Feierlaune. Mit einem kleinen Autokorso wurde der direkte Aufstieg gefeiert, in den zwei Stammkneipen ging es dann abends noch weiter.

Der Start in die Saison war holprig. Unter dem neuen Trainer Sahin Aktan gab es im ersten Spiel eine hohe Klatsche gegen den ISC Fürth. Was gleichzeitig für den Coach das sofortige Aus bedeutete. Es übernahm Fentci, der das Team schon 2014 zur Meisterschaft in der D-Klasse geführte und mit ihm den Aufstieg geschafft hatte. „Als ehemaliger Spieler kennt er unsere Leute und den Verein bestens“, hat dieser den besten Türkspor-Einblick.

Zwar tat sich die Mannschaft auch unter Fentci erst noch ein bisschen schwer, doch je länger die Saison lief, desto besser kam sie ins Spiel. Im Laufe der Hinrunde fand man wieder zu früherer Stärke zurück, was auch mit einer konstanten Aufstellung und der Rückkehr von der Vierer- zur Dreier-Kette zu tun hatte. Die Spieler hatten ihre festen Positionen und dazu gab es keine größeren Ausfälle.

Zwischenzeitlich gab es zwar noch einmal den einen oder anderen kleinen Durchhänger, doch gerade zum Ende der Runde hin bewies das Team eine große Konstanz. Durch die fortwährenden Siege von Türkspor wurde es für den ISC Fürth immer enger, der ein paar Punkte kurz vor dem Ende unnötigerweise liegen ließ.

Jedoch ist die Fentci-Zeit schon wieder vorbei: Der Erfolgstrainer wollte nicht in der höheren Klasse weitermachen. „Alle Überredungsversuche sind gescheitert“, bedauert Mamaci. Denn mit seinem Alter, seiner Ausstrahlung und seiner „Härte“ war er eine Respektsperson. „Das war wirklich Gold wert, was er für den Verein erreicht hat“, hebt der Spielausschussvorsitzende das segensreiche Wirken von Fentci hervor.

Mit dem neuen Trainer „wird es eine Welle der Euphorie geben“, ist er sich sicher. Denn Sönmez coachte das Team bereits zwei Mal: 2004 schaffte er den Aufstieg in die B-Klasse. Dann war er noch einmal zwischen September 2014 und Januar 2016 im Amt. Seitdem trat der 52-Jährige fußballerisch  etwas kürzer und trainierte nur noch eine Fußball-AG an der Schule in seinem Wohnort Rimbach.

Die neue alte Aufgabe reizte ihn wieder: „Er sieht die Qualität gerade der jungen Spieler, will sie rauskitzeln und zu optimaler Leistung führen“, sagt Mamaci. „Er kann die Jungs gut motivieren.“ Damit ist Sönmez genau der richtige für das Ziel, die Mannschaft zu verjüngen. „Nachdem Mesut gesagt hat, dass er nicht mehr weitermacht, haben wir nach Alternativen geschaut“, erläutert er. Letztlich entschied sich der Vorstand mit großer Mehrheit, weil dieser die Sprache kann und „ein Gefühl für die Mentalität hat“.

Tufan Sönmez ist ein Coach mit großer Erfahrung. Er war früher als Spieler bei Türkspor und Eintracht Wald-Michelbach aktiv, trainierte auch die Eintracht-Jugend und zwischendurch Türkspor Beerfelden. Der Trainer mit A-Lizenz „ist mit seiner Routine optimal, um die Jungs zu führen“, freut sich Mamaci.

Die Runde verlief laut Mamaci etwas ruhiger als die vorhergehende. „In Hüttenfeld war’s bisschen heiß“,  sagt er. Die Schwanheimer verließen in der 70. Minute den Platz, was aber mit der Schiri-Leistung zu tun hatte. Manchmal gab’s  auch untereinander ein bisschen Zoff, aber nach dem Spiel hatten sich die Streithähne wieder beruhigt. Die wechselhafte Trainingsbeteiligung stößt ihm aber sauer auf.

Für die neue Runde ist es erklärtes Ziel, ein paar junge Wilde zu integrieren. Denn das bisherige Durchschnittsalter des Teams ist etwas hoch. „Sonst hätten wir längerfristig keine Chance gegen junge, hungrige Mannschaften“, meint er. „Wir müssen eine gute Mischung finden.“ Die Vorbereitung auf die neue Runde muss konzentriert laufen. Denn es gibt eine besondere Baustelle: „Dem Team hapert es am Läuferischen, an Kraft und Ausdauer“, weiß Mamaci. Spielerisch haben es die Türkspor-Mannen allemal drauf.

