Herrliches Wetter und die Hofwiese sorgen für gute Resonanz beim Regionalmarkt in Wald-Michelbach

Das Ambiente auf der Hofwiese „macht was her“, meinte ZKÜ-Geschäftsführer Sebastian Schröder. Für den Regionalmarkt, der traditionell immer Mitte Oktober stattfindet, ein guter Standort, der in der vierten Auflage für mehr Besucher als im vergangenen Jahr sorgte. Dazu trug auch das herrliche Wetter bei, bei dem zur Mittagszeit ein regelrechter „Run“ auf die Stände herrschte.

Verschiedene Anbieter boten selbst Hergestelltes und Gefertigtes an. Zukunftsoffensive (ZKÜ), Wirtschaftsvereinigung (WVÜ) und Überwälder Museums- und Kulturverein luden die Besucher ein, Kulinarisches und Kultur zu verbinden und zu genießen. „Die Sitzgarnituren waren um die Mittagszeit alle belegt“, freute sich Schröder, der selbst an der Getränkeausgabe aktiv war. Der gleichzeitig standfindende Backtag tat ein Übriges, dass teilweise viel Andrang herrschte.

Wieder dabei: Isabelle und Willi Baumann von der gleichnamigen Lebkuchenbäckerei in Reichelsheim-Beerfurth. Die beiden hatten im vergangenen Jahr erstmals teilgenommen. Süße weihnachtliche Gaumenfreuden wie Magenbrot, Spritzgebäck, Makronen und natürlich – als Renner – Lebkuchen in verschiedensten Variationen gehören zum Sortiment. Bei über 20 Grad war zwar noch schlecht vorstellbar, dass Weihnachten in zwei Monaten ist. Aber die Waren der Baumanns schmecken zu jeder Jahreszeit.

Für Monica und Johannes Gehrig von den „Odenwälder Feinen Bränden“ aus Litzelbach war es ebenfalls die zweite Teilnahme. Die beiden sind mit ihren preisgekrönten Likören, Schnäpsen, Seccos und Marmeladen in der Region schon eine Institution. Die Produkte werden immer „querbeet nachgefragt“. Marmeladen mit so klangvollen Namen wie „Rote Johannisbeere mit Grauburgunder und rotem Pfeffer“, „Schwarze Johannisbeere mit Lemongrass, Dornfelder und Johannisbeergeist“ oder „Aprikose mit schottischem Whisky“ finden gerne ihre Abnehmer.

Die Marquardts aus dem Ostertal hatten der Jahreszeit gemäß etliche Kürbisse auf ihrem Anhänger, aber auch diverse Marmeladen und Brotaufstriche dabei. Gewürz-Kürbis, Kürbis-Muscade, Kürbis-Chtuney in süß-sauer oder Zucchini: Der Ideenvielfalt waren keine Grenzen gesetzt. Gleich nebenan hatte Doris Johann aus Kreidach eine bunte Palette ihrer Heimarbeit auf den Tisch gezaubert. Hausgemachte Marmeladen und Gelees wie Erdbeere, Sauerkirsch, aber auch Kiwi und Zitrone luden zum Probieren ein. Honig in allen Facetten gab’s bei der Imkerei Schürmann aus Wald-Michelbach.

Alte Handwerkskunst demonstrierten Jürgen Baron und Günther Roßbach. Baron ist sogar hauptberuflich als Stuhlflechter in Wald-Michelbach tätig. Schon Vater und Großvater übten diesen Beruf aus. Das von ihm verwendete Stuhlrohr wird aus Rattan-Strängen hergestellt. Es stammt von der harten, glänzenden, inneren Rinde der Rohrpalme Calamus Rotang, einer Kletterpalme, die in tropischen Regenwäldern wächst und bis zu 200 Meter lang wird.

„Früher waren die Gegenstände so konstruiert, dass sie immer reparierbar waren“, schwört Baron auf die alten Möbel. Denn die, so der Stuhlflechter, „hatten einfach noch Seele, in ihre Herstellung hat jemand viel Zeit und Liebe investiert“. Gut die Hälfte von seinen Arbeiten sind die sogenannten Freischwingerstühle von Thonet. Roßbach gleich nebenan stellte das Dengeln vor. Mit Floristik war Petra Thullen aus Wald-Michelbach vertreten.

Neu auf den Regionalmarkt in diesem Jahr: Birgit und Jörg Sprang aus Fränkisch-Crumbach. Bei ihnen dreht sich alles um die Wolle. Strick- und Häkelwaren, Trachtenkniestrümpfe, Hosenträger und Strumpfbänder, Socken und, und, und gab es zu erwerben. Dazu führte Birgit Sprang auch die Arbeit mit dem Spinnrad vor. Dessen Reparatur haben die beiden in Odenwälder Tracht gewandeten aus dem Gersprenztal ebenfalls im Angebot.

Die Begrüßung der Gäste nahmen neben Schröder Heinz Fischer, Vorsitzender der WVÜ, Bürgermeister Dr. Sascha Weber und Apfelkönigin Sina Schmitt vor. Sie kümmerten sich auch um die Ziehung der Sommerlos-Gewinner. Bei der anschließenden Neubürgerführung mit Theo Reichert waren um die 25 Personen dabei. Diese wurde auch gleich als eine Art Bürgersprechstunde mit dem Rathauschef genutzt.

Für 2018, kündigte Schröder an, sei das Thema Apfel für die Veranstaltung angedacht. „Wenn es welche gibt“, warf Heimatvereins-Vorsitzender Gundolf Reh schmunzelnd ein. Weiterhin kam die Anregung, einen solchen Markt doch einmal im Monat zu veranstalten. Das wird aber noch geprüft, da es doch einigen personellen Aufwand erfordern würde.

 

 

Sommerlos-Gewinner

Septemberauslosung: Michael Pleiner, Wald-Michelbach; Dieter Bittermann, Abtsteinach; Anke Wiegand, Wald-Michelbach

Jahresgewinner: Anna Thomasberger, Reichelsheim (Einkaufsgutschein über 400 Euro); Martina Albers, Wald-Michelbach; Markus Thomasberger, Reichelsheim

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