Kinder stellen beim Schülerforum der Robert-Bosch-Stiftung „ihre“ Grundschule Schimmeldewog vor

Der Einzug der Grundschule Schimmeldewog ins Finale des Deutschen Schulpreises sorgte im vergangenen Jahr für viel Aufsehen. Als kleine Grundschule und dazu noch einzige aus Hessen war dies ein toller Erfolg und große Anerkennung für die dort geleistete pädagogische Arbeit. Auch wenn es nicht für einen der größeren Preise reichte, profitiert die Lernanstalt doch kräftig in Form von Workshops, Vernetzungen und Fortbildungen, die von der ausrichtenden Robert-Bosch-Stiftung angeboten werden. Ein Teil davon ist die Teilnahme am Schülerforum.

Drei Kinder fahren am Sonntag nach Stuttgart, um die kleine Schule aus dem Überwald dort Jugendlichen aus anderen Schulen zu präsentieren, die es in Berlin nicht unter die sechs Preisträger geschafft hatten. Die beiden Schulsprecher Sofia Reuber und Mattis Locker sowie Levin Rothermel als Klassensprecher haben Programm bis Dienstag, ehe es wieder zurück in den Odenwald geht. Begleitet werden sie von Mattis’ Vater Michael.

Zuerst einmal wird es darum gehen, sich den anderen anhand von Plakaten vorzustellen. Die drei Kinder präsentieren die Besonderheiten der Grundschule Schimmeldewog: unter anderem Freiarbeit, Themenräume, Schulkonferenz, Musicals und Schulchor. In Workshops gibt es dann Tipps, wie die Schule (noch) besser gemacht werden kann. Die Kinder fungieren als Multiplikatoren.

„Das ist ziemlich cool“, meint Mattis, der im vergangenen Jahr auch zur „Delegation“ gehörte, die mit nach Berlin durfte. In seiner Funktion als Schulsprecher, zu dem der Viertklässler nach den Sommerferien gewählt wurde, ist es sein erster größerer „Auftritt“. Deshalb ist er „schon ein bisschen aufgeregt“ und darauf gespannt, was ihn erwartet.

„Berlin war eine tolle Sache“, erinnert sich Sofia. Die Bosch-Stiftung hatte für ein Rahmenprogramm gesorgt, das den Kindern in sehr guter Erinnerung blieb. Auch wenn die Zehnjährige bei dem großen Event in der Hauptstadt schon dabei war, ist die Fahrt nach Stuttgart noch einmal was Besonderes. „Ich bin schon ein wenig nervös“, gesteht Sofia. Vielleicht treffen die drei aus Wald-Michelbach auch ein paar andere Schüler wieder, die sie in Berlin kennengelernt haben.

Für den neunjährigen Levin ist alles Neuland. Dementsprechend ist er auch am meisten darauf gespannt, was auf ihn zukommt. Alles wird eine große Überraschung sein, meint er. Bestimmt wird das Programm mit anderen Kindern viel Spaß machen. Levin freut sich auf die Unterhaltungen. Neben der Freiarbeit stellen die drei weitere Besonderheiten „ihrer“ Schule vor: So etwa, dass es „30 Laptops gibt, obwohl wir so klein sind“, erklärt Mattis.

Lehrer Matthias Dautel schwärmt vom neuen Entwicklungsprogramm für exzellente Schulen, das die Bosch-Stiftung für die Beteiligten am Schulpreis-Finale aufgelegt hat. Zwei Jahre lang gibt es Lehrer-Fortbildungen in den unterschiedlichsten Bereichen. Im kommenden Jahr soll es ein weiteres Schülerforum geben.

Bosch- und Heidehof-Stiftung finanzieren darüber hinaus Besuche von Delegationen von Teilnehmer-Schulen untereinander, die sich im Rahmen einer „Peer Review“ als sogenannte „Critical Friends“ Feedback übereinander geben. Das Ziel von allem ist es, „Schüler, Eltern und Lehrer untereinander zu vernetzen“, betont Dautel. Da die Kinder und Jugendlichen das vor Ort Vermittelte wieder zurück an die Schule tragen, wird dort auch die Entwicklung aus Schülersicht gefördert.

Der Lehrer bezeichnet das Entwicklungsprogramm als „großartig“, weil die Pädagogen aus dem Überwald mit Kollegen zusammentreffen, „deren Schule exzellent in bestimmten Bereichen ist“. Deshalb befruchten sich die Teilnehmer gegenseitig. „Man bekommt wahnsinnig viele Impulse“, freut sich Dautel. Denn von Grund- über integrierte Gesamt-, Real- und Berufsschulen bis hin zu Gymnasien sind alle dabei. „Wir schauen, wie Lernen und guter Unterricht bei denen funktionieren“, erläutert er.

„Der Schulpreis stößt die Schulentwicklung an“, sagt der Pädagoge. Die wird in Schimmeldewog auch unabhängig davon mit einem kleinen Kollegium groß vorangetrieben. Dautel nennt hier die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für systemische Pädagogik und Mechthild Reinhard von der Systelios-Klinik. Er hat sowieso den Eindruck, „dass hier in der Gegend eine gute Lernkultur entsteht“, meint er mit Blick auf die pädagogische Entwicklung an verschiedenen Schulen.

v.l. Mattis Locker, Sofia Reuber und Levin Rothermel mit Lehrer Matthias Dautel.

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