Arten- und Denkmalschutz könnte Zeitplan beim Altengerechten Wohnen in Abtsteinach beeinflussen

Konrad Abraham (CDU) ist der neue Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses. Der bisherige Stellvertreter wurde auf der vergangenen Sitzung des Gremiums einstimmig gewählt. Abraham wurde ohne weitere Diskussion als Nachfolger von Martina Heller (FWV) bestimmt, die das Amt nach ein paar Querelen abgegeben hatte. Neuer Stellvertreter ist Peter Jöst (CDU). Schriftführerin bleibt Sabine Bachmann (FWV). Gemeindevertretervorsitzender Frank Wetzel dankte noch dem neuen Ausschussvorsitzenden und seinem Stellvertreter für die Übernahme der Positionen. Ebenso dankte er Martina Heller für den seitherigen Vorsitz.

Während die Wahl nach knapp zwei Minuten durch war, dauerte die Behandlung der eingegangenen Stellungnahmen aus der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Bebauungsplan „Altengerechtes Wohnen“ etwas länger. Denn sämtliche Punkte mussten einzeln vorgestellt und beschlossen werden. Dabei handelte es sich um 19 Seiten. Diskussionen gab es keine, alle Beschlüsse wurden einstimmig erfasst. Erläuterungen kamen von Ulrich Studemann, der in Butzbach das gleichnamige Stadt- und Landschaftsplanungsbüro betreibt und der Gemeinde beim Bebauungsplan schon von Anfang an zur Seite steht.

Bürgermeisterin Angelika Beckenbach führte allgemein in die Materie ein. Demnach sieht laut einem Gespräch mit der Bauträger-Firma FWD der weitere Terminplan zum „Altengerechten Wohnen“ auf dem Gelände der ehemaligen „Rose“ wie folgt aus: Die Fertigstellung des Modells ist bis 18. August und die der Verkaufsunterlagen bis Anfang September vorgesehen. Ende September soll eine weitere Informationsveranstaltung für Interessenten mit Vorstellung der konkreten Konditionen und Verträge folgen.

Wie Beckenbach daneben erläuterte, soll der Umzug der Praxis Dr. Jung bis spätestens 7. Oktober abgeschlossen sein. Das Ende der Abbrucharbeiten ist bis spätestens 15. November geplant, sodass ab diesem Zeitpunkt die Rohbauarbeiten beginnen können. Die Fertigstellung ist für Mitte 2019 vorgesehen.

Aufgrund der eingegangenen Stellungnahmen zum (ebenfalls einstimmig verabschiedeten) Bebauungsplan wird vor dem Abriss eine artenschutzrechtliche Prüfung des Areals erforderlich. Entsprechende Angebote werden derzeit eingeholt. Der Zeitplan gelte dann, wenn es bei Arten- und Denkmalschutz keine unvorhergesehenen Ereignisse gebe, so Beckenbach.

Dieser Punkt stieß sowohl Willy Schröder (SPD) als auch Brigitte Wetzel (CDU) etwas sauer auf. Hier werde die Überprüfung des Artenschutzes etwa für Fledermäuse in einer Bestandsmaßnahme gefordert, so Schröder, während von den Behörden anderswo diese Vorschriften einfacher gehandhabt würden. Wetzel machte es deutlicher, dass diese Punkte bei der Genehmigung von Windparks praktisch keine Rolle spielten. Unausgesprochen schwang mit, dass mit zweierlei Maß gemessen werde.

Der Bereich des ehemaligen Gasthauses „Rose“ befindet sich laut der Bürgermeisterin durch die katholische Kirche mit Pfarrgarten in der Umgebung eines Kultur- und Bodendenkmals nach dem hessischen Denkmalschutzgesetz. Aus diesem Grund werde in der Abbruchgenehmigung die Auflage aufgenommen, dass während des Abrisses und der Entsiegelung der Oberflächen eine kostenlose Baubegleitung durch Hessen-Archäologie erforderlich ist.

Außerdem wird den Worten der Rathauschefin zufolge gefordert, dass der Mutterboden mit einer ungezahnten Baggerschaufel abgezogen wird und bei Auftreten von archäologischen Resten Hessen-Archäologie genügend Zeit eingeräumt wird, diese zu dokumentieren und zu bergen. Beckenbach zufolge laufen die Aufstellung des Bebauungsplans und der Bauantrag parallel. Deshalb werden in letzterem auch die näheren Regelungen getroffen, welche Vorgaben in Sachen Arten- und Denkmalschutz einzuhalten seien. Der reine Bebauungsplan sei einfacher gehalten. Bei Maßnahmen im Bestand geht das, sagte sie.

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