Der Kerweparre rotierte vor lauter Glück: Erster Preis bei der Scharbacher Umzugs-Prämierung

Kerweparre Stefan Schmitt konnte einem schon leidtun. Die ganze Strecke von „Kühlen Grund“ bis hoch zum Haus der Vereine brachte er beim Kerweumzug gestern Nachmittag im „Glücksrad“ zu. Das hatte aber eher Ausmaße eines mittelalterlichen Folterinstruments und schüttelte den nach drei Kerwetagen sicherlich empfindlichen Magen kräftig durch. Doch die Helfer links und rechts wurden nicht müde dabei, eine weitere Runde mit dem Parre zu reden. Nur leise war das Protestieren zu vernehmen, dass es doch langsam mal genug damit sei.

Doch der Lohn der Plackerei dürfte das Team, zu dem auch Mundschenkin Isabel Hallermeier gehörte, gefreut haben: Es machte bei der Kerwewagen-Prämierung den ersten Platz. Die Silbermedaille holte die Hammelbacher Kerwejugend vor dem „Scharbacher Klatschblatt“ mit seinen täglichen Infos. Als Jury fungierten die neutralen Tromm-Einwohner. An der Umzugsstrecke hatten sich viele Interessierte eingefunden, die bei schönem Wetter den Teilnehmern zujubelten.

Elf Zugnummern machten sich auf den Weg von Unter- nach Ober-Scharbach, um dann auf dem matschigen Sportplatz beim Haus der Vereine einzulaufen. Dort hatte am Vormittag bereits eine Schlepper-Ausstellung stattgefunden, von der noch einige Exemplare zu bewundern waren. Um die 40 alte und neue Bulldogs von Besitzern aus dem Überwald, ob Lanz oder Porsche, zogen die Blicke auf sich.

Den Beginn des Umzugs machte ein Quad mit dem Kerwemotto: „Zurück in die Zukunft – eine Reise durch die Jahrzehnte“. Die Kerwekids hatten einen Spielzeugladen aus den 90er Jahren dabei, während die Kerwejugend Spiele früher und heute vorstellte. Der Urlaub der Zukunft geschieht per Rakete, wurde verdeutlicht, wie auch das Radfahren in damaliger und heutiger Zeit seinen Widerhall fand.

„Reißt die Mauer ein“ hieß es bei den Scharbacher Chören, die auf ihrem Wagen die Berliner Mauer nebst Sperranlagen und Graffiti im Gepäck hatten. Zwischendrin machte ein DeLorean DMC-12, wie er aus dem Film „Zurück in die Zukunft“ bekannt ist, kräftig Lärm und Rauch. Natürlich nicht in echt, sondern als Bonsai-Nachbau. Die Hammelbacher Kerwejugend stellte „80er Erobbig“ in all seinen Farben und Formen vor, sodass die angesichts des guten Wetters aufgesetzten Sonnenbrillen auch hierbei ihren Zweck absolut erfüllten.

2018 gibt’s den „goldenen Scharbock“ zehn Jahre, machten ebenfalls die Scharbacher Chöre schon auf diesen Event aufmerksam. Lothars Heuwagen schaffte es kaum am Feuerwehrhaus vorbei auf den Sportplatz. Einfacher hatte es da die Scharbacher Klatschpresse, die über alles und jeden Bescheid wusste und sich auf einem alten Trecker tuckernd auf den Weg machte. Den Abschluss bildete Uta König mit ihren drei Kindern und Pferden. Mit diesen war sie zuvor sechs Wochen lang zum Stubaier Gletscher geritten und pünktlich zur Kerwe wieder zurück.

Advertisements