Rauschender Beifall fürs Jubiläumskonzert: MGV Aschbach macht sich zum 135-jährigen Bestehen selbst das schönste Geschenk

Frenetischer Jubel, Standing Ovations, kaum enden wollender Beifall: Was der MGV Harmonie unter dem Motto „Aschbach in Concert“ im Haus des Gastes zu seinem 135-jährigen Bestehen bot, fand begeisterte Aufnahme im ausverkauften Saal. Mehr als 400 Besucher lauschten dem über zweistündigen Best-of der Aschbacher Sangeskunst, das MGV, Projekt- und Jubiläumschor sowie verschiedene Solisten auf die Bühne zauberten. Dass diese geballte Demonstration aus vielen Kehlen nicht ohne Zugabe bleiben würde, war klar.

„Guten Abend, gute Nacht“ versammelte als allerletztes Stück eines berauschenden Abends alle Chöre mitsamt Solisten und Begleitband auf der Bühne. Die wurde bei 70 Mitwirkenden ziemlich eng. Schon zuvor hatte es mit dem „Feuerzeug“ eine erste Zugabe mit Solo von David Heiligenthal gegeben. Dass die Zuschauer mehr fordern würden, war spätestens nach dem letzten Set klar, den der Männerchor bestritt.

„Katrin“ von den Black Fööss präsentierte mit Matthias Strauch einen kongenialen Sprecher, der sich zur Freude der Gäste immer mehr in die Sache reinsteigerte. Das Stück selbst ist ja hinreichend bekannt und hat viele Fans. Nach „The Drummer & The Cook“ über den Schlagzeuger und die Köchin richtete MGV-Vorsitzender Dirk Breitwieser Dankesworte an alle Mitwirkenden und Gäste. Für die Damen gab es einen Blumenstrauß.

Wortgewaltiger Abschluss dann mit der Liverpool-Hymne „You’ll never walk alone“. Am Piano von Marius Skibka begleitet, entführte der Chor die Besucher ins Stadion an der Enfield Road. Zum Schluss wurde der Song richtig mächtig und schallte bis in die letzten Winkel der Halle. Das lauteste Stück im Repertoire, auf das langanhaltender Applaus folgte. Und eben die Zugabe-Rufe ohne Ende. Das schönste Kompliment für die Aschbacher gab’s von einem Gast. Der hatte noch nie ein Gesangverein-Konzert erlebt, „bei dem so viele junge Leute unter den Besuchern waren“.

Aber nicht nur unter den Besuchern: Auch auf der Bühne gab es in den drei Chören sehr viele junge Gesichter. Zwei von ihnen, Lukas Jäger und Marius Strauch, hatten die Moderation übernommen und stellten die einzelnen Stücke in Stichworten vor. Ein sehr lobenswerter Ansatz, um fremdsprachige Texte zu verstehen und mehr Infos über bestimmte Lieder zu erhalten.

Viel Vorschussapplaus brandet auf, als die Chormitglieder zu Beginn auf die Bühne kommen und diese sich langsam immer mehr füllt. Als Dirigent Frank Ewald die Stufen heraufschreitet, bekommt er noch einmal extra Beifall. Er nimmt Aufstellung, gibt den Ton auf dem Klavier an und auf sein Zeichen geht es sofort los. Nach leisem Beginn lassen die versammelten Männer bei „Agonie“ mächtig ihre Stimmen ertönen und schaffen es so, den Saal bis in den hintersten Winkel zu beschallen.

Stolz auf die „bunte Mischung allein aus Aschbacher Kraft“ zeigen sich die beiden Moderatoren. Chormitglieder und Solisten stammen alle aus dem Wald-Michelbacher Ortsteil. Das Haus des Gastes ist zum Festival der Aschbacher Musik sehr stimmungsvoll indirekt ausgeleuchtet. Die eher besinnliche Stimmung kommt auch in den folgenden beiden, eher spirituellen Stücken zum Ausdruck. In „Jacobs Ladder“ hört man den Chor förmlich musikalisch die Ton-Stufen emporklettern. Mit jedem Tritt nach oben wird es auch lauter.

Jenny Heiligenthal, die wie auch später Stephanie Schmitt und Patricia Knapp als Solistin dabei ist, heimst mit „In deiner kleinen Welt“ bereits heftigen Applaus ein. „Si jamais j’oublie“ von Schmidt und „True Colors“ von Knapp, jeweils von der Begleitband mit Ralf Eisenhauer (der auch den Projektchor leitet), Thomas Sattler und Benedikt Breitwieser untermalt, sind weitere Glanzpunkte im Programm.

Anlässlich des Jubiläums hatte sich der MGV an zwei neue Stücke gewagt. „La marche des rois“ und der „Reh im Park-Blues“ zeigten die ganze Wandlungsfähigkeit des Chors. Und auch seine Vielstimmigkeit unter dem Dirigat von Ewald. Der Marsch der Drei Könige zum Jesuskind baut sich immer mehr auf, je näher sie Jesus kommen, bevor er achtstimmig endet. Zwei sehr schwierige Lieder, die sich die Männer da draufgeschafft haben. Nächster umjubelter Höhepunkt: Das Männerquartett mit einer A-cappella-Version von Uncle Crackers „Follow me“.

Leonard Cohens „Halleluja“ ist ein Klassiker. Das mächtige Stück mit leisen Zwischentönen beschließt diesen Set, bevor dann der „Jubiläumschor 135“ die Bühne betritt. Der huldigt erstmal dem schönen Heimatort: Das Aschbacher Lied erklingt in Ourewäller Dialekt. Die Hochzeit der Frösche, eigentlich aus Jugoslawien stammend, könnte genauso gut im Wiesental stattfinden, scherzen Jäger und Strauch. Ein weiteres bekanntes „Halleluja“ von Kobi Oshrat leitet in die Pause über.

Nach der geht‘s genauso abwechslungsreich weiter. Den Anfang macht der Projektchor mit drei Liedern. Da ist dann Joe Jackson dabei, aber auch Làszló Halmos und – ein bayrisches Medley. Mit der Schickeria, dem Skandal im Sperrbezirk und Fürstenfeld wird es den Gästen ganz weiß-blau in der Halle. Eher stillere Songs bilden den Mittelteil. Darunter das schwierige Seefahrerlied „Lowlands“ über eine traurige Liebe. Die drei Solistinnen gemeinsam mit „Imagine“ von John Lennon leiten dann über zum furiosen Finale mit bekanntem Ausgang. Bei der anschließenden „After-Show-Party“ wird noch bis in die Puppen gefeiert.

Mitwirkende

MGV Harmonie Aschbach, Projektchor, Jubiläumschor 135

Chorsolisten: Benedikt Breitwieser, Gerhard Hannowski , David Heiligenthal, Thomas Hindenlang, Lukas Jäger, Peter Jäger, Patrick Scholz und Marius Strauch; Sprecher: Matthias Strauch

Projektchor-Solisten: Benedikt Breitwieser, David Heiligenthal, Thomas Hindenlang, Marius Strauch, Florian Lindner und Michael Weihrauch

Solisten: Jenny Heiligenthal, Patricia Knapp, Stephanie Schmitt

Klavier: Marius Skibka

Begleitband: Benedikt Breitwieser, Ralf Eisenhauer und Thomas Sattler

Männerquartett: Benedikt Breitwieser, David Heiligenthal, Thomas Hindenlang, Marius Strauch

Moderation: Lukas Jäger, Marius Strauch

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