Aschbacher „Hussmouge“ stoßen beim Wald-Michelbacher Rathaussturm auf wenig Widerstand

Die Gegenwehr der schmalen Rathaus-Besatzung war kurz und heftig, aber – natürlich – erfolglos. Der versammelten Fastnachter-Macht aus Aschbach hatten Bürgermeister Dr. Sascha Weber und seine doch angesichts der Übermacht stark dezimierte Rathaus-Crew wenig bis nichts entgegenzusetzen. Ziemlich schnell gaben sich die Hausherren geschlagen und öffneten die Türen. Ein Schelm, wer dabei Böses denkt, dass der Rathauschef als Till Eulenspiegel den Einlass Suchenden entgegentrat.

Lautstark und von einem heftigen Konfettiregen begleitet, verschafften sich die „Hussmouge“ Einlass. Sie hatten dabei ihre Jüngsten vorgeschickt, die erfolgreich an der Pforte rüttelten. Mit Beginn der fünften Jahreszeit hatte die Narrenschar aus dem Ortsteil Punkt 17.11 Uhr im Handstreich Besitz von der Verwaltungszentrale ergriffen.

„Es ist geschafft, die Tür ist offen, dass sie zu bleibt, konntet ihr nur hoffen“, reimte Sitzungspräsident Thomas Sattler. „Die fünfte Jahreszeit hat heut begonnen, das Rathaus haben wir schon eingenommen. Bis Aschermittwoch haben wir die Macht, im Rathaus wird nur noch gesungen und gelacht“, gab er als Motto für die närrischen Tage vor. „Alle Hussmouge und Beamte, das wird eine Schau, rufen zusammen ein dreifaches Hellau“, forderte er. Prompt dröhnte es lautstark durch das Foyer.

Dort hatte es sich die närrische Schar nach einem wahren Konfettiregen bequem gemacht. Die Kostüme waren dabei ein Mix aus den vergangenen Jahren: Mexikaner stand neben Cowboy, der Engel breitete seine Flügel aus – von der vielfältigen Tierwelt wie Affen, Giraffen und Katzen ganz zu schweigen. „Nur wenige von uns sind daheim geblieben“, machte Sattler die drückende Übermacht der Hussmouge deutlich. Um die 50 Narren waren es, die die schmale Rathaus-Besatzung mit Jubel, Trubel, Heiterkeit rasch überwältigten.

Sie müssen in dieser Kampagne auch schnell sein. Denn die ist extrem kurz. Aber deshalb „geballt“, wie Sattler lachte. Die Prunksitzungen starten bereits in zehn Wochen, Mitte Februar ist bereits wieder alles vorbei. Deshalb sind die einzelnen Gruppen bereits kräftig am Proben und Vorbereiten. Nach den Sommerferien ging’s los und jetzt in die heiße Phase, um pünktlich zu den Auftritten die Besucher der vier Sitzungen wieder zu begeistern.

Bürgermeister Weber sagte: „Die Verteidigung des Rathauses ist uns leider nicht gelungen, mit eurem Frohsinn habt ihr wieder den Sieg errungen.“ Aber er freute sich auch, bis Aschermittwoch die Regentschaft abtreten zu können. „Wir fügen uns dem und machen das Beste daraus, darum lasst uns gemeinsam feiern heut in diesem Haus.“

Er wünschte den Karnevalisten eine gute Kampagne „mit viel Spaß, kommt lasst uns erheben darauf das Glas“. In weiser Voraussicht hatte man sich im Rathaus bereits mit Getränken und Süßigkeiten eingedeckt, um so die große Narrenschar zu beschwichtigen. Mit Erfolg… „Wir sagen jetzt Prost und machen Radau, auf die Fastnacht ein dreifach Helau“, schloss Weber.

Von den sieben Aschbacher Tanzgruppen war jede mit einigen Teilnehmern vertreten: Gibos, Devils, Galaxy, Just for Fun, 1,2 step, M.A.D. (Men at Dance) und VIP verbreiteten im Rathaus ebenso Fröhlichkeit wie die Büttenredner der Hussmouge. Weil Bürgermeister Weber so bereitwillig den Schlüssel herausgegeben hatte, wurde er mit den ersten zwei VIP-Karten für die kommende Prunksitzung belohnt. Vor allen anderen: Denn der reguläre Vorverkauf startet erst beim Aschbacher Weihnachtsmarkt am 16. Dezember.

Info: Die vier Fastnachtssitzungen an den letzten beiden Januar-Wochenenden haben Hussmouge-gemäß ein langes Motto: „Sommer, Sonne, Strand und Meer – die Hussmouge im Südsee-Flair“. Termine sind: Freitag, 20., Samstag, 21., Freitag, 27., und Samstag, 28. Januar, jeweils 20.11 Uhr. Die Vorbereitungen für die neue Kampagne, deren Programmpunkte natürlich noch ein streng gehütetes Geheimnis sind, laufen auf Hochtouren. Der Sitzungspräsident verspricht „sensationelle Ereignisse“. Auf jeden Fall gibt es ein Jubiläum zu feiern: Die Gruppe „Just for Fun“ wird 20 Jahre alt.

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