Steeldart-Turnier der SG Wald-Michelbach war eine Spitzensache

Voller Erfolg für die SG: Das erste Steeldart-Turnier nach dem System „301 Double out“ war nicht nur von der Teilnehmerzahl mit 32 Startern ausgebucht, sondern zog auch viele Interessierte dieser Sportart bei heftigem Schneetreiben ins Sportlerheim. Durch die Darts-WM im Londoner Alexandra Palace, auch „Ally Pally“ genannt, war André Schmitt auf die Idee gekommen, zeitglich ein Amateur-Turnier in Wald-Michelbach zu veranstalten. Natürlich durfte eine Großbildleinwand nicht fehlen, auf der man die Cracks bei ihren Würfen zuschauen konnte. Sieger war Vitali Loenko.

Sein Bruder Dimitri hatte im vergangenen Jahr die traditionsreiche Darts-WM in der britischen Hauptstadt besucht und von dort die Überlegung in den Überwald mitgebracht. Das „Ally Pally“ ist seit Ende 2007 jährlicher Austragungsort der PDC-Dartsweltmeisterschaft. Damit setzte sich die lange Tradition der Turniere im Palace fort, in dem unter anderem bis 1990 das „News of the World Darts Tournament“, das älteste Dartsturnier der Welt, ausgetragen wurde.

„Im Sommer haben wir gemeinsam überlegt, welche Events wir durchführen können“, erzählte Georg Maurer von der SG. „Steel Dart ist richtiges Dart“, schmunzelte Maurer. „Das hat was Uriges durch die Metallspitze“. Und damit den Charakter „wie früher in der Kneipe“. Auf vier Scheiben durften die Teilnehmer, unter denen viele Fußballer aus den Region an den Start gingen, zielen. „Weder Alter noch Fitness sind bei diesem Gesellschaftssport wichtig“, stellte Organisator Loenko heraus. „Wir wollten als Attraktion mal etwas anderes bieten.“ Natürlich half dabei auch der Hype um die Darts-WM.

Gespielt wurde im Vereinsheim nach dem System 301 „Double out“ im Doppel-K.o.-System. Viele Teilnehmer, die aus dem gesamten Überwald nach Wald-Michelbach kamen, hatten ihre eigenen Pfeile mitgebracht. Fünf Sets hielt die SG auch zur Ausleihe bereit. „Es gehen nur Amateure an den Start“, meinte Loenko. Aber die lieferten sich seiner Beobachtung nach sehr gute Spiele.

Fünf Euro Startgebühr galt es zu zahlen, um die Chance auf einen drei Pokale zu haben. „Das Turnier war sehr schnell ausgebucht“, freute sich Dimitri Loenko. „Wir werden es auf jeden Fall wieder veranstalten.“ Nur der Rahmen ist noch nicht klar – eventuell muss man bei mehr Teilnehmern auf zwei Tage gehen. Das Doppel-K.o.-System sorgt dafür, dass eine Niederlage nicht zum sofortigen Ausscheiden führt. Selbst wer im Halbfinale den Kürzeren zieht, kann über den Umweg der Verliererrunde noch einmal aufschließen und das gewinnen.

Bei den Stahlpfeilen sind der Abwechslung keine Grenzen gesetzt. Von ganz leichten, 18 Gramm schweren, bis hin zu 50-Gramm-Trümmern ist alles dabei. Jeder Spieler schwört auf seine ganz eigenen Exemplare. Große Unterschiede gibt es bei der Wurfpraxis. Die einzige Gemeinsamkeit ist, dass ein Fuß an den Abwurfbalken muss. Ob aber spitz, schräg oder waagrecht, ist egal. Schulter und Arm sollen in eine Richtung zeigen. Aber auch hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Es gibt verschiedene Arten zu werfen. Wie es eben für einen am besten passt.

Gibt’s denn einen Trick, wie es man als Dart-Neuling schnell lernt, die Triple-20 mit ihren 60 Punkten, also den äußeren Ring ganz oben, zu treffen? Oder den roten Kreis in der Mitte, der 50 Punkte bedeutet? „Die Devise heißt Übung, Übung, Übung“, wissen die Dart-Cracks. Einen besonderen Kniff gibt es nicht. Der Odenwald ist eher das Reich der Amateure. Dartligen gibt es erst wieder im Bereich Walldorf oder Darmstadt.

Dort ist dann auch eher E-Dart (Automatendart) angesagt. Die traditionelle Variante mit Stahlpfeilen, Steeldart genannt, ist den Turnieren vorbehalten, wie auch in Ober-Hainbrunn eines vom dortigen Dartclub „Double Trouble“ veranstaltet wird. Aber es gibt auch einen ganz profanen finanziellen Grund. Eine Steeldart-Scheibe kostet 45 Euro. Ein Automat, bei dem die Darts eine Spitze aus Kunststoff haben müssen und höchstens 18 Gramm wiegen dürfen, kostet 800 Euro.

Die Richtung halten ist das A und O beim Wurf. Viel zu oft verlieren Spieler die Balance und schießen den Pfeil an die falsche Stelle. Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass der rote Punkt in der Mitte, das „Bulls Eye“, die meisten Punkte bringt. Zwar gibt es dafür 50 Zähler, aber die „Triple 20“ genauso wie Triple 19, 18 und 17 bedeuten mehr. Immerhin taugt der Mittelpunkt dazu, das Spiel beenden zu können. Das ist beim Double out sonst nur mit den außen liegenden Doppelfeldern im Metallring möglich.

Die Kunst beim „301 Double out“ ist denn auch nicht nur, möglichst viele Punkte zu holen. Klar sind die nützlich, um von der 301 Richtung 0 zu kommen. Das Spiel dauert so lange, bis ein Akteur keinen einzigen Zähler mehr hat. Doch beendet werden muss die Partie zielgenau. Wer zum Schluss einen Punkt hat, kann nicht beenden. Das ginge höchstens noch mit einer „Double 1“. Womit noch zwei Punkte als Rest vorhanden sein müssten.

Ergebnisse Dart-Turnier SG Wald-Michelbach:

Teilnehmer: 32. Sieger: Vitali Loenko vor Alex Theobald, Dennis Sauter, Valeri Loenko, Markus „Magic“ Gries und Dominik Schütz. André Roth holte mit den drei Würfen den Highscore von 174 Punkten. Die ersten Drei erhielten Pokale, weitere fünf Teilnehmer Verzehrgutscheine.

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