Kerwe-Montag findet 2018 nicht mehr statt: Abnehmende Helferzahl zwingt die Hartenroder Sänger zum Abspecken

Ein vollgepacktes Vereinsjahr liegt hinter dem Gesangverein Immergrün, wurde aus den Berichten auf der Jahreshauptversammlung deutlich. Neben den eigenen Aktivitäten wie Kerwe oder Weihnachtsliedersingen waren die Hartenroder auch vielfältig bei befreundeten Vereinen zu Gast und nahmen darüber hinaus am Heimatfest-Umzug teil. Mit Erich Roth wurde ein treuer Sänger für 65 Jahre Mitgliedschaft vom Ehrenvorsitzenden des Sängerkreises Überwald-Weschnitztal, Horst Vetter, geehrt.

Nach dem Totengedenken und dem Verlesen des Protokolls der Versammlung des Vorjahres stattete Vorsitzende Silja Scholz den Tätigkeitsbericht über das vergangene Vereinsjahr ab. Mit Blick auf 2017 erwähnte sie 39 Singstunden und neun Auftritte. Dirigent Hans Helfrich feierte vor einem Jahr seinen 70. Geburtstag mit all seinen Chören in Falken-Gesäß. Der Liederabend zu seinem 25. Chorleiterjubiläum fand im Mehrzweckhaus Hartenrod statt. „Es war eine schöne Veranstaltung mit vielen interessanten Liedvorträgen“, hob sie hervor.

Mitte Mai fand die Kerwe statt. „Es ist immer wieder erstaunlich, dass wir jedes Jahr doch wieder eine Kerwe auf die Beine stellen und wir jedes Jahr wieder einen bunten Abend haben“, meinte Scholz. Das könne der Verein nicht allein leisten. Deshalb sei über jede helfende Hand froh. „Leider wird dieses Engagement immer weniger“, bedauerte sie. „Es fehlen die Helfer, es fehlen interessierte Leute“, so Scholz. Konsequenz: „So wie die letzten Jahre können wir die Kerwe nicht mehr ausrichten.“ Deshalb wurde beschlossen, dieses Jahr den Montag wegfallen zu lassen.

Anfang Juli 2017 nahm der Chor bei schönem Wetter am Dorffest unter den Linden des MGV Siedelsbrunn teil. Es war eine ungezwungene Atmosphäre und „wir konnten so viele Lieder singen, wie wir wollten“, freute sich Scholz. Die Sängerlust Ober-Ostern veranstaltete im September einen Frühschoppen, zu dem der Gesangverein eingeladen war. Viele Ständchen zu runden Geburtstagen bildeten einen weiteren Schwerpunkt. Dirigent Hans Helfrich dankte den Sängerinnen und Sängern für ihr Engagement und forderte dazu auf, weiterhin rege an den Singstunden teilzunehmen.

„Keltertage im Überwald“ lautete das Wagenmotto, mit dem sich der Gesangverein am Heimatfestumzug beteiligte. Der Ausflug führte mit der Draisine nach Mörlenbach. Ende Oktober nahm man am Freundschaftssingen zum 135-jährigen Bestehen des MGV Aschbach teil. Bei Glühwein, Punsch und Würstchen wurden Ende November vor dem Mehrzweckhaus Weihnachtslieder gesungen und auf den Advent eingestimmt. Abschluss war mit der Weihnachtsfeier im Langasthof Hagen.

Silja Scholz ehrte vier Sänger für fleißigen Singstundenbesuch. Nur zwei Fehlstunden hatte im vergangenen Jahr Edith Schwappacher, eine Hans Unrath und Erich Roth. An jeder Singstunde nahm Franz Zink teil. „Die Singstunden machen mehr Spaß, wenn die einzelnen Stimmen gut besetzt sind“, sagte die Vorsitzende. Die Kassenprüfer Ute Stay und Thomas Adler bestätigen im Anschluss eine vorbildliche und exakte Kassenführung durch Kassenwart Manfred Unrath. Der Vorstand wurde auf ihren Antrag hin einstimmig entlastet. Thomas Adler bleibt Kassenprüfer, als zweite Kassenprüferin wurde Dorothee Breisch gewählt.

In ihrem Ausblick streifte Silja Scholz die anstehenden Aktivitäten. Die Kerwe findet am letzten Aprilwochenende statt – ohne den Montag. Für den Heimatfest-Umzug am 1. Juli wird am Tag zuvor der Wagen gebaut. Der Ausflug des GV Immergrün Hartenrod findet am 22. September statt, die Chorreise der Helfrich-Chöre nach Malta von 7. bis 14. Oktober. Das Adventsliedersingen ist für 30. November geplant, die Weihnachtsfeier für 15. Dezember.

Erich Roth wurde für 65 Jahre aktives Singen im GV Immergrün ausgezeichnet. Als der Jubilar 1952 dem GVI als 16-Jähriger beitrat, war Konrad Adenauer Bundeskanzler Theodor und Heuss Bundespräsident. Hans Krämer hieß vor 65 Jahren der GV-Vorsitzende, als Roth erstmals seinen Tenor erklingen ließ. Acht weitere Vereinschefs und vier Dirigenten (inklusive der aktuellen) folgten in den kommenden sechseinhalb Jahrzehnten. Als aktiver Sänger feierte Roth bereits etliche runde Jubiläen des Vereins mit, angefangen beim 50-jährigen bis hin zum 100-jährigen Bestehen 2009.

Er war zur Stelle, wenn er gebraucht wurde: ob als Helfer bei der Kerwe, beim Wagenbau fürs Heimatfest oder beim Bau des Mehrzweckhauses. „Du bist immer dabei, wenn wir dich brauchen“, lobte die Vorsitzende Silja Scholz. Ein stiller Helfer, der im Hintergrund wirkt. Daneben ist der langjährige Sänger auch der fleißigste Singstundenbesucher. Er wurde in den vergangenen Jahren immer ausgezeichnet, weil er nicht mehr als drei Fehlstunden vorzuweisen hatte. Scholz und die zweite Vorsitzende Elke Jöst wünschten sich, dass Erich Roth noch lange seine Stimme im Chor erklingen lässt.

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