Trotz des Fehlstarts legt der TSV Gras-Ellenbach derzeit in der Fußball-Kreisliga C mit dem sechsten Tabellenplatz „voll im Soll“

„Die Hinrunde ist trotz eines kapitalen Fehlstarts mit einigen Niederlagen in Folge sehr gut gelaufen“, freut sich der Spielertrainer des TSV 09 Gras-Ellenbach, Ronny Sauer. Das Saisonziel in der Bergsträßer Fußball-Kreisliga C wurde im Sommer mit Platz fünf bis acht definiert. Mit dem derzeitigen sechsten Tabellenrang „liegen wir voll im Soll“, sagt er. Acht Punkte Vorsprung hat die Mannschaft derzeit auf den neunten Platz. Für den Coach ein schönes kleines Polster. Zum fünften Platz sind es aktuell nur vier Punkte bei einem Spiel weniger, sieht er sogar noch ein wenig Luft nach oben.

Die Situation ist seinen Worte zufolge auch deshalb nicht zu verachten, weil der Verein die vergangenen drei Jahre immer auf Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen stand. „Daher sind die gezeigten Leistungen auf dem Platz sowie der sechste Tabellenplatz schon stark einzuschätzen“, betont er.

Die Mannschaft hat sich laut Sauer „super weiterentwickelt“ und zeigt das auch in den Spielen. Das Team setzt immer mehr die taktischen Trainer-Vorgaben um und lernt von Einheit zu Einheit dazu. Selbst nach „üblen Niederlagen“ fanden sich danach zur Freude des Coachs 16 bis 18 Spieler im Training ein. Die Mannschaft identifiziert sich mit den Aufgaben und der Vereinsidee zu 100 Prozent, weiß er.

„Die Trainingsbeteiligung ist herausragend“, kann Sauer aus dem Vollen schöpfen. Von 22 Leuten haben 19 regelmäßig teilgenommen. „Das ist außergewöhnlich“, ist er mehr als angetan von der Motivation – bedenkt man die Tatsache, dass es schwere Verletzungen gab und im Team Schichtarbeiter aktiv sind. Nach Beginn der Runde kam zum Team neben Mark Heisinger und Kai Hiller (beide Torhütertrainer) noch Robert Ulrich als Co-Trainer dazu.

Mit ihm tauscht sich Sauer nach allen Einheiten und Spielen aus, wodurch er die Möglichkeit hat, das Spiel auch von außen zu bewerten. „Robert ist für mich eine Riesenunterstützung“, hebt er hervor. Für den Coach macht es momentan einfach Spaß beim TSV – und die Stimmung ist auch dementsprechend. In der öffentlichen Wahrnehmung scheint die Mannschaft ebenfalls eine größere Außenwirkung zu haben, beobachtet er. Es finden sich immer mehr Zuschauer auf dem Platz ein, um den Begegnungen beizuwohnen.

„Robert und ich haben auch schon für kommende Runde zugesagt“, ist für Sauer die logische Konsequenz. Auch die Zusage des Großteils der Mannschaft steht bereits, ist Konstanz angesagt. „Mein Wunsch wäre, dass wir keinen Spieler abgeben und uns dadurch noch weiterentwickeln können“, sagt er. So oder so soll es aber keine große Spielerfluktuation geben. Die Jungs gehören zum Inventar des Vereins und sind gar nicht mehr wegzudenken. „Uns täte es um jeden einzelnen Spieler leid“, betont der Coach.

Aktuell befindet sich der Verein trotzdem mit potenziellen Neuzugängen in Gesprächen. Dadurch hofft man, die Mannschaft punktuell verstärken zu können. Es muss für Sauer aber passen, „da Fußball aus unserer Sicht nur im Kollektiv funktionieren kann“. Ein Individualist ist für ihn willkommen, sofern er das Team besser machen will. Aber er muss für die Mannschaft arbeiten, nicht das Team für ihn. „Funktionierende Mannschaften wie der TSV haben für so etwas immer ein sehr gutes Gespür.“

Bauchschmerzen bereitet dem Trainer aktuell das Fehlen eines Schiedsrichters, „da wir so in der nächsten Runde einen Punkt abgezogen bekommen“. Seiner Beobachtung nach brennen die Spieler aber dermaßen für den Verein, dass sie eventuell auch dieses Problem gemeinsam angehen wollen.

2016 hat sich der TSV Gras-Ellenbach neu aufgestellt – mit neuem Vorstand, neuem Trainergespann und teilweise neuem Team. Nach eineinhalb Jahren „können wir sagen, dass wir einiges zusammen bewegt haben“. Zurücklehnen wird sich aber niemand, ist für Sauer klar. Der Vorstand und die sportliche Leitung sind mit vollem Elan dabei und machen den beiden Trainern das Arbeiten dadurch sehr einfach, weiß er.

Die Vorbereitung startet dieses Jahr am 27. Januar mit einem Spiel gegen Beerfelden. „Wir wollen, dass sich die Spieler gut auf die erste Einheit einstellen, da die Vorbereitung sehr kurz ist“, betont Sauer. Eine Woche früher als geplant steht das Nachholspiel gegen Türkspor an. Seiner Meinung nach sind hier die Karten komplett neu gemischt, da beide Teams erst mal in den Rhythmus kommen müssen. Es ist für Sauer wichtig, gut zu starten, um nicht eine ähnlich schlechte Rückrunde zu spielen wie 2017. „Damals sind wir im neuen Jahr ziemlich eingebrochen“, weiß der Coach. „Das gilt es zu verhindern“, ist seine Maxime.

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