Wichtiges soziales Angebot: Mit der „Give-Box“ wurde die Tauschbörse auf der Wald-Michelbacher Hofwiese eingeweiht

. Jetzt kann die „Give-Box“ genutzt werden. Doch stopp: Ob die Tauschbörse auf der Hofwiese wirklich so heißt, wird sich noch zeigen. Denn gleichzeitig mit der Einweihung wurde auch ein Namenswettbewerb ins Leben gerufen, um der drei auf drei Meter großen, in Schwedenrot gehaltenen Hütte mit ihren weißen Läden vielleicht doch eine andere Bezeichnung zu geben. Auf Idee des Demokratischen Forums Überwald entstand diese Tauschmöglichkeit für gebrauchte und noch funktionsfähige Artikel.

Anja Gammelin-Werner zeichnete bei der Eröffnung den langen, mit viel Arbeit verbundenen Weg nach, bis das „hübsche Häuschen“ fertiggestellt werden konnte. „Mittlerweile ist es vollständig“, freute sie sich. Die Tauschbörse sei neben der Kleiderkammer ein „weiteres wichtiges soziales Angebot“ in Wald-Michelbach. Mit ihr soll etwas gegen die Wegwerfgesellschaft unternommen werden. Damit unterstütze man eine ökologische und umweltverträgliche Art zu leben, in dem nicht mehr benötigte Dinge an andere weitergegeben werden, die sie brauchen und sie sich aber vielleicht nicht leisten können.

Bürgermeister Dr. Sascha Weber würdigte das „große bürgerschaftliche Engagement“, das mit der Errichtung zum Ausdruck komme. Es sei wichtig für die Gemeinde, dass sich Bürger zusammenfinden, um sich einzubringen, lobte er. Es gebe nicht nur die soziale Komponente, sondern auch die Hoffnung, dass hier immer samstags zwischen 10 und 13 Uhr ein Treffpunkt in der Ortsmitte entsteht, an dem man zum Gespräch zusammenkommt. Er sei gespannt auf die Öffnungssamstage, so Weber. An diesen sollen Stehtische und eine kleine Bank zum Verweilen einladen und damit den Treff-Charakter verstärken.

„Geben und Nehmen“, „Rein und Raus“, „Heuern und Feuern“ oder „Erhaltenswert“: Es gibt bereits einige Vorschläge, wie der Name statt „Give-Box“ lauten könnte. „Ohne viele Worte“, „Wir geben – wir nehmen“, „Aufhebhaus“ oder „Schmeiß nix weg-Haus“ sind weitere Ideen. Anja Gammelin-Werner forderte am Eröffnungstag die Gäste auf, ihre Stimme abzugeben oder neue Vorschläge zu machen.

Die Gartenhütte wurde von Mitgliedern des Bürgerforums am Rande der Hofwiese in „Feierabend-Aktionen“ hochgezogen, erläuterte Stefan Werner. Er verlegte als Elektriker auch den Strom. Am kommenden Samstag geht es offiziell los. Dann können Bürger ihre ausrangierten Dinge vorbeibringen. Außerhalb der Öffnungszeiten sollte dies nicht geschehen. „Wir wollen die Gegenstände und Gerätschaften im Auge behalten“, betonte Werner.

Es soll kein Schrott den Weg in die Hütte finden oder vor ihr abgestellt werden. Der Platz vor der Hütte soll unter dem Woche sauber bleiben. „Was den Weg zu uns findet, sollte funktionieren und in einem ordentlichen Zustand sein“, bat das Vereinsmitglied. Möbel werden keine angeboten, dafür fehlt der Platz. Allerdings ist im Innenbereich eine Pinnwand geplant, an die entsprechende Angebote geheftet werden können. Elektrogeräte dürfen abgegeben werden. Für Kleidungsstücke ist nach wie vor die Kleiderstube zuständig.

Inzwischen gibt es bereits fünf Ehepaare, die sich die Samstags-Betreuung während der Öffnungszeiten teilen. „Weitere Mitstreiter sind gerne willkommen“, sagte Werner. Die Mitgliedschaft im Demokratischen Bürgerforum ist keine Voraussetzung. Helfende ehrenamtliche Hände sind immer gerne gesehen. Dann lässt sich vielleicht auch bei genügend Nachfrage der Wunsch verwirklichen, an einem Tag unter der Woche zu öffnen.

Das Bücherregal hat zu jeder Tages- und Nachtzeit geöffnet. Denn es ist außen an der Hütte angeschraubt und wettergeschützt. Bürger können hier ihre ausgelesenen Schmöker, Romane, Krimis oder Sachbücher unterbringen und sich gleichzeitig bedienen. Die Organisatoren planen darüber hinaus Veranstaltungen zu bestimmten Themen. Gesetzt ist bereits eine Pflanzentauschbörse am 5. Mai, angedacht Spielgeräte und Gertengeräte.

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