Landesehrenbrief für Hartenrods Ortsvorsteher Stefan Assmann

Der Geehrte wusste bis kurz vor knapp nichts von der hochkarätigen Auszeichnung, die ihm bevorstand. Doch als die Liste der Ehrengäste beim Hartenroder Bürgerfest immer länger wurde, kam Ortsvorsteher Stefan Assmann irgendwann ins Grübeln. Erst schaute „zufällig“ der Landrat auf einer Odenwald-Tour mit der Familie vorbei, dann kamen als Gäste auch Gemeindevertreter-Vorsitzender Nothung Köhler, der ehemalige Bürgermeister Joachim Kunkel und der jetzige Rathauschef Dr. Sascha Weber in die Mehrzweckhalle.

Spätestens dann hörte Assmann die Nachtigall kräftig trapsen. Als sein Stellvertreter Stefan Doetsch zur „offiziellen“ Begrüßung schritt und Landrat Christian Engelhardt verstohlen an einem Etui herumnestelte, gab es kein Zurück mehr: Der Ortsvorsteher erhielt für seine 16-jährige Tätigkeit in Hartenrod Landesehrenbrief und –nadel. Zuvor hatte Assmann die Gäste begrüßt. Er freute sich, dass Bürgermeister Weber „beim nächsten Bürgerfest Einwohner Hartenrods sein wird“, da er dort einen Bauplatz gekauft hat. Assmann blickte auf die diversen Aktionen im Ort wie Reinigungsaktion und Friedhofsarbeiten zurück und warf einen Blick auf die anstehenden wie Schnitt der Obstbaumallee.

Das Bürgerfest, so Doetsch in seinen einleitenden Worten, diene dem Kennenlernen und dem gegenseitigen Austausch. Auch soll der Gemeinschaftssinn gepflegt werden. Ganz rustikal mit Einwurfzetteln wird es beworben. Jeder bringt etwas zu essen mit, einen Teil stellt auch der Ortsbeirat gegen einen Unkostenbeitrag. Normalerweise findet nach dem Kaffee ein Ortsrundgang statt, bei dem der Ortsbeirat Vorhaben vorstellt und die Bürger ihre Sorgen und Anregungen loswerden können. Das schlechte Wetter ließ ihn dieses Mal aber ins Wasser fallen.

Die Anregung für die Ehrung von Assmann hatte der ehemalige Bürgermeister Kunkel gegeben, sagte Landrat Engelhardt in seiner Laudatio. Seit 2001 Ortsvorsteher, sei Assmann quasi „Mädchen für alles“ im Dorf. Da er sich seine Meriten hier verdient habe, sei es folgerichtig, ihn auch beim Bürgerfest zu ehren. Assmann ist die Hartenroder Ortsverschönerung wichtig, betonte Engelhardt. Diese treibe er durch die Umsetzung der Obstbaumallee sowie Bepflanzung und Begrünung des 250-Seelen-Ortes voran.

Ein weiterer Fokus von Assmanns Arbeit liegt dem Landrat zufolge auf der Pflege der Ortsgemeinschaft im Sinne des Zusammenhalts und des Ausgleichs. „Wenn irgendwo ein Problem auftritt, bringen Sie sich bestmöglich mit Rat und Tat ein“, lobte er. Das Ziel des 57-jährigen Forstbeamten sei es, die Bürger bei den Aufgaben und Ideen mitzunehmen. Sein Beruf des Försters sei für ihn auch Berufung.

Die Auszeichnung soll dem obersten Kreisbeamten zufolge auch für andere Ansporn sein, sich einzubringen. In Diensten der Gemeinschaft tätig zu sein „macht Freude“, betonte er. Engelhardt hob auch die Unterstützung der Familie hervor, ohne die ein solches Ehrenamt nicht denkbar sei. Mit ein paar Alphorn-Klängen hatte Harald Bergmann die Ehrungsrunde eingeläutet.

„Sie haben für Hartenrod viel geleistet“, sagte Bürgermeister Weber. Es sei „auch nicht immer schön, Ortsvorsteher zu sein“, schmunzelte er, was von Assmann nur bekräftigt werden konnte. Er sei ihm dankbar, so der Rathauschef, dass sich Assmann trotzdem immer für den Ort eingebracht habe. Dieser sei einer, „der die Ehrung so richtig verdient hat“, meinte Doetsch. Er helfe den Menschen immer auf dem kurzen Dienstweg, unbürokratisch und pragmatisch.

Der Ortsvorsteher, hob sein Stellvertreter hervor, „ist nicht erpicht auf Lobhudelei“. Assmann habe sich die Auszeichnung „aus der Arbeit heraus verdient“. Allerdings ist der Landesehrenbrief keine Urkunde zur „In-Ruhestand-Versetzung“. Vielmehr bedeute sie: „Wir wollen, dass du weiter machst.“ Denn in Hartenrod gebe es immer etwas zu tun. Einen Blumengruß gab’s für Frau Doro sowie die Töchter Britta und Lena. Dem Geehrten fehlten fast die Worte angesichts des vielen Lobs. Das Fest solle so schön weitegehen wie es begonnen hatte, wünschte er sich.

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