Abtsteinacher Friedhofsgebühren sollen zum dritten und vorerst letzten Mal steigen

Die dritte und letzte Runde der Friedhofsgebühren-Anhebung steht 2018 an. Die Staffelung beruht auf den Berechnungen der Firma Allevo aus dem Jahr 2015. Zuerst in einem Schritt geplant, streckte man wegen der hohen Summen die Erhöhung auf drei Jahre. Damit soll dieser Gebührenbereich, bisher defizitär, kostendeckend werden. Die Frontlinie im Haupt- und Finanzausschuss war die altbekannte: FWV und SPD wollen die Erhöhung als Empfehlung an die Gemeindevertretung mittragen, die CDU will den Bürgern nicht noch mehr Kosten aufbürden.

Bürgermeisterin Angelika Beckenbach, unterstützt von Finanzfrau Dominique Hilman, erläuterte die neuen Zahlen. Diese sehen grob gesagt bei Reihen- und Urnenreihengrabstätten eine weitere Anhebung um etwa ein Drittel vor. Bereits für 2016 und 2017 waren die bisherigen, nicht kostendeckenden Summen um ähnliche Werte angehoben worden. Ein Reihengrab soll ab 2018 dann 2090 Euro kosten (vorher 1568). Bei Wahlgräbern ist die prozentuale Erhöhung nicht so stark, aber in absoluten Zahlen natürlich höher, da diese Bestattungsformen sowieso mehr kosten.

Ein doppeltiefes Wahlgrab, zweistellig, kostet dann 5500 Euro (plus 825). Bei einem „einfachen“ Wahlgrab steigen die Erwerbskosten auf 2800 Euro. Eine Urnenwahlgrabstätte (bis zu zwei Urnen) kostet neu 1940 statt bisher 1649 Euro. Am größten sind die Anhebungen absolut gesehen beim Wahlgrab doppeltief, dreistellig: von 5483 auf 6450 Euro.

Mit aufgenommen wurden auch gleich die neuen Bestattungsformen. Sie kostet der Erwerb eines Wiesenreihengrabs 2520 Euro, einer Baumgrabstätte (bis zu zwei Urnen) 2230 Euro. Die Bestattungsgebühren für Wiesengrabstätten entsprechen denen für ein Reihenwahlgrab, einstellig: 1015 Euro. In einem Tiefgrab sind es 1355 Euro.

Peter Jöst (CDU) regte an, sich angesichts der hohen Summen erst einmal in den Fraktionen zu beraten. Frank Wetzel (CDU) wies darauf hin, dass diese Kosten ja bereits in der Allevo-Kalkulation genannt wurden. Somit nichts Neues. Außerdem müsse man die Kosten auf die Laufzeit von 30 Jahren sehen.

Laut Ursula Jonasdofsky (SPD) sind die Gebühren der Gemeinde „nur ein kleiner Teil“ der bei Bestattungen anfallenden Kosten. Schon der Kauf eines Grabsteins könnte teurer werden. Deshalb ist es für sie „nicht einzusehen“, dass die Kommune ihre anfallenden Kosten nicht einfordern solle.

Vor kurzem war die Friedhofserweiterung bereits in der Gemeindevertretung beschlossen worden. Es entsteht dort eine neue Fläche für Baum- und Wiesengrab-Urnenbestattungen. Bei dieser handelt es sich um eine große grüne Wiese, in deren Mitte in einem Rondell ein Kastanienbaum steht. Auf Stelen, die aber keinen Rückschluss auf das Grab zulassen, kann ein Namensschild angebracht werden. Allerdings kann die Bestattung auch anonym bleiben. In zwei Reihen werden Baumgräber angelegt.

Angebunden werden soll das Gelände über den alten Friedhofsweg. Es gibt einen drei Meter breiten Erschließungsweg, der mit einer wassergebundenen Decke angelegt wird. Zur Wiese hin ist eine Pflasterabgrenzung vorgesehen. Der Hauptweg endet an einen Mittelkreis mit Kastanie in Anlehnung an den alten Friedhofsteil.

Nach Fertigstellung der Erweiterungsfläche sollen voraussichtlich ab Frühjahr 2018 die neuen Bestattungsformen angeboten werden. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, war es erforderlich, die Friedhofsordnung anzupassen. Die Verwaltung schlug vor, Baumbestattungen auch Ortsfremden zu ermöglichen, was mit aufgenommen wurde.

Die Firma, die bisher im Auftrag der Gemeinde Grabräumungen durchführte, steht nicht mehr zur Verfügung, erläuterte Hilman. Drei Abtsteinacher Firmen wurden um Abgabe eines Angebotes gebeten. Eine Firma zeigte kein Interesse, die Preise der anderen beiden lagen ihren Worten zufolge deutlich über den bisher angebotenen.

Nutzungsberechtigte hatten bereits bisher die Möglichkeit, die Gemeinde oder eine Fachfirma ihrer Wahl mit der Abräumung eines Grabes zu beauftragen. Nun soll die Organisation von Grabräumungen künftig direkt an die Nutzungsberechtigten übertragen werden. Die Kontrolle erfolgt weiterhin durch die Friedhofsverwaltung. Diesen Punkt zusammen mit der geänderten Friedhofsordnung empfahl der Ausschuss den Gemeindevertretern einstimmig zur Beschlussfassung.

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