Raser in Abtsteinachs Straßen sorgen für Ärger

Bürgermeisterin Angelika Beckenbach hatte in der vergangenen Sitzung der Gemeindevertreter eine relativ kurze Liste an Mitteilungen. Wieder einmal dabei: die alla-hopp-Anlage und die Straßensanierung. Dauerbrenner: Raser im Ort. Sanierung Ringstraße, Waldstraße, Am Wildenberg: Vor kurzem fand laut Bürgermeisterin ein Ortstermin mit der bauausführenden Firma statt. Hierbei wurde festgestellt, dass es im Pflasterbereich der Ringstraße immer noch an fünf Stellen Beanstandungen gibt, die nachgebessert werden müssen. Die Arbeiten zum Aufbringen der Asphaltdecken seien nun bis zum 4. Juni ab-zuschließen. Danach erfolgt die Montage der Leitplanken.

Alla-hopp!-Anlage: Beckenbach wies auf die kürzliche Übergabe der Unterschriftenliste von der Aktionsgruppe „Pro alla hopp! in Abtsteinach“ mit 753 Unterschriften hin. Ziel der Befürworter sei es zu dokumentieren, dass der Bau der Begegnungs- und Bewegungsstätte in Unter-Abtsteinach „eine Herzensangelegenheit der Abtsteinacher Bürger war und weiterhin ist“. CDU-Fraktionsvorsitzende Brigitte Wetzel wies darauf hin, dass es gegen die Gewerbegebiets-Erweiterung vor einigen Jahren ebenfalls eine Unterschriftenaktion gegeben habe. Dieser habe man damals nicht diesen breiten Raum eingeräumt und habe sie bei der Gemeinde anders behandelt. „Jetzt gibt es eine neue Bürgermeisterin“, meinte Beckenbach trocken.

Aufgrund der aktuellen Situation in der alla hopp!-Anlage sind verschiedene investive Maßnahmen erforderlich, erläuterte die Rathauschefin. Hierfür entstehen Kosten in Höhe von etwa 5000 Euro. Im Haushaltsjahr 2018 wurden für Einrichtungen und Ausstattungen alla hopp!-Anlage jedoch nur 1000 Euro veranschlagt. Als Deckung der fehlenden Mittel schlug die Verwaltung vor, die Haushaltssperre der Investition Haus der Steine in Höhe von 4000 Euro aufzuheben. Die Gemeindevertretung stimmte dem einhellig zu.

Netzwerk Ortsnahe Versorgung Odenwald (NOVO): Um die Gesundheitsversorgung auf dem Land auch zukünftig sicherzustellen, hat der Kreis Bergstraße einen Förderantrag beim Land Hessen zur Anstellung einer Psychosozialen Fachkraft auf dem Land (kurz: PauLa) eingereicht. PauLa hat laut Beckenbach die Aufgabe, als Gemeindeschwester Menschen zu unterstützen, die zuhause leben und nicht pflegebedürftig sind. Die Kosten für die Fachkraft sollen sich das Land Hessen (Personal), der Kreis Bergstraße (Fahrten) und die NOVO-Gemeinde, in der die Gemeindeschwester ihr Büro haben soll (Büro und Ausstattung), teilen.

Die defekte Beleuchtung vor der katholischen Kirche wurde repariert und funktioniert wieder einwandfrei, teilte die Bürgermeisterin mit. „Gestern Abend ging sie aber noch nicht“, meinte Brigitte Wetzel, die extra danach schaute. „Sie wird um 23 Uhr ausgeschaltet“, entgegnete Beckenbach schmunzelnd. Gelächter in der Runde.

Geschwindigkeitsmessungen: Auf den Gemeindestraßen wird weiterhin viel zu schnell gefahren. Sebastian Prasch (CDU) wünschte sich Messungen auf drei besonders betroffenen Straßen. Die entsprechende Anzeigetafel soll dort zum Einsatz kommen, sicherte die Bürgermeisterin zu. Als Folge wünschte sich Prasch auch mobile Blitzer. Hier laufen laut Beckenbach noch die Abklärungen über eine Zusammenarbeit der Ordnungsämter mit Wald-Michelbach. Sie rechnet damit, dass man im nächsten Jahr zur Tat bzw. zum Blitzen schreiten kann.

Befreiung von Bebauungsplan-Festsetzungen: Die Gemeindevertretung stimmte einhellig dem Antrag eines Bauherrn in der Lindenstraße zu. Bei dessen Vorhaben wird die zulässige Traufwandhöhe um 2,40 Meter überschritten und beträgt nun 5,90 Meter. Die Bauherrschaft projektiert einen Bautyp mit geschosshohen Außenwänden im Erd- und Dachgeschoss. Wandschrägen im Dachgeschoss seien keine geplant. Die zulässige Firsthöhe von acht Metern werde weiterhin eingehalten.

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