Jeder wollte mal hinter dem Steuer sitzen: 45 Kinder des Purzelbär-Kindergartens besuchten die Hammelbacher Feuerwehr

Strahlende Kinderaugen und begeisterte Feuerwehrmänner: 45 Pimpfe des Purzelbär-Kindergartens besuchten jetzt die Hammelbacher Brandschützer in deren Unterkunft im Weschnitzquellenweg. Von fünf Erzieherinnen begleitet, teilten sich die Kleinen von zwei bis sechs Jahren in zwei Gruppen auf, die jeweils eine Stunde einen ersten Einblick in die Feuerwehrarbeit erhielten. Von „super“ über „toll“ bis „klasse“ reichten die Reaktionen.

Auf Seiten der Brandschützer standen der stellvertretende Vereinsvorsitzende Christopher Schmitt, der stellvertretende Wehrführer Matthias Wetzel und Jugendwart Marvin Bauer für Fragen und Antworten parat. Wobei die Kids gar nicht so viele Fragen stellten. „Die hatten bereits das Projekt Feuerwehr im Kindergarten und wussten dank der Erzieherinnen super Bescheid“, freute sich Schmitt. In dessen Rahmen waren auch Feuerwehrhelme gebastelt worden, die die Zwei- bis Sechsjährigen natürlich stolz zur Schau trugen.

Die Fragen kamen vor allem von den Erzieherinnen. Die wollten etwa wissen, wie das mit den Hydranten funktioniert, wo sich diese befinden und nach welchen Kriterien sie ausgewählt werden. Erläutert wurden außerdem die verschiedenen Aufgaben der Wehr wie die Hilfe bei Autounfällen, die Brandbekämpfung, das Funktionieren der Wärmebildkamera oder die Arbeit mit Rettungsschere und Spreizer.

Letzterer, lachte Schmitt, „war bei den Kids das Highlight“. Denn in der Kindersendung „Feuerwehrmann Sam“ hat die Titelfigur auch einen. Deshalb wollten alle sehen, wie das Gerät funktioniert. Vorgeführt wurde aber auch die Atemschutzausrüstung – damit sich die Kleinen nicht erschrecken, wenn ihnen einmal ein Brandschützer in dieser Montur begegnet. Eine Erzieherin durfte die „normale“ Feuerwehrausrüstung anprobieren.

Natürlich ging es ebenso um allgemeine Tipps rund um Vorbeugung und Verhalten im Brandfall. Wichtig war es den drei Feuerwehrleuten zu vermitteln, dass Feuerzeuge nur im Beisein von Erwachsenen verwendet werden sollten. „Bei Feuer 112 wählen“ ist laut Schmitt der Klassiker. Verdeutlicht wurden auch die „fünf W“, die man in diesem Fall weitergeben soll. Unter anderen, wo das Feuer ausgebrochen ist, wie viele Personen im Haus sind, was passiert ist oder das Warten auf Rückfragen.

Große Augen bekamen die Kleinen beim Anblick des imposanten Löschfahrzeugs LF 10/6 KatS, mit dem die Floriansjünger auch zu Katastropheneinsätzen ausrücken. Natürlich wollte jeder Mal hinterm Steuer sitzen und mit Blaulicht so tun als ob. Vorgeführt wurde daneben der Gerätewagen mit diversem Equipment. Am Brandhaus lockte dann die Praxis. Mit einem Wasserschlauch durften die Kids die dort fröhlich lodernden Flammen löschen. „Allen hat es ganz viel Spaß gemacht“, nahm Schmitt aus dem Vormittag mit. Zum Dank bekamen die Brandschützer am Schluss noch das Feuerwehrlied vorgetragen.

Eine solche Aktion führte die Feuerwehr vor etlichen Jahren schon einmal durch, so der stellvertretende Vorsitzende. Da sein Sohn derzeit den Kindergarten besucht, „wurde ich gefragt, ob ein Besuch machbar ist“. Klar war er das. Bei den Wehrleuten überlegt man nun, dies alle zwei bis drei Jahre anzubieten. Denn es geht ja auch um eine eventuelle Nachwuchsgewinnung. Leider, erläutert Schmitt, könne man derzeit wegen Personalmangel keine Bambini-Wehr ab sechs Jahren anbieten. Die Jugendfeuerwehr startet erst mit Zehn.

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