Besuch der Ulfenbachtalschüler auf dem Keil-Hof in Kocherbach: Kälbchen streicheln und Kühe füttern

Begeisterte Kinder, „die uns Löcher in den Bauch fragten“ und nach drei Stunden gar nicht mehr gehen wollten: Manuel Keil vom gleichnamigen Bauernhof in Kocherbach zeigte sich sehr angetan vom Besuch der Grundschüler von der Wahlener Ulfenbachtalschule. Die 15 Kids waren im Rahmen des Herbstferien-Programms, das vom Purzel-Verbund angeboten wird, einen Vormittag zu Gast. Dass es gerade der Keil-Hof war, hatte einen nachvollziehbaren Grund: Mit dem neunjährigen Luis und dem siebenjährigen Hannes gehen zwei Kinder der Keils auf die Schule im Nachbarort.

„Wo kommt die Milch her“, lautete das Motto der kompletten Woche, die mit verschiedenen Aktivitäten gespickt war. Dazu gehörte auch ein Besuch in einer Molkerei, um zu sehen, wie die Milch verarbeitet wird. Die 40 bis zu zwei Monate alten, flauschig-weichen Kälbchen auf dem Keil-Hof wollten natürlich kräftig gestreichelt werden. Dazu durften die Schüler zu ihnen hinein. Aber auch das Füttern der Milchkühe, von denen die Familie 240 ihr Eigen nennt, fand viel Anklang. Ebenso machte der „riesige Bulle“ Eindruck.

Demonstriert wurde den Schülern daneben die technische Entwicklung der Landwirtschaft. Der alte Melkstand funktionierte zwar schon mechanisch, aber das Melkzeug wurde noch per Hand an den Kuheuter gehängt. Im neuen Stall erledigt alles der Melkrobotor, von dem alle fasziniert waren. „Die wollten gar nicht mehr weg“, so Keil. Dass ein Landwirt auch mit dem Computer umgehen können muss, erfuhren die Interessierten im Büro. „Der Beruf hat inzwischen viel mit Technik zu tun“, sagte seine Lebensgefährtin Ina Bernhardt.

Der vor zwei Jahren neu erbaute Stall „entspricht den neusten Richtlinien für artgerechte Tierhaltung“, betonte Manuel Keil. Er sei fast rundherum offen. Die Kühe „sind nicht angebunden“, gehen von allein zum Melken, könnten sich in ihm frei bewegen und auch in den Außenbereich laufen.

Da es auf dem PC einen Landwirtschafts-Simulator als Computerspiel gebe, „zeigten ein paar Jungs auch Interesse an der Biogasanlage“, stellte Manuel Keil fest. „Die wollten das quasi in echt nachspielen“, lachte er. Positiv fiel den Schülern auf, dass es mit der neuen Anlage, die im vergangenen Jahr in Betrieb genommen wurde, „jetzt nicht mehr stinkt“. Die Biogasanlage liefert im Jahr 600.000 kW Strom. Sie wird nur mit Gülle und Mist aus dem eigenen Gelände betrieben.

Natürlich gab’s auch was zu probieren: Die Sechs- bis Zehnjährigen durften frisch gemolkene Rohmilch mit der „fertigen“ vergleichen, die von den Keils an die Hohenloher Molkerei geliefert, dort verarbeitet wird und in Märkten der Region erhältlich ist. „Die waren überrascht, wie gut die Rohmilch schmeckt.“ Für großes Erstaunen sorgte die Menge an Milch, die eine Kuh am Tag gibt: nämlich 25 Liter. In der Maschinenhalle durften dann noch die Traktoren und landwirtschaftlichen Geräte bestaunt werden.

Trotz des schlechten Wetters „waren die Kinder total begeistert“, stellte Ina Bernhardt fest. „Sie waren von allem beeindruckt.“ Was für Manuel Keil der beste Beweis dafür war, dass der Hintergedanke des Besuchs auf dem Hof bestens angekommen ist: nämlich den Heranwachsenden die hiesige Landwirtschaft und die Tiere näher zu bringen. „Die wollen alle wiederkommen“, freute er sich. Es machte den Kindern viel Spaß, mit den Tieren in Berührung zu kommen.

Seniorchef Franz Keil leitet zusammen mit seinem Sohn Manuel den Hof. Vier Familienmitglieder sind in die tägliche Arbeit eingebunden. Derzeit leben vier Generationen auf dem Hof, dessen Ursprünge sich mehr als 200 Jahre zurückverfolgen lassen. Die beiden jüngsten sind Emma (1) und die sieben Wochen alte Mia, wie auch Hannes und Luis die Kinder von Manuel Keil und Ina Bernhardt. Bei der täglichen Arbeit helfen eine festangestellte Kraft und ein Auszubildender, weshalb man auch als Lehrbetrieb fungiert.

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