Kocherbacher Verein Luna war aktiv: Auf 2500 Quadratmetern wuchsen Bio-Kartoffeln

Der Bio-Kartoffelanbau war ein voller Erfolg und zauberte den Mitgliedern ein Lächeln ins Gesicht. Der Verein zur Förderung umweltverträglicher Landwirtschaft „Luna“ aus Kocherbach betrieb ihn in diesem Jahr erstmals „professionell“ nach höchstem Bio-Standard. „2016 hatten wir nur auf kleiner Fläche erfolgreich getestet“, weiß Vorstandsmitglied Jürgen Klieber.

Die jetzt ausgewählte, große Fläche von etwa einem Morgen Land (2500 Quadratmeter) wurde schon jahrelang nicht mehr industriell genutzt. Es wurden somit keine Gülle und Spritzmittel aufgetragen. Bewuchs war bisher eine Klee-Wiesen-Mischung. Auch von den angrenzenden Flächen ging laut Luna keine (Gift-)Gefahr mehr aus, weil diese ebenfalls bereits seit längerer Zeit aus der industriellen Nutzung herausgenommen wurden.

Angebaut wurde von den Vereinsmitgliedern die Sorte Nicola, eine Bio-Pflanzkartoffel der Klasse A. Dabei handelt es sich um eine festkochende, schmackhafte alte deutsche Kartoffel, die sehr vielfältig in der Küche eingesetzt werden kann. Obwohl dieses Jahr kein ideales Kartoffelwetter war, „sind wir mit der Erntemenge, aber insbesondere mit der Qualität sehr zufrieden“, freute sich Gerhard Ader. Weder Fäulnis noch Wildschweine oder Mäuse konnten den Erdäpfeln etwas anhaben.

Lediglich plötzlich, kurz vor der Blüte, waren viele Kartoffelkäfer an den Pflanzen. Durch den engagierten Einsatz einiger Vereinsmitglieder konnten diese aber keinen Schaden anrichten. Für Luna als Verein war die Aktion ebenfalls ein großer Erfolg. Schon beim Kartoffellegen waren mehr als zehn Mitglieder aktiv im Einsatz. Bei der Ernte waren sogar mehr als 20 Personen aller Altersgruppen mit Begeisterung dabei.

„Die Kleinen waren total begeistert, dass auf einmal so viele Kartoffeln aus der Erde kamen, obwohl nur wenige gelegt wurden“, beobachtete Vorstandsmitglied Thomas Langer. Die Elterngeneration begeisterte sich an den historischen landwirtschaftlichen Geräten und ihrer Funktionalität. Omas und Opas schwelgten in Erinnerungen und erzählten ausgiebig von den Jugenderlebnissen auf dem Kartoffelfeld, vom Kartoffelkäferlesen mit der Schulklasse bis hin zum Kartoffelfeuer. Da gegen Ende der Ernte ein starker Regen einsetzte, musste allerdings – sehr zum Kummer der fleißigen Kinder – auf das obligatorische Kartoffelfeuer verzichtet werden.

Die Anschlussfeier wird nun am Sonntag, 29. Oktober, bei einem Ernte- und Hoffest in Gras-Ellenbach nachgeholt. Dieses findet bei den Vereinsmitgliedern und zertifizierten Biobauern Wolfgang Schierenbeck und Joachim Mauermann statt. Zu diesem Hoffest sind auch alle interessierte Bürger eingeladen, die von den leckeren Biokartoffeln profitieren können. Denn logischerweise wird es sich kulinarisch um die Kartoffel drehen.

Sehr viele Mitbürger, die Wert auf ihre Ernährung legen, haben bereits die Vereinsmitglieder angesprochen, wie und wo sie die Kartoffeln kaufen können, so Ader. Auch kam die Nachfrage, welche weiteren Gemüsesorten Luna zum Kauf anbietet. Vereinsmitglieder haben zwar ein „Vorkaufsrecht“. Beim Hoffest stehen aber genügend Odenwälder Luna-Kartoffeln zum Verkosten und auch kleinere Mengen zum Verkauf bereit. Viele kulinarische und technische Überraschungen werden für dieses Fest vorbereitet, um den interessierten Gästen einen spannenden Nachmittag zu bieten.

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