Das erklärte Ziel der Elf ist es, „in der B-Klasse guten Fußball zu spielen“. Da mit Affolterbach, Weiher, Trösel, Birkenau, Fürth, Schönmattenwag und Mörlenbach viele Teams aus Überwald und Weschnitztal  dabei sind, freut sich Mamaci über viele Derbys. Ganz praktisch  dabei: Die Türkspor-Elf muss nicht mehr so oft die weite Reise an die Bergstraße antreten.

 

Sinan Tuna, Torwart, 30, Produktionsmitarbeiter: Hat so einige Punkte gerettet durch glänzende Reaktionen auf der Linie, gute Reflexe

Levent Salimov, Torwart, 30, Angestellter: Ganz stark auf Linie und 1 gegen 1, gute Abschläge

Sahin Aktan, Torwart, 42, selbstständig: Großer Bruder im Team, genießt viel Respekt, ist immer da wenn‘s klemmt – im Tor und auf dem Feld

Koray Tunca, rechter Verteidiger, 31, Straßen- und Verkehrstechniker: Sunnyboy des Teams, stark in der Abwehr mit Ruhe und Übersicht, zurecht Kapitän

Yasar Yilmaz, Libero, 33, Einzelhandelskaufmann: Urgestein der Abwehr, hat überall einen Fuß drin, so dass der Ball hängen bleibt. Leider ein bisschen trainingsfaul

Dennis Proyer, linker Verteidiger, 26, Möbel-/Küchenmonteur: Eine Lauf- und Kampfmaschine, gegen den Linksfuß in der Abwehr taten sich einige Gegner schwer

Kemal Keskin, defensives Mittelfeld, 26, Produktionsmitarbeiter: Meister für Fernschüsse – wenn der Ball Richtung Tor geht, ist er drin. Läuferisch hapert es.

Assad Jamac, linkes Mittelfeld, 27, Produktionsmitarbeiter: laufstark, macht die linke Seite unsicher und läuft dort hoch runter

Tamer Keskin, Stürmer, 33, selbstständig: Immer noch Weltklasse, treffsicher, der Ball klebt an ihm

Tolga Palantekin, zentrales Mittelfeld, 32, Produktionsmitarbeiter: Ganz starke Übersicht, Pass kommt millimetergenau an, überragender Linksfuß, technisch grandios

Yasin Tekin, Mittelfeld, 22, Schüler: läuferisch stark, muss noch Spielpraxis sammeln

Tayfun Büyükodabasi, Mittelfeld, 21, Schüler: der Muskelmann, blitzschnell, Kämpfer, manchmal zu hektisch

Necati Bekyigit, Stürmer, 20, Elektroniker für Nutzfahrzeuge: Joker des Teams, bei Kurzeinsätzen einige Treffer erzielt, muss Praxis sammeln

Savas Keskin, Sturm/rechtes Mittelfeld, 31, Maschinenführer: sehr flink und unangenehm als Gegner, guter Schuss, manchmal nicht abgeklärt genug

Tugay Altinbay, Mittelfeld, 25, Elektroniker für Betriebstechnik: nach langer Fußballpause im Winter dazugekommen, muss viel Praxis sammeln

Cengizhan Baris, Libero/defensives Mittelfeld, 33, Produktionsmitarbeiter: räumt alles ab vor der Abwehr, laufstark, guter Linksfuß

Semih Isik, rechter Verteidiger, 21, Bürokaufmann: laufstark, Kämpfer, manchmal orientierungslos, mit etwas mehr Praxis kann man auf ihn zählen

Oguzhan Gökdemir, Verteidiger, 19, Einzelhandelskaufmann: berufsbedingt wenig Training, dadurch kaum Einsätze, dennoch immer dabei, sorgt für gute Musik

Sedat Baris, defensiver Mittelfeld, 27, Kraftfahrer: Kämpfer, der nie aufgibt, ist mit Herz und Seele beim Verein dabei, Schatzmeister der Mannschaftskasse

Yalcin Basaran, Stürmer, 33, Produktionsmitarbeiter: erfahrener Stürmer, war schon höherklassig, abgeklärt vorm Tor, aber trainingsfaul

Hakan Tuna, defensives Mittelfeld, 33, Angestellter: vom Stürmer zum Sechser gewandelt, enorme Kampfbereitschaft, gibt nie auf, sehr erfahren

Milen Mihaylov, rechts Mittelfeld, 27, Produktionsmitarbeiter: hört man gar nicht auf dem Platz, sehr schnell und spritzig

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